Markus 11
DAS WIRKEN JESU IN JERUSALEM: 11,1–13,37
Der Einzug in Jerusalem: 11,1–11
Die Verfluchung des Feigenbaums: 11,12–14
Die Reinigung des Tempels: 11,15–19
Der verdorrte Feigenbaum und der Glaube: 11,20–26
Die Frage nach der Vollmacht Jesu: 11,27–33
Sachwissen
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2.3. Das Markusevangelium (Mk)
Die altkirchliche Tradition schreibt das zweite Evangelium Johannes Markus (Apg 12,12) zu. Nach Papias soll Markus Dolmetscher des Petrus gewesen sein und das von diesem verkündigte Evangelium aufgeschrieben haben. Da die Autorisierung des Evangeliums durch den Apostel nur indirekt erfolgt, war die Namenstradition Papias wohl schon vorgegeben. Anlass für die Verbindung mit Petrus könnte 1Petr 5,13 gewesen sein.
Täufer
(Johannes) Im Vorfeld des Auftretens von Jesus kündigte Johannes das Kommen der → Königsherrschaft Gottes an und rief zu radikaler → Umkehr auf. Die Taufe, die er spendete (das griechische Wort bedeutet »Eintauchen/Untertauchen«), unterscheidet sich von allen rituellen Waschungen und Tauchbädern jener Zeit, z.B. auch in → Qumran. Während diese »Taufen« von den Menschen an sich selbst und wiederholt vollzogen wurden und auf kultische Reinheit (→ rein) abzielten, handelt hier der Täufer in prophetischer Vollmacht an den Täuflingen, und die Taufe ist ein einmaliger Akt, mit dem die zu Taufenden sich angesichts des bevorstehenden Gottesgerichts als Sünder bekennen, zur Umkehr bereit erklären und durch das Untertauchen im Wasser schon vorweg zeichenhaft dem Gericht unterwerfen, damit ihnen, wenn es dann wirklich kommt, Vergebung ihrer Sünden und Rettung zuteilwerden.
Gebet
Reden des Menschen mit Gott.
Jesus
Der Name bedeutet so viel wie »der HERR rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.
führende Priester
Der amtierende Hohepriester, seine Vorgänger und weitere Priester aus der Führungsschicht.
Schriftgelehrte
Menschen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung der Heiligen Schrift ist.
Johannes der Täufer
Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor.
Zwölf
Die Einsetzung eines speziellen Kreises von zwölf → Jüngern, die Jesus in besonderer Weise an seiner Sendung und Vollmacht teilhaben lässt (Mk 3,13-19), hat den Charakter einer prophetischen Zeichenhandlung: Mit ihr macht Jesus seinen Anspruch auf das Zwölf-Stämme-Volk Israel geltend (vgl. Mt 10,5-15). Sofern von den ursprünglich zwölf Stämmen nach dem → Exil nur noch zwei übrig geblieben waren, Juda und Benjamin, schließt die Zwölfzahl zugleich die Ankündigung der endzeitlichen Wiederherstellung und Vollendung Israels ein (vgl. Offb 7,4-8).
Priester, führende
Die führende Gruppe des jüdischen → Rates, die zugleich dessen Exekutivkomitee bildete, bestehend aus Mitgliedern der vornehmsten priesterlichen Familien (→ Sadduzäer), aus denen auch der → Oberste Priester gewählt wurde. Diese Gruppe stellte außerdem den Befehlshaber der → Tempelwache, der zugleich Stellvertreter des amtierenden Obersten Priesters war (Apg 4,1).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Heilige Schriften
Die Bücher, die heute in unserem Alten Testament zusammengefasst sind, waren für das Judentum zur Zeit von Jesus und ebenso für die frühe Christenheit die »Heilige Schrift«. Doch wurden zu ihr auch noch eine Reihe von sehr spät entstandenen Büchern gerechnet, die von den Juden des 1. Jh. n.Chr. aus dem »Kanon« ihrer Heiligen Schriften ausgeschieden worden sind. Diese Spätschriften des Alten Testaments – wie die Deuterokanonischen Schriften bzw. Apokryphen in dieser Bibelausgabe heißen – blieben in der christlichen Kirche bis zur Reformationszeit allgemein als Heilige Schrift anerkannt. (In der katholischen Kirche und den orthodoxen Kirchen sind sie es weiterhin; in den evangelischen Kirchen werden sie unterschiedlich beurteilt.) Im Neuen Testament werden darüber hinaus sogar noch weitere frühjüdische Schriften als »heilige« zitiert (vgl. Jak 4,5; Jud 14-15). Die neutestamentlichen Schreiber sprechen von »der (heiligen) Schrift« als einem einheitlichen Gotteswort in der Einzahl. Die Übersetzung verwendet trotzdem die Mehrzahl »Schriften«, da »die Heilige Schrift« für heutige Christen die Bibel aus Altem und Neuem Testament bezeichnet.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Jünger
Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.
Amen
Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«
Gesetzeslehrer
(in anderen Übersetzungen »Schriftgelehrte«) Ausgebildete und ordinierte jüdische Theologen, deren Aufgabe das Studium und die Auslegung des → Gesetzes war. Da die fünf Mose-Bücher auch als Gesetzessammlung für das bürgerliche Leben galten, waren diese Theologen zugleich Juristen. Sie traten erst in der Zeit nach dem babylonischen → Exil auf, als das religiöse Gesetz für das Leben der Juden eine immer größere Bedeutung gewann. Ihr großes Vorbild war Esra (vgl. Esra 7,6.10.25; → Lehrer [1]); erste schriftliche Erwähnung finden sie in den Makkabäer-Büchern (1 Makk 7,12; 2 Makk 6,18).
Lehrer
(1) Der Titel, der Esra beigelegt wird, lautet wörtlich »Schreiber«, ergänzt durch den Zusatz »kundig im Gesetz Moses« (Esra 7,6; vgl. 7,11-12). Der Zusatz stellt klar, dass Esra dieses → Gesetz nicht geschrieben, sondern studiert hat, um auf seiner Grundlage das Leben der Juden in der persischen Provinz Juda zu ordnen (Esra 7,25-26; 9–10; Neh 8). Esra wurde auf diese Weise zum Urbild der späteren → Gesetzeslehrer.
Tempel (Jerusalem)
Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte.
Glaube, glauben
Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt.
Ölberg
Berg etwa 1 km östlich von Jerusalem.
Ölberg
Seit alter Zeit für heilig gehaltener Berg etwa 1 km östlich von Jerusalem. Er gehört zu einem Höhenzug, der Jerusalem von Norden und Osten umgibt.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Prophet
Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.
David, Sohn Davids
David war der bedeutendste altisraelitische König (um 1000 v.Chr.). Im Judentum zur Jesuszeit war man weitgehend der Auffassung, dass der erwartete Retter und Heilbringer ein Nachkomme (»Sohn«) Davids sein und dessen Reich wiederherstellen werde (vgl. Mt 21,9; Mk 11,10). So wird »Sohn Davids« zu einem Christustitel (→ Christus).
Hosianna
Gebetsruf, wörtlich »Hilf doch!« oder »Rette doch!«.
Geldwechsler
Wechsler gab es im → Tempel, weil die → Tempelsteuer in tyrischen Schekeln, der damals wertvollsten Währung, bezahlt werden musste. Ebenso wie die Händler, die Tauben, Schafe und Rinder für das → Opfer verkauften, hatten sie ihren Platz im äußeren Vorhof des Tempels.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Mantel
Ein großes, fast quadratisches Tuch aus Wolle. Es wurde über die Schultern gehängt und um den Oberkörper gewickelt.
Jünger
Ähnlich wie die → Gesetzeslehrer (vgl. Mt 22,16; Mk 2,18) und der → Täufer Johannes (Mt 11,2; Mk 2,18; Lk 11,1; Joh 1,35) hatte auch Jesus »Schüler« (so wörtlich), die ihm auf seinen Wanderungen folgten und sich seiner Autorität unterstellten. Jünger von Jesus sind im Neuen Testament nicht nur die zwölf → Apostel, sondern darüber hinaus noch ein weiterer Kreis von Männern (Mk 2,15). Auch viele Frauen befanden sich im Gefolge von Jesus; der geprägte und für die Jüngerschaft typische Ausdruck »Nachfolge/nachfolgen« wird auf sie ebenso angewandt wie auf die Männer (Mk 15,41par). Wo Lukas von der »großen Menge der Jünger« spricht (Lk 6,17; 19,37), sind sie zweifellos mitgemeint (siehe Anmerkung zu Lk 6,17), und in der Apostelgeschichte von Lukas wird »die Jünger« vollends zur Bezeichnung für die Gemeinde als ganze, Männer und Frauen, weshalb diese Übersetzung die Frauen einschließende Mehrzahlform hier auch mit »Jünger und Jüngerinnen« wiedergibt (vgl. Apg 6,1 und Anmerkung dort; siehe ferner Mt 28,19 und Anmerkung).
Rabbi
Aramäisch »mein Herr/mein Meister«; wörtlich »mein Großer«. Ehrende Anrede für die → Gesetzeslehrer, die auch Jesus gegenüber gebraucht wird (→ Lehrer [2]).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Rabbi
Aramäisch für »mein Herr / mein Meister«. Zur Zeit von Jesus Ehrentitel für angesehene Lehrer.
Münzen
Zahlungsmittel in Form unterschiedlicher Münzen mit einem jeweils einheitlichen Wert.
Tempel
Der Tempel in Jerusalem war – wie schon das → Heilige Zelt – nicht Versammlungshaus der Gemeinde, sondern Wohnung Gottes (Ex 40,34; 1 Kön 8,13). Der Tempel Salomos war ein Langhausbau, der aus drei Teilen bestand: Vorhalle, Heiliges und → Allerheiligstes, und der mit 30 m Gesamtlänge etwa die Größe einer Dorfkirche hatte (ausführliche Beschreibung in 1 Kön 6; die Einrichtung entspricht der des Heiligen Zeltes in Ex 40). Der Tempel war von zwei Vorhöfen umgeben: einem inneren, in dem der große → Brandopferaltar stand, und einem äußeren, dessen Umfassungsmauer den südlich des Tempels gelegenen Königspalast mit einschloss. Nebukadnezzar zerstörte den ersten Tempel 586 v.Chr. Nach der Rückkehr der Judäer aus der Verbannung wurde er an der alten Stelle in bescheidenerer Ausstattung wieder aufgebaut (Tempelweihe 515 v.Chr.).
David
Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete.