Deutsche Bibelgesellschaft

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4.02. Der 1. Korintherbrief (1Kor)

Der 1Kor ist Teil einer längeren Korrespondenz, die Paulus mit der Gemeinde in Korinth geführt hat. 5,9 zeigt, dass unserem 1Kor schon ein Brief des Apostels vorausgegangen ist. Der 2Kor ist dann Ergebnis des weiteren Dialogs zwischen ihm und der Gemeinde.

Geist Gottes, Heiliger Geist

Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt.

Heiliger Geist

Das hebräische Wort für Geist bedeutet ursprünglich »Wind, Hauch«. Gemeint ist damit das Lebensprinzip, das der Schöpfung zugrunde liegt (Gen 1,2), das Gott seinen Geschöpfen verliehen hat und über das er jederzeit verfügt (vgl. Ps 104,29-30). Vom Geist Gottes gehen aber auch spezielle Wirkungen auf bestimmte Menschen aus: Der Geist kommt über einen Menschen und treibt ihn zu einer bestimmten Tat (Ri 3,10; 13,25). Er beseelt die ekstatischen Prophetengemeinschaften (1 Sam 10,10-12) und kann einen → Propheten ganz real an einen anderen Ort versetzen (1 Kön 18,12; vgl. Ez 8,3). Wenn der Geist Gottes für dauernd von einem Menschen Besitz ergreift wie von David (1 Sam 16,13) oder einer prophetischen Gestalt (Jes 42,1; 61,1), ist dies das Zeichen einer besonderen Verbundenheit mit Gott und Beauftragung durch ihn (vgl. Joh 1,32-34).

Erkenntnis

Das hebräische Wort für Erkenntnis meint nicht durch Nachdenken – mit dem Verstand – gewonnene Erkenntnis, sondern durch Umgang und Erfahrung gewonnene Einsicht. Erkenntnis dieser Art setzt ein inneres Angerührtsein von der Sache oder eine gewisse Selbsterschließung der Person voraus, um deren »Erkenntnis« es geht. Daher gilt Erkenntnis in Dingen des christlichen Glaubens als eine der wichtigsten Gaben des → Geistes Gottes (1 Kor 1,5; 12,8; 14,6; 2 Kor 8,7) – die freilich auch Gefahren und Probleme mit sich bringen kann: Eine »Erkenntnis«, die dazu verführt, dass man gegen die Liebe verstößt (1 Kor 8; 13,2) oder sich über zentrale Inhalte apostolischer Verkündigung hinwegsetzt (1 Kor 1,17-25; 2 Tim 2,14-18; 1 Joh 2,20-25), hat mit dem Geist Gottes nichts mehr zu tun. Solche fehlgeleitete »Erkenntnis« wird schon an einzelnen Stellen des 1. Korintherbriefes, vor allem aber im Johannes-Evangelium, dem 1. Johannesbrief, dem Judasbrief und in den Pastoralbriefen (1 Tim 6,20) bekämpft (es handelt sich hier um Frühformen der → Gnosis).

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Gebet

Reden des Menschen mit Gott.

heilig, heiligen, Heiligkeit

»Heilig« ist im Alten Testament alles, was Gott und der göttlichen Sphäre zugehört. Das ist aus priesterlicher Sicht der → Tempel und dort wieder in besonderem Maße die heiligen Geräte, die Altäre, die → Bundeslade und der innerste Raum des Tempels, der das »Allerheiligste« heißt. Nur wer selbst geheiligt (geweiht) ist, kann sich dieser Sphäre nahen, ohne Schaden zu nehmen (Num 4,15; Ex 30,29). Die → Opfer, die Gott dargebracht werden, sind in abgestuftem Maße heilig, und entsprechend dürfen unterschiedliche Personenkreise einen Anteil davon verzehren: beim Mahlopfer die ganze Gemeinde (Lev 7,15-21), bei den Erntegaben ans Heiligtum und bei bestimmten Opferanteilen alle Angehörigen der Priesterfamilien (Num 18,11-19), bei den Sühneopfern die Priester allein (Lev 6,19-22).

Flöte

Musikinstrument aus Holz, Rohr oder Knochen, das mit dem Mund geblasen wird.

Gesetz

Das Judentum bezeichnete die fünf Mosebücher als »Gesetz« (Tora = Weisung) und umschrieb das Alte Testament mit »das Gesetz und die Propheten« (vgl. Mt 5,17; 7,12; 22,40; Röm 3,21). Der Begriff »Gesetz« konnte aber auch auf das ganze Alte Testament ausgedehnt werden. Seit der Zeit Esras (vgl. Neh 8–10) bestimmte das Mosegesetz das gesamte Leben des jüdischen Volkes und grenzte es streng gegen die übrigen Völker ab. Von besonderer Bedeutung wurden dafür die Gesetze über die → Beschneidung und den → Sabbat sowie die Reinheitsvorschriften (→ rein). Die Frage nach der bleibenden Geltung des Mosegesetzes führte in der Urchristenheit zu ernsten Auseinandersetzungen (Apg 15; Gal 2).

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Amen

Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«

Gesetz

Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose.

Weisungen, prophetische

Trompete

Ein Musik- und Signalinstrument, das aus einem Metallrohr mit Schalltrichter besteht. Es kommt sowohl im Gottesdienst als auch beim Militär zum Einsatz.

Sprachen, unbekannte

(Sprachen des Geistes) Die Wirkung des → Heiligen Geistes zeigte sich in der frühen Kirche unter anderem im sog. Zungenreden (1 Kor 12,10), das noch heute bzw. heute wieder in christlichen Kreisen anzutreffen ist. Nach den gegenwärtigen Erfahrungen geschieht dieses Sprechen bei vollem Bewusstsein, jedoch so, dass der Sprechende sich dem Wirken des Geistes öffnet. Es kann sich dabei um eine dem Sprechenden unbekannte verständliche Sprache handeln (wie in Apg 2,4) oder um eine völlig unbekannte Ausdrucksweise. Paulus geht in 1 Kor 14 auf diese Gabe ausführlich ein, weil sie in der dortigen Gemeinde anscheinend überbewertet wurde, und betont die Notwendigkeit verständlicher Rede.

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Glaube, glauben

Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt.

Bruder, Schwester

Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde.

Prophet

Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.

Frieden

Umfassender Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft, der aus der Beziehung mit Gott hervorgeht.

Amen

Das hebräische Wort amen hat den Sinn von »So ist es/So sei es!«, wenn es von der Gemeinde zur Bestätigung von Segen oder Fluch ausgerufen wird (Dtn 27,15-26) oder die Gemeinde sich mit diesem Wort hinter das Gebet eines Einzelnen stellt (1 Kor 14,16). Der besonders nachdrückliche verdoppelte Ausruf Amen, (und) Amen! wird in dieser Übersetzung durch die Formel »Amen, so soll es sein!« wiedergegeben (z.B. Num 5,21-22; Ps 41,14; 72,19; 89,53).

Leier

Musikinstrument mit bis zu 10 Saiten, die gezupft wurden.

Frieden

Anders als im abendländischen Denken ist Frieden im orientalisch-biblischen nicht einfach die Abwesenheit von Krieg, sondern ein viel weiterer und vornehmlich positiv gefüllter Begriff. »Frieden« (hebräisch schalom) meint: umfassendes Glück, Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft, gelungenes Leben in gelungenen Beziehungen – zueinander, zu sich selbst, zur Umwelt, zu Gott. Ein Idealbild dessen, was »Frieden« in diesem Sinne heißt, zeichnet Ps 72, wo das Wort an zentralen Stellen, in Vers 3 und in Vers 7 (dort mit »Wohlstand« übersetzt), vorkommt. Für biblisches Denken hat die gelungene Beziehung zu Gott grundlegende Bedeutung für alle anderen Beziehungen. Heilvolles Leben in allen Dimensionen, die das Leben ausmachen, ist nur möglich, wo Gott geehrt wird und seine Rechts- und Lebensordnungen bewahrt werden (Ps 85,9-14; 119,165; 147,10-14; Jes 32,15-18; 48,18; 54,13; 57,21).