Der Rechtsstreit des Herrn mit seinem Volk. Drohung gegen Jerusalem
Hört doch, was der Herr spricht:
Auf, führe einen Rechtsstreit vor den Bergen,
und die Hügel sollen deine Stimme hören!
Hört, ihr Berge, den Rechtsstreit des Herrn,
und ihr Uralten, ihr Grundfesten der Erde!
Denn der Herr hat einen Rechtsstreit mit seinem Volk,
und mit Israel rechtet er.
Mein Volk, was habe ich dir angetan?
Und womit habe ich dich ermüdet?
Sage gegen mich aus!
Ich habe dich doch heraufgeführt aus dem Land Ägypten
und dich erlöst aus einem Sklavenhaus!
Und vor dir her
habe ich Mose, Aaron und Mirjam gesandt.
Mein Volk, erinnere dich doch, was Balak, der König von Moab, beschlossen
und was Bileam, der Sohn von Beor, ihm geantwortet hat,
was von Schittim bis Gilgal geschah,
damit du die gerechten Taten des Herrn erkennst!
Mit welcher Gabe soll ich vor den Herrn treten,
mich beugen vor dem Gott der Höhe?
Soll ich mit Brandopfern vor ihn treten,
mit einjährigen Kälbern?
Gefallen dem Herrn Tausende von Widdern,
ungezählte Bäche von Öl?
Soll ich meinen Erstgeborenen hingeben für mein Vergehen,
die Frucht meines Leibes als Sündopfer für mein Leben?
Er hat dir kundgetan, Mensch, was gut ist,
und was der Herr von dir fordert:
Nichts anderes, als Recht zu üben und Güte zu lieben
und in Einsicht mit deinem Gott zu gehen.
Horch! Der Herr ruft der Stadt zu -
und es ist klug, deinen Namen zu fürchten -,
hört auf den Stock und den, der ihn einberuft!
Sind im Haus des Ungerechten noch immer
Schätze des Unrechts
und das verwünschte, geschrumpfte Efa?
Bleibe ich rein trotz ungerechter Waage
und trotz des Beutels mit trügerischen Gewichten?
Da ihre Reichen voll Gewalttat sind
und ihre Bewohner Lüge verbreiten
und ihre Zunge trügerisch ist in ihrem Mund,
mache auch ich dich krank, ich schlage dich,
richte dich schrecklich zu, deiner Sünden wegen.
Du wirst essen und nicht satt werden,
und dein Kot bleibt in dir.
Du wirst hinwegschaffen und nichts retten,
denn was du rettest, übergebe ich dem Schwert.
Du wirst säen und nichts ernten,
du wirst Oliven keltern und dich nicht mit Öl salben
und Most keltern und keinen Wein trinken.
Und man hält sich an die Satzungen Omris
und an jede Tat des Hauses Achab,
und nach ihren Ratschlägen seid ihr gegangen,
damit ich dich verwüste
und ihre Bewohner zu einem Anlass des Zischens mache:
Die Schmach meines Volks werdet ihr tragen!