Gute Nachricht Bibel (GNB)
65

Belohnung der Treuen, Bestrafung der Treulosen

651Der Herr sagt: »Ich war bereit, diesen Leuten zu helfen, aber niemand hat mich um Hilfe gebeten. Ich war für dieses Volk immer zu finden, aber niemand hat mich gesucht.65,1 Ich war für dieses Volk ...: wörtlich Ich ließ mich finden von denen, die mich nicht suchten. Paulus sieht nach Röm 10,20 in dieser paradoxen Aussage über das Verhalten Israels einen Hinweis auf die Bekehrung der übrigen Völker. Das ist möglich, weil er Ich ließ mich finden nicht als »Ich wäre zu finden gewesen«, sondern als »Ich wurde gefunden« deutet. Dieselbe Auffassung spricht aus dem folgenden Satz, so wie H ihn versteht (siehe die nächste Anmerkung). Obwohl keiner von ihnen meinen Namen rief,65,1 So mit der Deutung des hebräischen Konsonantentextes durch die alten Übersetzungen; H Zu einem Volk, das nicht nach meinem Namen genannt war. sagte ich immerzu: ›Ja, ich höre!‹

65,1-2
Röm 10,20-21
2Die ganze Zeit über streckte ich einladend die Hände aus; aber dieses widerspenstige Volk will nichts von mir wissen.

Sie folgen ihren eigenen Gedanken und gehen beharrlich ihre eigenen verkehrten Wege. 3Fortwährend beleidigen sie mich und reizen mich zum Zorn. In ihren heiligen Hainen opfern sie den Götzen und verbrennen Weihrauch auf Ziegelsteinen,

65,3
1,29
4sie hocken in Gräbern und übernachten in Höhlen,65,4 in Höhlen: vermutlicher Text; H an geheimen Plätzen. Der Rest des Satzes ist in der Übersetzung zur Verdeutlichung hinzugefügt. um die Toten zu befragen und sich von den Geistern Auskunft zu holen. Sie essen das Fleisch von Schweinen und anderen unreinen Tieren.
65,4
Lev 19,31
11,7
5Sie sagen zu jedem, der ihnen begegnet: ›Halt, komm mir nicht zu nah! Ich bin mit heiligen Dingen in Berührung gekommen und bringe dich in Gefahr!‹

Diese Leute haben meinen Zorn herausgefordert; er brennt wie ein Feuer, das nicht erlischt.

65,5a
Ez 44,19
2 Sam 6,6-7
6Ihre Vergehen werden nicht vergessen; sie sind sämtlich bei mir aufgeschrieben. Ich ruhe nicht, bis ich ihnen alles heimgezahlt habe, 7ihre eigenen Verfehlungen und die ihrer Vorfahren dazu. Alle, die auf den Bergen und Hügeln Opfer dargebracht und mich damit beleidigt haben, werde ich bestrafen, wie es ihre Taten verdienen. Ich, der Herr, sage es.«

8Weiter sagt der Herr: »Wenn jemand eine kümmerliche Weintraube findet, sagt man zu ihm: ›Wirf sie nicht weg, es ist noch etwas Gutes daran!‹ So will auch ich mein Volk nicht ganz vernichten; denn es gibt noch Menschen darin, die mir treu geblieben sind.

65,8
Gen 18,26-33
9Es soll auch künftig Nachkommen Jakobs und Judas geben, denen das Land als Erbbesitz zusteht. Die Menschen, die ich erwählt habe und die mir dienen, sollen auf meinen Bergen wohnen.
65,9
48,1
10In der Scharon-Ebene werden sie ihre Schafe weiden und im Achor-Tal ihre Rinder. Das ganze Land gebe ich meinem Volk, den Menschen, die nach mir fragen.

11Ihr anderen aber habt mir den Rücken gekehrt und kommt nicht zu meinem heiligen Berg. Stattdessen deckt ihr den Schicksalsgöttern Gad und Meni einen reichen Opfertisch und füllt ihnen die Krüge mit Wein. 12Dafür wird euch euer Schicksal ereilen: Ich gebe euch den Feinden preis, die euch wie Opfertiere abschlachten werden. Ich habe gerufen, aber ihr habt nicht geantwortet; ich habe euch gewarnt, aber ihr habt nicht darauf gehört. Ihr habt es vorgezogen, mich zu beleidigen und zu tun, was mir missfällt.

65,12
66,4
Jer 7,13

13Darum hört, was ich, der Herr, euch ankündige: Meine Diener, die mir treu geblieben sind, bekommen zu essen und zu trinken, ihr aber müsst Hunger und Durst leiden. Sie werden stolz und glücklich sein, ihr aber werdet in Schande gestürzt. 14Sie werden jubeln vor Freude, aber ihr müsst schreien vor Qual und heulen vor Verzweiflung. 15Ich werde euch töten, und die Menschen, die ich erwählt habe und die mir dienen, werden eure Namen als Fluchwort verwenden. Ihnen aber gebe ich neue ehrenvolle Namen.

65,15
Jer 24,9
Offb 2,17
16aWenn dann die Leute sich gegenseitig grüßen im Land, grüßen sie sich nur noch ›bei dem treuen Gott‹, und wenn sie schwören, schwören sie ›bei Gott, der Treue hält‹.«
65,16a
Jer 4,2

Das erneuerte Jerusalem – die erneuerte Schöpfung

16bDer Herr sagt:

»Alle Not wird vergessen sein,

ich bereite ihr ein Ende.

65,16b-25
60,1-22

17Alles mache ich jetzt neu:

Einen neuen Himmel schaffe ich

und eine neue Erde.

Dann sehnt sich niemand nach dem zurück,

was früher einmal gewesen ist;

kein Mensch wird mehr daran denken.

65,17
43,18-19
46,8
66,22
Offb 21,1

18Freut euch und jubelt ohne Ende

über das, was ich nun schaffe!

Ich mache Jerusalem zur Stadt der Freude

und seine Bewohner erfülle ich mit Glück.

65,18-19
35,10

19Ich selbst will an Jerusalem wieder Freude haben

und über mein Volk glücklich sein.

Niemand wird mehr weinen und klagen.

20Es gibt keine Kinder mehr,

die nur ein paar Tage leben,

und niemand, der erwachsen ist,

wird mitten aus dem Leben gerissen.

Wenn jemand mit hundert Jahren stirbt,

wird man sagen: ›Er war noch so jung!‹

Selbst der Schwächste und Gebrechlichste

wird ein so hohes Alter erreichen.

65,20
Sach 8,4-5

21Sie werden sich Häuser bauen

und auch darin wohnen können.

Sie werden Weinberge pflanzen

und selbst den Ertrag genießen.

65,21-22
62,8-9
Dtn 28,30
Ps 128,2

22Sie sollen nicht bauen und pflanzen

und sich lebenslang mühen,

nur damit andere den Gewinn davon haben.

Alt wie Bäume sollen sie werden,

die Menschen in meinem Volk,

und den Lohn ihrer Arbeit selbst genießen!

23Sie werden sich nicht vergeblich abmühen.

Die Frauen gebären ihre Kinder nicht länger

für eine Zukunft voller Schrecken.

Sie sind mein Volk, ich segne sie;

darum werden sie mit ihren Kindern leben.

24Noch ehe sie zu mir um Hilfe rufen,

habe ich ihnen schon geholfen.

Bevor sie ihre Bitte ausgesprochen haben,

habe ich sie schon erfüllt.

65,24
30,19
58,9

25Wolf und Lamm werden dann gemeinsam weiden,

der Löwe frisst Häcksel wie das Rind,

und die Schlange nährt sich vom Staub der Erde.

Auf dem Zion, meinem heiligen Berg,

wird keiner mehr Böses tun und Unheil stiften.

Ich, der Herr, sage es.«

65,25
11,6-9
Gen 3,14

Lutherbibel 2017 (LU17)
65

Annahme und Verwerfung

651Ich ließ mich suchen von denen, die nicht nach mir fragten,

65,1
Röm 10,20
ich ließ mich finden von denen, die mich nicht suchten. Zu einem Volk, das meinen Namen nicht anrief, sagte ich: Hier bin ich, hier bin ich! 2Ich streckte meine Hände aus den ganzen Tag nach einem ungehorsamen Volk, das nach seinen eigenen Gedanken wandelt auf einem Wege, der nicht gut ist;
65,2
Röm 10,21
3nach einem Volk, das mich beständig ins Angesicht kränkt: Sie opfern in den Gärten und räuchern auf Ziegelsteinen, 4sie sitzen in Gräbern und bleiben über Nacht in Höhlen, essen
65,4
Jes 66,17
3. Mose 11,7
Schweinefleisch und haben Gräuelsuppen in ihren Töpfen 5und sprechen: Bleib weg und rühr mich nicht an, denn ich bin für dich heilig. Die sollen ein Rauch werden in meiner Nase, ein Feuer, das den ganzen Tag brennt. 6Siehe, es steht vor mir geschrieben: Ich will nicht schweigen, sondern heimzahlen; ja, ich will es ihnen heimzahlen, 7beides, ihre Missetaten und ihrer Väter Missetaten miteinander, spricht der Herr, die auf den Bergen geräuchert und mich auf den Hügeln geschändet haben. Ja, ich will ihnen heimzahlen ihr früheres Tun.

8So spricht der Herr: Wie wenn man noch Saft in der Traube findet und spricht: Verdirb es nicht, denn es ist ein Segen darin!, so will ich um meiner Knechte willen tun,

65,8
Jes 6,13
1. Mose 18,26-32
dass ich nicht alles verderbe. 9Ich will aus Jakob Nachkommen wachsen lassen und aus Juda Erben, die meine Berge besitzen; meine Auserwählten sollen sie besitzen, und meine Knechte sollen dort wohnen. 10Und meinem Volk, das nach mir fragt, soll
65,10
Jes 33,9
Scharon eine Weide für die Herde werden und das
65,10
Jos 7,26
Tal Achor ein Lagerplatz für das Vieh.

11Aber ihr, die ihr den Herrn verlasst und meines heiligen Berges vergesst und dem Gad einen Tisch zurichtet und dem Meni65,11 Gad und Meni sind Schicksalsgötter. vom Trankopfer voll einschenkt, – 12wohlan, euch will ich dem Schwert übergeben, dass ihr euch alle zur Schlachtung hinknien müsst; denn

65,12
Jes 66,4
Jer 7,13
ich rief, und ihr habt nicht geantwortet, ich redete, und ihr habt nicht gehört, sondern tatet, was mir nicht gefiel, und erwähltet, wonach ich kein Verlangen hatte.

13Darum spricht Gott der Herr: Siehe,

65,13
Jes 55,1
meine Knechte sollen essen, ihr aber sollt hungern; siehe, meine Knechte sollen trinken, ihr aber sollt dürsten. Siehe, meine Knechte sollen fröhlich sein, ihr aber sollt zuschanden werden; 14siehe, meine Knechte sollen vor Herzenslust jauchzen, ihr aber sollt vor Herzeleid schreien und vor Jammer heulen. 15Und ihr sollt euren Namen meinen Auserwählten zum Fluch überlassen »Dass dich Gott der Herr töte«; aber
65,15
Jes 62,2
meine Knechte wird man mit einem andern Namen nennen. 16Wer sich segnen wird auf Erden, der wird sich im Namen des wahrhaftigen Gottes segnen, und
65,16
Jes 19,18
Jer 4,2
wer schwören wird auf Erden, der wird bei dem wahrhaftigen Gott schwören. Denn die früheren Ängste sind vergessen und vor meinen Augen entschwunden.

Neuer Himmel und neue Erde

17Denn siehe,

65,17
Jes 66,22
2. Petr 3,13
Offb 21,1
ich will einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, dass man der vorigen nicht mehr gedenken und sie nicht mehr zu Herzen nehmen wird. 18
65,18
Jes 35,10
25,8
Offb 21,4
Freuet euch und seid fröhlich immerdar über das, was ich schaffe. Denn siehe, ich erschaffe Jerusalem zur Wonne und sein Volk zur Freude, 19und ich will fröhlich sein über Jerusalem und mich freuen über mein Volk.

Man soll in ihm nicht mehr hören die Stimme des Weinens noch die Stimme des Klagens. 20Es sollen keine Kinder mehr da sein, die nur einige Tage leben, oder Alte, die ihre Jahre nicht erfüllen, sondern

65,20
Sach 8,4
als Knabe gilt, wer hundert Jahre alt stirbt, und wer die hundert Jahre nicht erreicht, gilt als verflucht. 21Sie werden Häuser bauen und bewohnen, sie werden Weinberge pflanzen und
65,21
Jes 62,8
ihre Früchte essen. 22Sie sollen nicht
65,22
5. Mose 28,30
bauen, was ein anderer bewohne, und nicht pflanzen, was ein anderer esse. Denn die Tage meines Volks werden sein
65,22
Hiob 14,7
wie die Tage eines Baumes, und ihrer Hände Werk werden meine Auserwählten genießen. 23Sie sollen nicht umsonst arbeiten und keine Kinder für einen frühen Tod zeugen; denn sie sind das Geschlecht der Gesegneten des Herrn, und ihre Nachkommen sind bei ihnen. 24Und es soll geschehen:
65,24
Jes 30,19
58,9
Ehe sie rufen, will ich antworten; wenn sie noch reden, will ich hören. 25
65,25
Jes 11,6-9
Wolf und Lamm sollen beieinander weiden; der Löwe wird Stroh fressen wie das Rind, aber
65,25
1. Mose 3,14
die Schlange muss Erde fressen. Man wird weder Bosheit noch Schaden tun auf meinem ganzen heiligen Berge, spricht der Herr.