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Jona, Zeichen Jonas

Im Jona-Buch des Alten Testaments wird erzählt, dass der flüchtige Prophet drei Tage im Bauch des Fisches verbrachte, bis dieser ihn an Land spie. Jesus vergleicht sich in Mt 16,4; Lk 11,30 in doppelter Hinsicht mit Jona: als wunderbar vom Tod Erretteter und als einer, der das Gericht bringt. Wie Jona aus dem Fischbauch als Verkünder des Gerichts nach Ninive kam, so wird Jesus als der vom Tod Auferstandene wiederkommen zum Gericht über die, die ihm nicht geglaubt haben. Auch in Mt 12,39-40 werden die Grabesruhe von Jesus und seine Auferweckung am dritten Tag den Gegnern nicht als ein »Beweis« in dem von ihnen erwünschten Sinn in Aussicht gestellt, sondern als Auftakt der Ereignisse, die für sie das Gericht bedeuten.

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

2.4. Das Lukasevangelium (Lk)

Während die anderen Evangelien in sich abgeschlossene Einzelschriften sind, haben wir beim Lk den ersten Teil eines Doppelwerkes vor uns. Das Evangelium und die Apg bilden sowohl formal als auch inhaltlich eine Einheit, deren beide Teile nicht losgelöst voneinander betrachtet werden dürfen.

Beelzebul

Ursprünglich Baal-Sebul (vermutlich »Herr der hohen Wohnung«; → Baal), ein Gott der → Philister. Der Name wird von den Israeliten in »Herr der Fliegen« umgedeutet (= Baal-Sebub in 2 Kön 1,2). Im Judentum Bezeichnung für den obersten der bösen → Geister (Mt 10,25; 12,24).

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Geist Gottes, Heiliger Geist

Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt.

Heiliger Geist

Das hebräische Wort für Geist bedeutet ursprünglich »Wind, Hauch«. Gemeint ist damit das Lebensprinzip, das der Schöpfung zugrunde liegt (Gen 1,2), das Gott seinen Geschöpfen verliehen hat und über das er jederzeit verfügt (vgl. Ps 104,29-30). Vom Geist Gottes gehen aber auch spezielle Wirkungen auf bestimmte Menschen aus: Der Geist kommt über einen Menschen und treibt ihn zu einer bestimmten Tat (Ri 3,10; 13,25). Er beseelt die ekstatischen Prophetengemeinschaften (1 Sam 10,10-12) und kann einen → Propheten ganz real an einen anderen Ort versetzen (1 Kön 18,12; vgl. Ez 8,3). Wenn der Geist Gottes für dauernd von einem Menschen Besitz ergreift wie von David (1 Sam 16,13) oder einer prophetischen Gestalt (Jes 42,1; 61,1), ist dies das Zeichen einer besonderen Verbundenheit mit Gott und Beauftragung durch ihn (vgl. Joh 1,32-34).

Ninive

Eine Stadt von sprichwörtlicher Größe und Sündhaftigkeit (Jona 1,2; Mt 12,41par), Hauptstadt des Assyrischen Reiches (→ Assyrien).

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Gebet

Reden des Menschen mit Gott.

Jesus

Der Name bedeutet so viel wie »der HERR rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.

Schriftgelehrte

Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist.

Wunderzeichen

Alle Wunder, die Jesus wirkt, haben den Charakter von »Zeichen«: Sie weisen voraus auf das Heil der im Kommen begriffenen → Königsherrschaft Gottes und lassen von ihr schon etwas erfahrbar werden in der gegenwärtigen Welt. Sie können → Glauben wecken (Joh 2,11) oder den Glauben stärken, sie sind aber auch immer so oder so »erklärbar« (vgl. Mk 3,22; Apg 2,12-13). Sie taugen also nicht als zwingender Beweis und sind auch niemals so gemeint. Jesus lehnt es ab, sich und seine Botschaft den Gegnern gegenüber durch Wunder zu legitimieren (Mk 8,11-13). Andererseits sind seine Taten insgesamt eindeutig genug, sodass denen, die Jesus ablehnen und nur immer neue Beglaubigungswunder verlangen, das Gericht droht (Lk 11,16.29-30).

Johannes der Täufer

Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor.

heilig

Menschen oder Dinge, die zu Gott gehören und mit ihm in Verbindung stehen.

Pharisäer

Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte.

Sünde, Schuld

Sünde beschreibt die Trennung des Menschen von Gott; Schuld bezieht sich im Unterschied dazu auf konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können.

Synagoge

Versammlungsstätte einer jüdischen Gemeinde.

Bergpredigt

Die Bergpredigt ist uns in zweifacher Gestalt überliefert: bei Matthäus (Mt 5–7) und bei Lukas (Lk 6,20-49). Nach Mt 5,1 fand sie auf dem → Berg statt, nach Lk 6,17 am Fuß des Berges (daher auch »Feldrede« genannt).

Jünger

Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten. 

Herrschaft (Gottes)

Salomo

Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte.

Gesetz

Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose.

Vaterunser, Unser Vater

Wichtigstes Gebet im Christentum. Jesus zeigt damit, wie die Menschen beten sollen.

Reich Gottes

Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt.

Name (von Gott, von Jesus)

Für biblisches Denken ist der Name nicht eine austauschbare Äußerlichkeit (Faust: »Schall und Rauch«), sondern aufs Engste mit der Person des Namensträgers, dessen Wesen und Wirken verbunden. Es hat deshalb eine entscheidende Bedeutung, dass Gott im Alten Testament, wie alle Götter des Altertums, einen Eigennamen trägt (Jahwe; → Herr). Durch das betende Anrufen und feierliche Aussprechen des Gottesnamens wird Gott selbst gegenwärtig, z.B. im Segenszuspruch der Priester (Num 6,22-27) oder wenn der Name als Akt der Besitzergreifung über etwas ausgerufen wird (Jes 43,7; Jer 14,9; Am 9,12). In älterer Zeit wurde der Name Gottes zur Beteuerung der Wahrheit einer Aussage im Schwur angerufen, später aus Scheu vor Missbrauch (Ex 20,7) überhaupt nicht mehr ausgesprochen, nur noch vom → Obersten Priester bei der Erteilung des in Num 6,22-26 überlieferten Segens (Sir 50,20). Wenn der → Tempel in Jerusalem als Wohnsitz für Gottes »Namen« bezeichnet wird (Dtn 12,5), so bedeutet dies, dass Gott dort für sein Volk zu finden ist und ihm seine ganze Heils- und Segensfülle zuwenden will (1 Kön 8,27-53).

rein (unrein)

Wegen der → Heiligkeit Gottes muss der Mensch, der sich ihm naht – sei es in der anbetenden Gemeinde, sei es beim Privatopfer –, rein sein. Dabei ist »rein« zunächst kein moralischer Begriff, sondern bezieht sich auf körperliche Vorgänge, die von der Nähe Gottes fernzuhalten sind – vermutlich weil sie zur Einflusssphäre dämonischer Naturmächte gehören, denen sich die Menschen der Frühzeit ausgesetzt sahen. Dazu zählt alles, was mit den Bereichen von Tod und Sexualität zu tun hat, aber auch Hautkrankheiten (→ Aussatz). Auch jede Berührung mit Menschen, die die Reinheitsvorschriften des → Gesetzes nicht beachteten, machte »unrein«. Ein wichtiges Gebiet waren die Bestimmungen über reine und unreine Speisen (→ Nahrungsvorschriften).

rein

Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. In der Bibel sind dabei bestimmte religiöse Vorschriften zu beachten.

Pharisäer

Das Wort bedeutet »Abgesonderte«. Seit den Makkabäerkriegen die stärkste religiöse Partei, die das Erbe Israels in Ehren hielt und mit leidenschaftlichem Eifer für die pünktliche Beobachtung des → Gesetzes bis in die Kleinigkeiten des alltäglichen Lebens hinein kämpfte. Ihr Ziel war es, durch Gesetzestreue die Vorbedingung für die Erfüllung der messianischen Verheißungen zu schaffen. (Überlieferter Ausspruch eines jüdischen Rabbis: »Wenn die Israeliten nur zwei Sabbate vorschriftsmäßig halten würden, so würden sie sofort erlöst werden.«)

Gesetzeslehrer

(in anderen Übersetzungen »Schriftgelehrte«) Ausgebildete und ordinierte jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des → Gesetzes war. Da die fünf Mose-Bücher auch als Gesetzessammlung für das bürgerliche Leben galten, waren diese Theologen zugleich Juristen. Sie traten erst in der Zeit nach dem babylonischen → Exil auf, als das religiöse Gesetz für das Leben der Juden eine immer größere Bedeutung gewann. Ihr großes Vorbild war Esra (vgl. Esra 7,6.10.25; → Lehrer [1]); erste schriftliche Erwähnung finden sie in den Makkabäer-Büchern (1 Makk 7,12; 2 Makk 6,18).

Lehrer

(1) Der Titel, der Esra beigelegt wird, lautet wörtlich »Schreiber«, ergänzt durch den Zusatz »kundig im Gesetz Moses« (Esra 7,6; vgl. 7,11-12). Der Zusatz stellt klar, dass Esra dieses → Gesetz nicht geschrieben, sondern studiert hat, um auf seiner Grundlage das Leben der Juden in der persischen Provinz Juda zu ordnen (Esra 7,25-26; 9–10; Neh 8). Esra wurde auf diese Weise zum Urbild der späteren → Gesetzeslehrer.

Menschensohn

Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde.

zu Tisch liegen

Bei festlichen Anlässen war es in der griechisch-römischen Welt üblich, beim Essen zu liegen.

Apostel

Wörtlich »Ausgesandte«. Menschen, die dazu berufen sind, die Gute Nachricht von Jesus Christus zu verkünden. Im engeren Sinn die zwölf Jünger von Jesus, die ihn während seines Lebens begleiteten.

Beelzebul

Im Judentum eine Bezeichnung für den obersten der bösen Geister.

Brot

In der Antike war Fladenbrot Grundbestandteil der Ernährung.

Geist, böser

Dämonische Macht, die von einem Menschen Besitz ergreift und ihn völlig beherrscht. Die Tatsache solcher »Besessenheit«, wie sie das Neue Testament bezeugt, zeigt an, in welcher Lage sich die Menschheit befindet: Sie ist oft nicht ihr eigener Herr, sondern zerstörerischen Mächten ausgeliefert. Wenn Jesus die Dämonen »austreibt«, bekundet sich darin, dass Gott seine → Königsherrschaft aufzurichten beginnt (Mt 12,28; Lk 11,20). Auch bestimmte Krankheiten, vor allem psychisch krankhaftes Verhalten, wurden auf den Einfluss böser Geister zurückgeführt. Diese Geister werden gelegentlich als »unrein« bezeichnet (so wörtlich z.B. Mt 10,1; Mk 1,23; Lk 4,33), und zwar deshalb, weil sie unrein machen, d.h. die von ihnen Besessenen von der Teilnahme am Gottesdienst ausgeschlossen sind (→ rein).

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Tempel (Jerusalem)

Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte.

zehnter Teil

Abgabe vom jährlichen Ernteertrag an das Heiligtum. Sie gehört Gott.

böser Geist, Dämon

Eine böse Macht, die man sich als Person vorstellte. Sie kämpft gegen Gott und nimmt einen Menschen völlig in Besitz.

Zehnter, zehnter Teil

Der zehnte Teil vom Ernteertrag (Korn, Wein, Öl) musste als Gabe an Gott und zum Unterhalt der → Priester und → Leviten ans Heiligtum abgeliefert oder zum Geldwert zuzüglich 20% abgelöst werden (Num 18,20-32; Dtn 14,22-29). Auch vom Vieh sollte der Zehnte entrichtet werden (Lev 27,32-33; 2 Chr 31,6). Dahinter steht wie bei der Abgabe der Erstgeburt und der ersten Früchte der Gedanke, dass aller Ernte- und Viehsegen Gott zu verdanken ist.

Prophet

Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.

Altar

Opfertisch im Freien aus Erde oder Stein (Ex 20,22-26), auf dem Opfertiere verbrannt wurden (→ Opfer). Kleinere Altäre dienten der Verbrennung von Weihrauch (→ RäucheropferRäucheraltar, → Räuchersäule). Wenn im Zusammenhang mit dem → Heiligen Zelt oder dem Jerusalemer → Tempel vom Altar ohne nähere Kennzeichnung gesprochen wird, ist der → Brandopferaltar gemeint. – Am Altar eines Heiligtums konnten Verfolgte Schutz finden (»Asyl«; Ex 21,13-14; 1 Kön 1,50-51; 2,28-30).

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Satan, Teufel

Gegenspieler Gottes. Er versucht, die Menschen zu einem Verhalten zu bewegen, das Gottes Willen widerspricht.

Jünger

Ähnlich wie die → Gesetzeslehrer (vgl. Mt 22,16; Mk 2,18) und der → Täufer Johannes (Mt 11,2; Mk 2,18; Lk 11,1; Joh 1,35) hatte auch Jesus »Schüler« (so wörtlich), die ihm auf seinen Wanderungen folgten und sich seiner Autorität unterstellten. Jünger von Jesus sind im Neuen Testament nicht nur die zwölf → Apostel, sondern darüber hinaus noch ein weiterer Kreis von Männern (Mk 2,15). Auch viele Frauen befanden sich im Gefolge von Jesus; der geprägte und für die Jüngerschaft typische Ausdruck »Nachfolge/nachfolgen« wird auf sie ebenso angewandt wie auf die Männer (Mk 15,41par). Wo Lukas von der »großen Menge der Jünger« spricht (Lk 6,17; 19,37), sind sie zweifellos mitgemeint (siehe Anmerkung zu Lk 6,17), und in der Apostelgeschichte von Lukas wird »die Jünger« vollends zur Bezeichnung für die Gemeinde als ganze, Männer und Frauen, weshalb diese Übersetzung die Frauen einschließende Mehrzahlform hier auch mit »Jünger und Jüngerinnen« wiedergibt (vgl. Apg 6,1 und Anmerkung dort; siehe ferner Mt 28,19 und Anmerkung).

Abel

Öllampe

Lampe, in der mit einem Docht Öl verbrannt wurde. Sie war lange Zeit die wichtigste künstliche Lichtquelle.

Brandopferaltar

Altar im Freien, auf dem → Brandopfer dargebracht wurden; an seinen Ecken hatte er vier sog. → Hörner. Im Jerusalemer → Tempel befand er sich im innersten Vorhof vor dem Eingang des Tempelhauses.

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Weiser, Weisheit

Als weise gilt im alten Israel, wer geübt und fähig ist, etwas richtig, meisterhaft zu tun. So zeigt sich Weisheit schon in der Beherrschung irgendeiner geistigen und handwerklichen Fähigkeit (Ex 31,1-11; Jer 9,16 wörtlich). Vor allem aber zeigt sie sich in der Fähigkeit, den Zusammenhang von Ursachen und Wirkungen im eigenen Leben und im Zusammenleben der Menschen zu erkennen und das eigene Leben und das der Gemeinschaft diesen Erkenntnissen entsprechend zu gestalten. Letztlich geht es der Weisheit darum, zu erkennen, wie Welt und Leben eigentlich geordnet sind und wie der Mensch sich diesen Ordnungen am besten einzufügen hat – zum eigenen Wohl und zum Wohl aller.

Christus

Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus. 

unrein, Unreinheit