„Bewusstsein für jüdische Wurzeln des Christentums stärken“


Ökumenischer Bibelsonntag zum „Gebet der Ester“
Am Sonntag, dem 25. Januar 2026, wird in zahlreichen Gemeinden der ökumenische Bibelsonntag gefeiert. Unter dem Titel „Eine Frage des Vertrauens – Das Gebet der Ester“ rückt das Gebet als Pulsschlag des christlichen Lebens in den Mittelpunkt.
Im Zentrum steht ein Abschnitt aus dem Buch Ester, der das Gebet der jungen Königin schildert. Ester betet in Todesangst und Not – und wird so zum Vorbild für Menschen, die mit Sorgen, Ängsten und Hoffnungen Gottes Gegenwart suchen. Das Thema lädt dazu ein, sich neu und vielleicht auch ungewohnt auf das Gebet einzulassen. Rituale aus den reichen Traditionen der Ökumene eröffnen dabei vielfältige Zugänge. Zu finden ist das Gebet im Buch Ester 4,17k-t (Einheitsübersetzung) bzw. in „Stücke zu Ester“ C,12-30 (Lutherbibel).
„Der diesjährige Text zum Bibelsonntag aus dem Buch Ester ist im gewissen Sinne eine ökumenische Herausforderung. In den meisten protestantischen Bibeln gibt es nämlich das apokryphe Gebet der Ester nicht!“, sagt der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland, Reverend Christopher Easthill, und ermutigt dazu, das Motto des Gottesdienstes auch aus ökumenischer Perspektive aufzugreifen: „Wir können von diesem für viele unbekannten Text viel lernen und die Themen Vertrauen, Angst und Hoffnung sind angesichts existenzieller Bedrohung sehr aktuell!“
„Es freut mich sehr, dass wir uns dieses Jahr mit einem Text aus dem Alten Testament beschäftigen, der vermutlich nicht so bekannt ist“, betont Pastor Dr. Jochen Wagner, Referent der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) in Deutschland, der die Vorbereitungen verantwortet. „Dies stärkt das Bewusstsein für unsere jüdischen Wurzeln.“ Der Bibelsonntag wurde wie in jedem Jahr von einem multilateralen Team der ACK vorbereitet.
Das „Gebet der Ester“ entstammt der griechischen Fassung des Ester-Buchs und gehört zu den deuterokanonischen Schriften (in der Lutherbibel als „Apokryphen“ bezeichnet). In den Leseordnung der Kirchen kommt der Abschnitt nicht vor. Das ist einer der Gründe, warum er für den Bibelsonntag ausgesucht wurde.
Seit über 40 Jahren begehen katholische, evangelische und orthodoxe Gemeinden in Deutschland jeweils am letzten Sonntag im Januar den ökumenischen Bibelsonntag. Der Bibelsonntag stellt die Bibel als das alle Christinnen und Christen verbindende Buch ins Zentrum und wird häufig als Abschluss oder Eröffnung der ökumenischen Bibelwoche gefeiert. Er ist ein besonderer Tag des Dankes für die „Schatzkammer der Bibel“, die allen Christinnen und Christen geschenkt ist und die Kirchen aller Konfessionen miteinander verbindet.
Die Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen hat in Zusammenarbeit mit dem Katholischen Bibelwerk e. V. und der Deutschen Bibelgesellschaft Hilfen zur Gestaltung von Gottesdiensten entwickelt. Der ökumenischer Gottesdienstvorschlag enthält neben Fürbitten, Einführungen, Gebeten, Liedvorschlägen und kreativen Gestaltungsideen auch Predigtimpulse zu Ester 4,17k-z (Einheitsübersetzung) bzw. Stücke zu Ester C,12-30 (Lutherbibel und Gute Nachricht Bibel). Weitere Informationen unter: www.bibelsonntag.de
Kontakt
Sven Bigl
Referent Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Bibelgesellschaft
Balinger Straße 31 A
Tel: +49 711 7181-286
Fax: +49 711 7181-553-286
Mobil: +49 157 51 63 88 50
E-Mail: bigl@dbg.de
Mehr Informationen
Über die Deutsche Bibelgesellschaft
Die Deutsche Bibelgesellschaft übersetzt die biblischen Schriften, entwickelt und verbreitet innovative Bibelausgaben und eröffnet für alle Menschen Zugänge zur Botschaft der Bibel. Sie ist eine eigenständige Stiftung. Zusammen mit der Evangelischen Kirche in Deutschland gibt sie die Bibel nach der Übersetzung Martin Luthers heraus. International verantwortet sie die wissenschaftlichen Bibelausgaben in den Ursprachen. Neben Bibelausgaben finden sich im Programm weitere Bücher und Medien rund um das Thema Bibel.
Mit den regionalen Bibelgesellschaften in Deutschland entwickelt sie kreative Bibelprojekte.
Die Weltbibelhilfe der Deutschen Bibelgesellschaft unterstützt gemeinsam mit dem Weltverband der Bibelgesellschaften (United Bible Societies) weltweit die Übersetzung und Verbreitung der Bibel.
Generalsekretär Dr. Christoph Rösel ist Vorstandsvorsitzender der Deutschen Bibelgesellschaft. Vorsitzender der Vollversammlung und des Aufsichtsrates ist der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Dr. Thorsten Latzel.