Die vollständige Bibel jetzt in 795 Sprachen


Statistik zu Bibelübersetzungen 2025 weltweit erschienen

Stuttgart/Swindon. Bibel-Übersetzungsprojekte in 100 Sprachen für 566 Millionen Menschen konnten im vergangenen Jahr fertiggestellt werden. Darunter sind 66 Sprachen mit 32 Millionen Sprechenden mit einer Erstübersetzung. Das teilte der Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies; UBS) in seiner Statistik für 2025 mit. Damit haben erstmals über 6,62 Milliarden Menschen Zugang zu einer vollständigen Bibel in ihrer Muttersprache. Die Übersetzungsprojekte umfassen einzelne biblische Bücher, Neue Testamente sowie Vollbibeln.
Dirk Gevers, Generalsekretär der UBS, betont die Bedeutung der weltweiten Übersetzungsbemühungen: „Unsere höchste Priorität ist es, dass Menschen sich in einer Sprache, die sie verstehen, mit der Heiligen Schrift auseinandersetzen können.“ Die Bibel zu übersetzen sei ein Prozess, für den Sprache, aber auch Kontext entscheidend seien, der Klarheit, kulturelle Relevanz und Zugänglichkeit erfordere, so Gevers. „Zwar werden jedes Jahr weiterhin erhebliche Fortschritte erzielt, doch sind eine nachhaltige Zusammenarbeit, langfristiges Engagement und eine entsprechende Finanzierung unerlässlich, um die verbleibenden Lücken zu schließen.“
Unter den Sprachen mit einer Erstübersetzung wurden 50 biblische Einzelschriften, etwa einzelne Evangelien oder die Psalmen; drei Neue Testamente und 13 vollständige Bibelausgaben fertiggestellt. Das Projekt mit der größten Sprechergruppe war die Übersetzung in die äthiopische Sprache Ost-Oromo. Die erste vollständige Bibelübersetzung der Sprache erreicht 10,8 Mio. Menschen. Andere Länder mit Erstübersetzungen großer Reichweite waren Israel mit einer Übersetzung in modernes Hebräisch (6,1 Mio.) und Muong in Vietnam (1,5 Mio.). Wie im Vorjahr gibt die Statistik auch Auskunft über Bibelübersetzungsprojekte in Sprachen, die als gefährdet eingestuft werden. Die Spanne reicht dabei von Sprachen mit über 100 000 Sprechenden, wie Duri (Indonesien) bis hin zu Sprachen mit wenigen Tausenden Sprechenden wie Tokelauan (Neuseeland) oder Pinuyumaayn (Taiwan).
Laut den aktuellen Translation Statistics gibt es damit erstmals in 4121 Sprachen mindestens ein Buch der Bibel, in 1815 Sprachen davon schon das Neue Testament. Ausgehend von rund 7393 Sprachen liegt allerdings in 3272 Sprachen bisher keine Übersetzung eines biblischen Buches vor. In 795 Sprachen können heute rund 6,6 Mrd. Menschen die vollständige Bibel in ihrer Muttersprache lesen, während für 1,6 Mrd. Menschen keine Übersetzung oder nur einzelne Teile zur Verfügung stehen.
Der Weltverband der Bibelgesellschaften zählt 160 Mitglieder und ist in mehr als 184 Ländern und Territorien aktiv. Zu den Mitgliedern gehört auch die Deutsche Bibelgesellschaft. Aufgaben sind die Übersetzung, Herstellung und Verbreitung der Heiligen Schrift. In Deutschland wird diese Arbeit vor allem durch die Weltbibelhilfe der Deutschen Bibelgesellschaft unterstützt. Ohne die Unterstützung durch Spenderinnen und Spender ist die weltweite bibelgesellschaftliche Arbeit nicht möglich.
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Über die Deutsche Bibelgesellschaft
Die Deutsche Bibelgesellschaft übersetzt die biblischen Schriften, entwickelt und verbreitet innovative Bibelausgaben und eröffnet für alle Menschen Zugänge zur Botschaft der Bibel. Sie ist eine eigenständige Stiftung. Zusammen mit der Evangelischen Kirche in Deutschland gibt sie die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers heraus. International verantwortet sie die wissenschaftlichen Bibelausgaben in den Ursprachen. Neben Bibelausgaben finden sich im Programm weitere Bücher und Medien rund um das Thema Bibel.
Mit den regionalen Bibelgesellschaften in Deutschland entwickelt sie kreative Bibelprojekte.
Die Weltbibelhilfe der Deutschen Bibelgesellschaft unterstützt gemeinsam mit dem Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies) weltweit die Übersetzung und Verbreitung der Bibel. Generalsekretär Dr. Christoph Rösel ist Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bibelgesellschaft. Vorsitzender der Vollversammlung und des Aufsichtsrates ist der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Dr. Thorsten Latzel.