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7.06. Das Buch Jesus Sirach/Ecclesiasticus (Sir)

Unter dem Namen eines Jesus, Sohn des Sirach, überliefern die Septuaginta und Folgeübersetzungen eine ausführliche Weisheitsschrift. Zwar waren bis in das Mittelalter hinein auch hebräische Texte dieses Buches bekannt, doch erst im 19. Jh. und dann in der Mitte des 20. Jh. wurden in Kairo, Qumran und Massada Teile (ca. 70%) der ursprünglicheren Textfassungen gefunden. Nach der erhaltenen hebräischen Unterschrift lautet der Verfassername „Simon, Sohn des Jesus, Sohn des Eleasar des Sohnes des Sira“. Die spätere lateinische Überschrift „Ecclesiasticus“ orientiert sich wohl an der des Buches Kohelet (Ecclesiastes) und weist darauf hin, dass die Schrift in der Kirche verwendet wurde.

Vorhof

Das → Heilige Zelt und der Jerusalemer Tempel waren von »Vorhöfen« umgeben, die zusammen den heiligen Bezirk bildeten (→ Tempel). Im inneren Vorhof, den nur Priester betreten durften, standen der Brandopferaltar und verschiedene Wasserbecken (2 Chr 4,1-9). Zum äußeren Vorhof hatten alle Israeliten Zutritt; den äußersten Bereich durften in neutestamentlicher Zeit auch Nichtisraeliten betreten.

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Name (von Gott, von Jesus)

Für biblisches Denken ist der Name nicht eine austauschbare Äußerlichkeit (Faust: »Schall und Rauch«), sondern aufs Engste mit der Person des Namensträgers, dessen Wesen und Wirken verbunden. Es hat deshalb eine entscheidende Bedeutung, dass Gott im Alten Testament, wie alle Götter des Altertums, einen Eigennamen trägt (Jahwe; → Herr). Durch das betende Anrufen und feierliche Aussprechen des Gottesnamens wird Gott selbst gegenwärtig, z.B. im Segenszuspruch der Priester (Num 6,22-27) oder wenn der Name als Akt der Besitzergreifung über etwas ausgerufen wird (Jes 43,7; Jer 14,9; Am 9,12). In älterer Zeit wurde der Name Gottes zur Beteuerung der Wahrheit einer Aussage im Schwur angerufen, später aus Scheu vor Missbrauch (Ex 20,7) überhaupt nicht mehr ausgesprochen, nur noch vom → Obersten Priester bei der Erteilung des in Num 6,22-26 überlieferten Segens (Sir 50,20). Wenn der → Tempel in Jerusalem als Wohnsitz für Gottes »Namen« bezeichnet wird (Dtn 12,5), so bedeutet dies, dass Gott dort für sein Volk zu finden ist und ihm seine ganze Heils- und Segensfülle zuwenden will (1 Kön 8,27-53).

Oberster Priester

(in anderen Bibelübersetzungen »Hohepriester«) Schon vor dem babylonischen → Exil gab es in Jerusalem und an anderen Heiligtümern im Land »Oberpriester«, von denen einzelne – in nachexilischer Berichterstattung – auch schon als »Oberster Priester« bezeichnet werden (2 Kön 12,11; 22,4.8; 23,4). Doch wird das Amt des Obersten Priesters in seiner alles andere Priestertum überragenden Bedeutung erst nach dem Exil, d.h. dem Ende des Königtums greifbar. Der erste namentlich bekannte nachexilische Oberste Priester ist Jeschua (Hag 1,1; 2,2; Sach 3; 6,9-15). In persischer und frühhellenistischer Zeit wurde der Oberste Priester mehr und mehr auch das politische Haupt der jüdischen Gemeinde; die Priester aus dem Geschlecht der → Makkabäer legten sich die Königswürde bei. Von den Römern wurden die Befugnisse des Amtes zurückgeschnitten; doch blieb auch zu dieser Zeit der Oberste Priester der Vorsitzende des jüdischen → Rates und oberster Repräsentant der jüdischen Gemeinde.

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Allerheiligstes

Der innerste Raum des → Heiligen Zeltes und des Jerusalemer → Tempels, der als Gottes »Wohnung« (d.h. Ort seiner unsichtbaren Gegenwart) ihm allein vorbehalten war. Der dunkle, fensterlose Raum – im Jerusalemer Tempel ein Kubus von 5 m Seitenlänge – enthielt die → Bundeslade mit den Gesetzestafeln und der Deckplatte, an der einmal im Jahr am → Versöhnungstag vom → Obersten Priester die Sühnehandlung vollzogen wurde (Lev 16,11-17); sonst durfte dieser Raum nicht betreten werden.

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Samarien, Samariter

Nach der Eroberung des Nordreiches → Israel durch die → Assyrer errichteten diese auf dem alten Reichsgebiet eine Provinz, die nach Samaria, der bisherigen Hauptstadt des Landes, den Namen Samarien erhielt (2 Kön 17,24). Sie bestand in allen Nachfolgereichen der Assyrer bis hin zu den → Seleukiden als Provinz bzw. Verwaltungseinheit weiter und ging dann im Königreich der → Makkabäer und später von Herodes d.Gr. (→ Herodes [1])auf. Zur Zeit von Jesus ist das Gebiet zusammen mit → Judäa und Idumäa Teil einer römischen Präfektur (→ Statthalter).

Weiser, Weisheit

Als weise gilt im alten Israel, wer geübt und fähig ist, etwas richtig, meisterhaft zu tun. So zeigt sich Weisheit schon in der Beherrschung irgendeiner geistigen und handwerklichen Fähigkeit (Ex 31,1-11; Jer 9,16 wörtlich). Vor allem aber zeigt sie sich in der Fähigkeit, den Zusammenhang von Ursachen und Wirkungen im eigenen Leben und im Zusammenleben der Menschen zu erkennen und das eigene Leben und das der Gemeinschaft diesen Erkenntnissen entsprechend zu gestalten. Letztlich geht es der Weisheit darum, zu erkennen, wie Welt und Leben eigentlich geordnet sind und wie der Mensch sich diesen Ordnungen am besten einzufügen hat – zum eigenen Wohl und zum Wohl aller.

Opfermahl