Hiob setzt das Gespräch fort
Da antwortete Hiob und sagte:
Solche Reden hab ich schon genug gehört.
Auf euren ganzen Trost kann ich verzichten.
Nehmen diese haltlosen Worte jetzt ein Ende?
Oder was ist es, das dich zum Widerspruch reizt?
So wie ihr könnte ich auch reden,
wenn es euch so schlecht ginge wie mir.
Ich könnte euch mit salbungsvollen Worten trösten
und selbstgerecht den Kopf über euch schütteln.
Mein Mund könnte euch ein bisschen Mut machen
und meine Lippen euch Beileid bekunden.
Doch wenn ich rede, rede ich nicht so.
Denn meinen Schmerz kann ich nicht unterdrücken.
Auch wenn ich schweige, ist er immer noch da.
So weit ist es gekommen, Gott hat mich zermürbt.
Sogar meine Freunde hat er von mir entfernt.
Er hat mich gepackt und Anklage erhoben.
Mein körperlicher Verfall sprach gegen mich.
Das reichte aus, um mich schuldig zu sprechen.
Sein Zorn hat mich wie ein Raubtier angefallen.
Vor Wut hat er mit den Zähnen geknirscht.
Meine Feinde ließen mich nicht aus den Augen.
Sie rissen ihr Maul auf, um mich zu verspotten.
Voller Hohn schlugen sie mir ins Gesicht.
Sie alle haben sich gegen mich verschworen.
Gott hat mich diesen Schurken ausgeliefert.
Er stieß mich den Frevlern in die Hände.
Früher lebte ich sorglos.
Dann hat er mich durchgeschüttelt,
mich am Genick gepackt und niedergedrückt.
Er hat mich zu seiner Zielscheibe gemacht.
Seine Pfeile flogen nur so um mich her.
Erbarmungslos zerschoss er mir Galle und Nieren,
sodass mein Gallensaft zur Erde floss.
Wunde um Wunde hat er mir zugefügt,
wie ein Kriegsheld stürmte er gegen mich an.
Das Trauergewand, das ich genäht hatte,
trug ich wie meine zweite Haut.
Ich beugte meinen Kopf hinab bis in den Staub.
Mein Gesicht war gerötet vom vielen Weinen
und vor den Augen wurde mir ganz schwarz.
So ist es mir ergangen,
obwohl ich nichts Unrechtes getan habe.
Auch mein Gebet ist aufrichtig gewesen.
O Erde! Decke mein Blut nicht zu!
Meine Unschuld schreit doch zum Himmel.
Schon jetzt, das müsst ihr wissen,
habe ich einen Zeugen im Himmel.
Dort oben habe ich einen, der für mich bürgt.
Er ist mein Fürsprecher, mein Freund.
Unter Tränen schau ich hinauf zu Gott.
Er wird den Streit schlichten,
den ein Mann gegen Gott führt.
Er wird auch zwischen den Menschen vermitteln.
Denn es bleibt nicht mehr viel Zeit,
bis ich davongehe und nicht mehr wiederkomme.