Lutherbibel 1984 (LU84)
25

Das Danklied der Erlösten nach dem Gottesgericht

251HERR, du bist mein Gott, dich preise ich; ich lobe deinen Namen. Denn du hast Wunder getan; deine Ratschlüsse von alters her sind treu und wahrhaftig. 2Denn du hast die Stadt zum Steinhaufen gemacht, die feste Stadt, dass sie in Trümmern liegt, die Paläste der Fremden, dass sie nicht mehr eine Stadt seien und nie wieder aufgebaut werden. 3Darum ehrt dich ein mächtiges Volk, die Städte gewalttätiger Völker fürchten dich. 4Denn du bist der Geringen Schutz gewesen, der Armen Schutz in der Trübsal,

25,4
Kap
eine Zuflucht vor dem Ungewitter, ein Schatten vor der Hitze, wenn die Tyrannen wüten wie ein Unwetter im Winter, 5wie die Hitze in der Zeit der Dürre. Du demütigst der Fremden Ungestüm, wie du die Hitze brichst durch den Schatten der Wolken; du dämpfst der Tyrannen Siegesgesang.

Das große Freudenmahl

6Und der HERR Zebaoth wird auf diesem Berge allen Völkern

25,6
Mt 22,2-4
ein fettes Mahl machen, ein Mahl von reinem Wein, von Fett, von Mark, von Wein, darin keine Hefe ist. 7Und er wird auf diesem Berge die Hülle wegnehmen, mit der alle Völker verhüllt sind, und die Decke, mit der alle Heiden zugedeckt sind. 8Er wird
25,8
1. Kor 15,55
den Tod verschlingen auf ewig. Und Gott der HERR
25,8
Offb 7,17
wird die Tränen von allen Angesichtern abwischen und wird aufheben die Schmach seines Volks in allen Landen; denn der HERR hat’s gesagt.

9Zu der Zeit wird man sagen: »Siehe,

25,9
Ps 48,15
das ist unser Gott, auf den wir hofften, dass er uns helfe. Das ist der HERR, auf den wir hofften; lasst uns jubeln und fröhlich sein über sein Heil.« 10Denn die Hand des HERRN ruht auf diesem Berge. Moab aber wird zertreten werden, wie Stroh in die Mistlache getreten wird. 11Und wenn es auch seine Hände darin ausbreitet, wie sie ein Schwimmer ausbreitet, um zu schwimmen, so wird doch der Herr seinen Hochmut niederdrücken trotz allen Mühens seiner Arme. 12Und deine hohen, steilen Mauern wird er beugen, erniedrigen und in den Staub zu Boden werfen.

26

Jubellied des Volkes Gottes

261Zu der Zeit wird man dies Lied singen im Lande Juda: Wir haben eine feste Stadt, zum Schutze schafft er Mauern und Wehr. 2Tut auf die Tore, dass hineingehe das gerechte Volk, das den Glauben bewahrt!

26,2
Ps 118,20
3Wer festen Herzens ist, dem bewahrst du Frieden; denn er verlässt sich auf dich. 4Darum verlasst euch auf den HERRN immerdar; denn Gott der HERR ist ein
26,4
5. Mose 32,4
Fels ewiglich. 5Er erniedrigt, die in der Höhe wohnen; die hohe Stadt wirft er nieder, ja, er stößt sie zur Erde, dass sie im Staube liegt. 6Mit Füßen wird sie zertreten, ja, mit den Füßen der Armen, mit den Tritten der Geringen.

Gottes Gericht über die Welt und Israels Auferweckung

7Des Gerechten Weg ist eben, den Steig des Gerechten machst du gerade. 8Wir warten auf dich, HERR, auch auf dem Wege deiner Gerichte; des Herzens Begehren steht nach deinem Namen und deinem Lobpreis. 9

26,9
Ps 63,7
Von Herzen verlangt mich nach dir des Nachts, ja, mit meinem Geist suche ich dich am Morgen. Denn wenn deine Gerichte über die Erde gehen, so lernen die Bewohner des Erdkreises Gerechtigkeit.

10Aber wenn dem Gottlosen Gnade widerfährt, so lernt er doch nicht Gerechtigkeit, sondern tut nur übel im Lande, wo das Recht gilt, und sieht des HERRN Herrlichkeit nicht. 11HERR, deine Hand ist erhoben, doch sie sehen es nicht. Aber sie sollen sehen

26,11
Kap
den Eifer um dein Volk und zuschanden werden. Mit dem Feuer, mit dem du deine Feinde verzehrst, wirst du sie verzehren. 12Aber uns, HERR, wirst du
26,12
Kap
Frieden schaffen; denn auch alles, was wir ausrichten, das hast du für uns getan.

13HERR, unser Gott, es herrschen wohl andere Herren über uns als du, aber wir gedenken doch allein deiner und deines Namens. 14Tote werden nicht lebendig, Schatten stehen nicht auf; darum hast du sie heimgesucht und vertilgt und jedes Gedenken an sie zunichtegemacht. 15Du, HERR, mehrst das Volk, du mehrst das Volk, beweist deine Herrlichkeit und machst weit alle Grenzen des Landes.

16HERR,

26,16
Hos 5,15
wenn Trübsal da ist, so suchen wir dich; wenn du uns züchtigst, sind wir in Angst und Bedrängnis. 17Gleich
26,17
Joh 16,21
Offb 12,2
wie eine Schwangere, wenn sie bald gebären soll, sich ängstigt und schreit in ihren Schmerzen, so geht’s uns auch, HERR, vor deinem Angesicht. 18Wir sind auch schwanger und uns ist bange, und wenn wir gebären, so ist’s Wind. Wir können dem Lande nicht helfen, und Bewohner des Erdkreises können nicht geboren werden.

19Aber deine Toten werden leben,

26,19
Hes 37,1-14
Mt 27,52-53
deine Leichname werden auferstehen. Wachet auf und rühmet, die ihr liegt unter der Erde! Denn ein Tau der Lichter ist dein Tau, und die Erde wird die Toten herausgeben.

20Geh hin, mein Volk,

26,20
Mt 6,6
in deine Kammer und schließ die Tür hinter dir zu! Verbirg dich einen kleinen Augenblick, bis der Zorn vorübergehe. 21Denn siehe, der HERR wird ausgehen von seinem Ort, heimzusuchen die Bosheit der Bewohner der Erde. Dann
26,21
1. Mose 4,10-11
Offb 18,24
wird die Erde offenbar machen das Blut, das auf ihr vergossen ist, und nicht weiter verbergen, die auf ihr getötet sind.

27

Israels Erlösung

271Zu der Zeit wird der HERR heimsuchen mit seinem harten, großen und starken Schwert den

27,1
Ps 74,14
Leviatan, die flüchtige Schlange, und den Leviatan, die gewundene Schlange, und wird den Drachen im Meer töten.

2Zu der Zeit wird es heißen: Lieblicher

27,2
Kap
Weinberg, singet ihm zu! 3Ich, der HERR, behüte ihn und begieße ihn immer wieder. Damit man ihn nicht verderbe, will ich ihn Tag und Nacht behüten. 4Ich zürne nicht. Sollten aber Disteln und Dornen aufschießen, so wollte ich über sie herfallen und sie alle miteinander anstecken, 5es sei denn, sie suchen Zuflucht bei mir und machen Frieden mit mir, ja, Frieden mit mir.

6Es wird einst dazu kommen, dass Jakob wurzeln und Israel blühen und grünen wird, dass sie den Erdkreis mit Früchten erfüllen. 7

27,7-8
Jer 30,11
Wird doch Israel nicht geschlagen, wie seine Feinde geschlagen werden, und nicht getötet, wie seine Feinde getötet werden! 8Sondern, indem du es wegschicktest und wegführtest, hast du es gerichtet, es verscheucht mit rauem Sturm am Tage des Ostwinds. 9Darum wird die Sünde Jakobs dadurch gesühnt werden, und das wird die Frucht davon sein, dass seine Sünden weggenommen werden: er wird alle Altarsteine zerstoßenen Kalksteinen gleichmachen; und keine Bilder der Aschera noch
27,9
3. Mose 26,30
Rauchopfersäulen werden mehr bleiben.

10Denn die feste Stadt ist einsam geworden, die schönen Häuser verödet und verlassen wie die Steppe, dass Kälber dort weiden und ruhen und Zweige abfressen. 11Ihre Zweige werden vor Dürre brechen, dass die Frauen kommen und Feuer damit machen werden; denn

27,11
Jer 4,22
es ist ein unverständiges Volk. Darum erbarmt sich ihrer auch nicht,
27,11
5. Mose 32,18
der sie gemacht hat; und der sie geschaffen hat, ist ihnen nicht gnädig.

12Zu der Zeit wird der HERR Ähren ausklopfen vom Ufer des Stromes bis an den Bach Ägyptens, und ihr Israeliten werdet aufgesammelt werden, einer nach dem andern. 13Zu der Zeit wird man mit einer großen Posaune blasen, und

27,13
Kap
es werden kommen die Verlorenen im Lande Assur und die Verstoßenen im Lande Ägypten und werden den HERRN anbeten auf dem heiligen Berg zu Jerusalem.