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2.4. Das 4. Buch Mose/Numeri (Num)

Das Buch Numeri stellt den Weg der Israeliten nach dem Aufbruch vom Sinai bis in das Ostjordanland hinein dar. Wesentliche Textkomplexe sind die Kundschaftergeschichte (13-14), der Erzählkreis um Bileam (22-24) und die Einsetzung Josuas als Nachfolger Moses (27,12-23, vgl. Dtn 31). Wichtigster Einzeltext ist der aaronitische Segen Num 6,24-26.

Mose

Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote.

Baschan

Eine Hochebene von sprichwörtlicher Fruchtbarkeit im nördlichen Ostjordanland.

Seraf

Die → Engel, die in Jes 6,2 den Thron Gottes umgeben, werden im Hebräischen serafim (Einzahl saraf) genannt. Das Wort hängt mit »brennen« zusammen und kann Schlangen bezeichnen (wegen ihres brennenden = giftigen Bisses; Num 21,6.9), speziell unheimliche Wüstentiere (»Drachen«; Jes 14,29; 30,6). Auch die Serafim von Jes 6,2 hat man sich vermutlich als geflügelte Schlangen vorzustellen oder als Mischwesen mit menschlichem Gesicht, Schlangenkörper und Vogelflügeln, wie wir sie von altorientalischen Bildwerken kennen.

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Kanaan

Bezeichnung für das Gebiet zwischen Jordantal und Mittelmeer bis zur Stadt Sidon, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde.

Kanaaniter

Bewohner des Gebietes zwischen Jordantal und Mittelmeer, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde.

Jordan

Wichtigster Fluss in der Region, der vom Hermongebirge durch den See Gennesaret ins Tote Meer fließt.

geistlich

»Geistlich« ist im biblischen Sinn, was vom → Geist Gottes kommt (Röm 15,27; 1 Kor 9,11). Es kann letztlich nur von Menschen erfasst und angeeignet werden, die ihrerseits vom Geist Gottes bestimmt sind (1 Kor 2,10–3,4; vgl. Joh 3,3-7; 6,52-65).

Feldzeichen

Eine militärische Signalstange, die den Truppen Marschrichtung und Sammelplatz anzeigt.

Moab(iter)

Mit Israel verwandtes Volk (Gen 19,36-37). Von guten Beziehungen zeugen Rut 1,1; 1 Sam 22,3-4; von Spannungen Num 22–24; Ri 3,12-30. Ursprüngliches Siedlungsgebiet war das fruchtbare Hochland südlich des Arnon. David unterwarf die Moabiter (2 Sam 8,2); in der Mitte des 9. Jh. v.Chr. gewann König Mescha die Selbstständigkeit zurück und dehnte seine Herrschaft auf das Gebiet nördlich des Arnon aus, wobei nach einer Inschrift Meschas der Stamm Gad aufgerieben wurde. Seit Mitte des 8. Jh. assyrischer und dann babylonischer Vasallenstaat; Ende des 5. Jh. ins Reich der → Nabatäer eingegliedert.

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Moab, Moabiter

Nachbarvolk Israels im Ostjordanland.

Ammon(iter)

Nachbarvolk Israels im südlichen Ostjordanland mit der Hauptstadt Rabba bzw. Rabbat-Ammon. Von David unterworfen, später wieder selbstständig, dann unter der Herrschaft der → Babylonier und ihrer Nachfolgereiche.

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

4. Mose 21,4-9 | Reminiszere | 25.02.2024

Der vierte Teil des Pentateuch wird im Hebräischen nach Num 1,1 kurz ba-midbar genannt, in der Wüste. Seine Texte beziehen sich auf die Existenz des wandernden Gottesvolkes Israel auf dem Weg zwischen der heilvollen Rettungserfahrung des Exodus und in Erwartung der Erfüllung seiner Hoffnungen auf ein von Gott verheißenes Land. Die ältesten Stücke der vorexilischen Erzählungen berichten, wie das Volk mit Hilfe des Midianiters Hobab seinen Weg vom Gottesberg antritt (Num 10,29-32), und wie nach einer ersten Erkundung des Landes von der Oase Kadesch aus das Volk Angst vor den Kämpfen mit den Völkern im Lande hat und den Verheißungen Gottes nicht vertraut (Num 13–14*). Es irrt 40 Jahre in der Wüste umher, bis die ältere Generation vollständig ausgestorben ist und wagt erst dann, den Weg ins gelobte Land anzutreten. Als ihm das Brudervolk der Edomiter den Durchzug durch sein Gebiet verweigert (Num 20,14-21), umgeht es das Land der Brudervölker (Num 21,4-20) und erobert die Gebirge des Baschan und des Gilead von den Königen Sihon und Og (Num 21,21-33). Nachdem Mose dieses Gebiet an einen Teil der Stämme verteilt hat (Num 32*) ist er zu alt, um das verheißene Land westlich des Jordans noch zu erobern. Die Texte werden von den Deuteronomisten in Form einer Moserede in Dtn 1-3 interpretiert; der Wüstenweg erscheint hierin als eine Zeit der Glaubensprüfung (Dtn 1,26-33), die Erzählungen werden zu Parabeln für die Zeit des Exils und des Harrens auf eine Erneuerung des Bundes und der Verheißungen Gottes.

Wüste

Trockenes und steiniges Gebiet, in dem nur wenige Tiere und Pflanzen überleben können.

Gelübde

Versprechen an Gott in einer Notlage. Zu Apg 21,23: Es handelt sich hier offenbar um ein »Nasiräergelübde«, durch das jemand u.a. auf den Genuss von Alkohol verzichtete (Num 6,13-20). Wer auf Zeit ein solches Gelübde ablegte, musste als Abschluss ein ziemlich kostspieliges Opfer darbringen. In diesem Zusammenhang steht die Aufforderung an Paulus, die Opferkosten für arme Nasiräer zu übernehmen und dadurch zugleich seine eigene Gesetzestreue zu beweisen. Damit er aber auch selbst an den Opferhandlungen im → Tempel teilnehmen kann, muss er, da er durch seinen Auslandsaufenthalt → unrein geworden ist, sich zuvor den sieben Tage dauernden Reinigungszeremonien unterziehen. Auch hierzu wird Paulus in Apg 21,24 aufgefordert. (Die verkürzte und unklare Darstellung wird daher rühren, dass Lukas bzw. schon sein Gewährsmann als Heidenchristen mit den jüdischen Gebräuchen nicht genügend vertraut waren.) → Nasiräer.

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Edom(iter)

Nachbarvolk Israels, das auf Jakobs Bruder Esau zurückgeführt wird (Gen 36,1-9). Es wohnte südlich des Toten Meeres in dem Seïr genannten Bergland östlich des Jordangrabens. Unterwerfung durch Israel (zuerst unter David; 2 Sam 8,13-14) und Selbstständigkeit wechselten mehrfach ab. Nach der Zerstörung Jerusalems 586 v.Chr. machten sich die Edomiter die Schwäche Judas zunutze (vgl. Obd 10-14; Ps 137,7) und drangen in Südjuda ein. Um 300 v.Chr. entrissen ihnen die aus der Wüste kommenden → Nabatäer das alte Stammland östlich des Jordans und drängten sie ganz in das nun nach ihnen Idumäa genannte südjudäische Gebiet.

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Manna

Wunderbare Speise der Israeliten auf ihrem Wüstenzug (»Brot vom Himmel«; Ps 78,24-25; Joh 6,31). Nach der Beschreibung in Ex 16,31 handelt es sich möglicherweise um die Absonderungen einer Schildlaus, die sich vom Saft der Manna-Tamariske ernährt. Die Beduinen benutzen sie heute noch als Honigersatz.

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)