Johannes 1
Jesus Christus – das Mensch gewordene Wort Gottes
Johannes der Täufer über sich selbst
Johannes der Täufer über Jesus Christus
Die ersten Jünger Jesu
Philippus und Natanaël
© Genfer Bibelgesellschaft / Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart / Brunnen Verlag GmbH, Gießen
Sachwissen
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Einführung: Die Briefe
Die Briefe bilden im Neuen Testament die zweite große Gruppe von Schriften. Briefe waren für Paulus und andere Gemeindeleiter ein wichtiges Mittel, um mit den Gemeinden in Kontakt zu bleiben. Mithilfe der Briefe erinnerten sie die Gemeinde an die Gute Nachricht von Jesus. Sie setzten sich inhaltlich mit Fragen und Problemen der Gemeinden auseinander, reagierten auf falsche Lehren und gaben Anweisungen für das Gemeindeleben.
Einführung: Die Evangelien
Am Anfang des Neuen Testaments stehen die vier Evangelien. Das Wort »Evangelium« kommt aus dem Griechischen und bedeutet »Gute Nachricht«. Gemeint ist die Gute Nachricht, dass Jesus Christus, der Sohn Gottes, in die Welt gekommen ist. Durch seinen Tod und seine Auferstehung hat er den Menschen Rettung vom Tod und von den Sünden gebracht (1. Korinther 15,1-5). Die vier Evangelien erzählen von der Geburt von Jesus, seinem Wirken, seinem Tod und seiner Auferstehung. Doch auch in den anderen Büchern des Neuen Testaments geht es um diese Gute Nachricht. Sie ist das Zentrum aller Verkündigung von Jesus Christus. Für Paulus ist sie »eine Kraft Gottes, die jeden rettet, der glaubt« (Römer 1,16).
Einführung: Die Gute Nachricht nach Johannes
Das Evangelium nach Johannes – oder »Die Gute Nachricht nach Johannes« – handelt wie die anderen Evangelien vom Leben, Sterben und der Auferstehung von Jesus. Aber es ist weit mehr als ein einfacher Bericht: Es will zeigen, was die geschilderten Ereignisse bedeuten und wer Jesus für die Menschen ist. Das Evangelium wurde geschrieben, damit die Menschen zum Glauben kommen und im Glauben festbleiben (20,31). Denn wer glaubt, dass Jesus der Sohn Gottes ist, hat durch ihn das wahre Leben.
Wort
»Am Anfang war das Wort«: Das Lied, mit dem das Johannes-Evangelium eröffnet wird, bedient sich bestimmter Vorstellungen damaliger jüdischer Religion und außerjüdischer Philosophie, um Würde und Bedeutung von Jesus angemessen zu verkünden. Es ist zunächst im Licht von Gen 1 zu lesen: Gottes Wort hat die Welt ins Dasein gerufen (»Gott sprach«). Eben diese Macht, der die Welt Dasein, Licht und Leben verdankt, ist als ein Mensch von Fleisch und Blut inmitten der Welt erschienen (Joh 1,1-4.14).
2.5. Das Johannesevangelium (Joh)
Das Joh unterscheidet sich erheblich von den synoptischen Evangelien. Das betrifft zunächst den Rahmen der Wirksamkeit Jesu. Im Joh wandert Jesus mehrfach zwischen Galiläa und Judäa bzw. Jerusalem hin und her. Er wirkt mehr als zwei Jahre, denn der Evangelist erwähnt drei Paschafeste (2,13; 6,4; 11,55). Auch das Todesdatum Jesu differiert im Joh von dem der Synoptiker. Nach diesen wird Jesus am Tag des Paschafestes gekreuzigt. Das Joh dagegen datiert seinen Tod auf den Tag vor dem Paschafest (vgl. 18,28; 19,31).
Johannes 1,1-5.9-14(16-18) | Christfest I | 25.12.2024
Das Evangelium „nach Johannes" ist das tiefgründigste und theologisch wie kulturgeschichtlich wirkungsvollste der kanonischen Evangelien. Es unterscheidet sich in Stoff, narrativer Gestalt, Sprache und Theologie signifikant von den Synoptikern. Die Erklärung dieser Besonderheiten sowie die Frage nach seinen Quellen und seinem historischen und theologischen Wert gehören zu den schwierigsten und umstrittensten Fragen der Forschung.
Wort (bei Johannes)
Wörtlich »Logos«. Der philosophische Fachbegriff ist im Griechischen männlich (nicht sächlich) und kann deshalb mit einer Person identifiziert werden. Im Johannesevangelium bezeichnet er Jesus, der als Wort bereits vor der Schöpfung bei Gott war und durch den Gott die Welt geschaffen hat.
Geist Gottes, Heiliger Geist
Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt.
Heiliger Geist
Das hebräische Wort für Geist bedeutet ursprünglich »Wind, Hauch«. Gemeint ist damit das Lebensprinzip, das der Schöpfung zugrunde liegt (Gen 1,2), das Gott seinen Geschöpfen verliehen hat und über das er jederzeit verfügt (vgl. Ps 104,29-30). Vom Geist Gottes gehen aber auch spezielle Wirkungen auf bestimmte Menschen aus: Der Geist kommt über einen Menschen und treibt ihn zu einer bestimmten Tat (Ri 3,10; 13,25). Er beseelt die ekstatischen Prophetengemeinschaften (1 Sam 10,10-12) und kann einen → Propheten ganz real an einen anderen Ort versetzen (1 Kön 18,12; vgl. Ez 8,3). Wenn der Geist Gottes für dauernd von einem Menschen Besitz ergreift wie von David (1 Sam 16,13) oder einer prophetischen Gestalt (Jes 42,1; 61,1), ist dies das Zeichen einer besonderen Verbundenheit mit Gott und Beauftragung durch ihn (vgl. Joh 1,32-34).
Licht
Bild für das Leben, das Jesus Christus als Licht der Welt schenkt. Durch ihn erhalten die Menschen das ewige Leben in unmittelbarer Gemeinschaft mit Gott.
Täufer
(Johannes) Im Vorfeld des Auftretens von Jesus kündigte Johannes das Kommen der → Königsherrschaft Gottes an und rief zu radikaler → Umkehr auf. Die Taufe, die er spendete (das griechische Wort bedeutet »Eintauchen/Untertauchen«), unterscheidet sich von allen rituellen Waschungen und Tauchbädern jener Zeit, z.B. auch in → Qumran. Während diese »Taufen« von den Menschen an sich selbst und wiederholt vollzogen wurden und auf kultische Reinheit (→ rein) abzielten, handelt hier der Täufer in prophetischer Vollmacht an den Täuflingen, und die Taufe ist ein einmaliger Akt, mit dem die zu Taufenden sich angesichts des bevorstehenden Gottesgerichts als Sünder bekennen, zur Umkehr bereit erklären und durch das Untertauchen im Wasser schon vorweg zeichenhaft dem Gericht unterwerfen, damit ihnen, wenn es dann wirklich kommt, Vergebung ihrer Sünden und Rettung zuteilwerden.
Wahrheit
Wahr ist etwas, wenn es hält, was es verspricht. In diesem Sinne ist »wahr«, was von Gott kommt. Als Mensch ist Jesus Zeuge für diese Wahrheit, als Sohn Gottes, der von Gott kommt, ist er die Wahrheit selbst.
Jesus
Der Name bedeutet so viel wie »der HERR rettet«. Christen glauben an ihn als Sohn Gottes, in dem sich die Verheißungen des Alten Testaments erfüllen. Um 30 n. Chr. wirkte Jesus in der Art eines jüdischen Lehrers in Galiläa und Judäa.
Lamm Gottes
Bild, das Christus mit einem Opfertier vergleicht. Es nimmt die Sünde weg, die trennend zwischen Gott und Mensch steht.
Mose
Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote.
Nazaret
Dorf 140 km nördlich von Jerusalem. Hier wuchs Jesus auf.
Fleisch
»Fleisch« ist im Hebräischen ein grundlegender Begriff zur Bezeichnung der Seinsart des Menschen. Er wird in dieser Übersetzung je nach Zusammenhang unterschiedlich wiedergegeben. Zunächst bezeichnet »Fleisch« den ganzen Menschen als leiblich-seelische Einheit. So sind Mann und Frau in ihrer Verbindung »ein Fleisch« (und nicht nur ein Leib; Gen 2,24); »alles Fleisch« bedeutet: alle Menschen.
Johannes der Täufer
Bereitet die Menschen auf das Kommen von Jesus vor.
Pharisäer
Angehöriger einer jüdischen Glaubensgruppe, die die biblischen Vorschriften und Gesetze sehr streng auslegte.
eingeboren(er Sohn)
Herkömmliche Übersetzung des griechischen Wortes monogenēs (in dieser Übersetzung »einzig«). Es bedeutet »der Art bzw. Abstammung nach einzig und einzigartig«. Häufig dient das Wort in der griechischen Übersetzung des Alten Testaments als Wiedergabe des hebräischen jachid und gewinnt dadurch die zusätzliche Bedeutung »einziggeliebt«. Im Johannes-Evangelium wird das Wort verwendet, um das einzigartige Verhältnis auszudrücken, in dem Jesus Christus zu Gott, dem Vater, steht (»eingeborener Sohn«; Joh 3,16.18; vgl. 1 Joh 4,9), auch dort, wo dieses Verhältnis nicht ausdrücklich angesprochen ist (Joh 1,14.18).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Sohn Gottes
Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet.
Petrus
Beiname des → Apostels Simon (Mt 4,18). Die latinisierte Form des griechischen Petros ist die Übersetzung des aramäischen kefa(s); beides bedeutet »Stein« (vielleicht ursprünglich gemeint im Sinn von »Edelstein«). Maßgeblich wurde die Deutung, die dieser Beiname in Mt 16,18, in dem dort vorliegenden Wortspiel, gefunden hat: »Du bist Petros (griechisch = Stein), und auf diese petra (griechisch = Fels) werde ich meine Gemeinde bauen.« Der Beiname in dieser Deutung hebt nicht eine besondere Charakterstärke seines Trägers hervor, die Petrus im Gegenteil öfter vermissen lässt (vgl. insbesondere Mk 14,66-72par), vielmehr bezeichnet er die Funktion, die dem Namensträger von Jesus zugedacht ist (Mt 16,18).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Petrus
Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus.
Sohn Gottes
(→ Söhne) Im Alten Testament konnte ganz Israel, im Frühjudentum auch der einzelne exemplarisch → Gerechte in Israel »Sohn Gottes« genannt werden (Ex 4,22-23; Hos 11,1; Weish 2,17-20). Das Neue Testament sieht in beidem einen prophetischen Hinweis auf Jesus Christus, in dem dieser Titel seine wahre Erfüllung finden sollte (vgl. Mt 2,15; 27,43).
Jünger
Wörtlich »Schüler«. Frauen und Männer, die ihrem Lehrer folgten und von ihm lernten.
Gesetz
Das Judentum bezeichnete die fünf Mosebücher als »Gesetz« (Tora = Weisung) und umschrieb das Alte Testament mit »das Gesetz und die Propheten« (vgl. Mt 5,17; 7,12; 22,40; Röm 3,21). Der Begriff »Gesetz« konnte aber auch auf das ganze Alte Testament ausgedehnt werden. Seit der Zeit Esras (vgl. Neh 8–10) bestimmte das Mosegesetz das gesamte Leben des jüdischen Volkes und grenzte es streng gegen die übrigen Völker ab. Von besonderer Bedeutung wurden dafür die Gesetze über die → Beschneidung und den → Sabbat sowie die Reinheitsvorschriften (→ rein). Die Frage nach der bleibenden Geltung des Mosegesetzes führte in der Urchristenheit zu ernsten Auseinandersetzungen (Apg 15; Gal 2).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Heilige Schrift
Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die sich im Alten Testament finden.
Amen
Das hebräische Wort bedeutet »So ist es! / So soll es sein!«
Elija
Prophet im Nordreich Israel. Sein Name bedeutet »Mein Gott ist der HERR«.
Galiläa
Das Gebiet zwischen dem See → Gennesaret und der Küstenebene, ursprünglich Siedlungsgebiet der Stämme Ascher, Sebulon und Naftali. Es wurde 733 v.Chr. Provinz des → Assyrerreichs und stand von da an unter der Oberherrschaft der verschiedenen Nachfolgereiche. Seit 104 v.Chr. wieder unter jüdischer Herrschaft; Einwanderer aus → Judäa stärkten das jüdische Element, neben dem es jedoch geschlossene heidnische Bevölkerungsgruppen gab. Zur Zeit von Jesus ist Galiläa Basis militanter nationalistischer jüdischer Gruppen (Apg 5,37; → Zeloten).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Gesetz
Die Lebensvorschriften des Alten Testaments, besonders die fünf Bücher Mose.
Gnade
Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt.
Gnosis
Bezeichnung für eine spätantike Geistesströmung, die sich seit dem Ende des 1. Jh. auch auf christliche Gemeinden auszuwirken beginnt und im 2. Jh. der am bittersten bekämpfte Feind der Alten Kirche wurde (vgl. 1 Tim 6,20-21). Sie ist bestimmt von einer tief pessimistischen Einstellung gegenüber der Materie und der Leiblichkeit. Diese gelten als die minderwertige Schöpfung eines niederen, bösen Geistes (zum Teil mit dem Gott des Alten Testaments gleichgesetzt). Das Innerste und Eigentliche des Menschen gehört nicht dieser schlechten Welt an, ist vielmehr ein Lichtfunke, der aufgrund eines urzeitlichen Sündenfalls – oder eigentlich eines kosmischen Unglücksfalls – in die Materie verbannt wurde. Der Mensch kennt von sich aus nicht den Grund seines Elends, er empfindet es oft nicht einmal und hat kein Bewusstsein seiner wahren Herkunft und Seinsart. Ein Bote aus dem Lichtreich muss kommen, ihn aus dem Schlaf der Selbstvergessenheit aufwecken und ihm die Erkenntnis darüber bringen, wer er dem Wesen nach ist, woher er gekommen ist und wohin er eigentlich gehört.
Gnosis
Bezeichnung für eine spätantike Geistesströmung, die sich seit dem Ende des 1. Jh. auch auf christliche Gemeinden auszuwirken beginnt und im 2. Jh. der am bittersten bekämpfte Feind der Alten Kirche wurde (vgl. 1 Tim 6,20-21). Sie ist bestimmt von einer tief pessimistischen Einstellung gegenüber der Materie und der Leiblichkeit. Diese gelten als die minderwertige Schöpfung eines niederen, bösen Geistes (zum Teil mit dem Gott des Alten Testaments gleichgesetzt). Das Innerste und Eigentliche des Menschen gehört nicht dieser schlechten Welt an, ist vielmehr ein Lichtfunke, der aufgrund eines urzeitlichen Sündenfalls – oder eigentlich eines kosmischen Unglücksfalls – in die Materie verbannt wurde. Der Mensch kennt von sich aus nicht den Grund seines Elends, er empfindet es oft nicht einmal und hat kein Bewusstsein seiner wahren Herkunft und Seinsart. Ein Bote aus dem Lichtreich muss kommen, ihn aus dem Schlaf der Selbstvergessenheit aufwecken und ihm die Erkenntnis darüber bringen, wer er dem Wesen nach ist, woher er gekommen ist und wohin er eigentlich gehört.
Juden
Menschen, die zu Gottes Volk gehören. Im Gegensatz zu anderen Völkern werden alle jüdischen Männer beschnitten.
Pharisäer
Das Wort bedeutet »Abgesonderte«. Seit den Makkabäerkriegen die stärkste religiöse Partei, die das Erbe Israels in Ehren hielt und mit leidenschaftlichem Eifer für die pünktliche Beobachtung des → Gesetzes bis in die Kleinigkeiten des alltäglichen Lebens hinein kämpfte. Ihr Ziel war es, durch Gesetzestreue die Vorbedingung für die Erfüllung der messianischen Verheißungen zu schaffen. (Überlieferter Ausspruch eines jüdischen Rabbis: »Wenn die Israeliten nur zwei Sabbate vorschriftsmäßig halten würden, so würden sie sofort erlöst werden.«)
Lehrer
(1) Der Titel, der Esra beigelegt wird, lautet wörtlich »Schreiber«, ergänzt durch den Zusatz »kundig im Gesetz Moses« (Esra 7,6; vgl. 7,11-12). Der Zusatz stellt klar, dass Esra dieses → Gesetz nicht geschrieben, sondern studiert hat, um auf seiner Grundlage das Leben der Juden in der persischen Provinz Juda zu ordnen (Esra 7,25-26; 9–10; Neh 8). Esra wurde auf diese Weise zum Urbild der späteren → Gesetzeslehrer.
Menschensohn
Bei dem »Menschensohn«, dessen Kommen von frommen jüdischen Kreisen zur Zeit des Neuen Testaments erwartet wurde, handelt es sich nach dem Daniel-Buch – anders als das Wort vermuten lässt – um eine übermenschlich-himmlische Gestalt, der nach dem letzten Gericht von Gott die Weltherrschaft übertragen werden soll (Dan 7,13-14). Nach einer außerbiblischen Schrift – und ebenso dem Zeugnis des Neuen Testaments – wird der Menschensohn selbst in Gottes Auftrag das letzte Gericht abhalten.
Menschensohn
Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde.
Hebräisch
(→ Hebräer) Als Name für die Sprache kann »Hebräisch« sowohl das Althebräische als auch die spätere Umgangssprache → Aramäisch bezeichnen. In der Offenbarung (Offb 9,11; 16,16) ist jeweils Hebräisch, im Johannes-Evangelium (Joh 5,2; 19,13.17.20; 20,16) jeweils Aramäisch gemeint.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Christus
Das Wort bedeutet »der Gesalbte« (von griechisch christos, hebräisch maschiach) und bezeichnet ursprünglich den durch → Salbung im Auftrag Gottes eingesetzten König Israels (1 Sam 12,3; 16,6; 24,7 usw). Als der vorbildliche König in jeder Hinsicht galt → David. Ihm sind durch Prophetenmund große Zusagen gemacht worden: Seine Dynastie soll für immer Bestand haben; seine Nachkommen, die Könige von Juda, sollen den Status von »Söhnen Gottes« haben (2 Sam 7,11b-16). In der Herrschaft dieser »Gesalbten« realisiert sich Gottes heilbringende Herrschaft über Israel. Und weil der Gott Israels der Herr der ganzen Welt ist, dürfen sich die Könige aus dem Haus Davids zugleich berufen wissen, die Herrschaft Gottes weltweit durchzusetzen (vgl. die zum Teil mit der Thronbesteigung des Königs verbundenen Psalmen 2; 45; 72; 110; 132).
Taufe
(1) Ursprung, Bedeutung, Vollzug: Von allem Anfang an wurden Menschen – und zwar ausschließlich – durch die Taufe in die christliche Gemeinde aufgenommen. In der christlichen Taufe lebt die Taufe fort, die der → Täufer Johannes geübt hat, und demgemäß ist auch mit ihr die Forderung radikaler → Umkehr verbunden. Doch im Übrigen hat sich die Bedeutung der Taufe tief greifend gewandelt aufgrund des Sterbens und Auferstehens von Jesus und nicht zuletzt, weil er selbst sich hat taufen lassen und diese seine Taufe »gelebt« hat (→ Taufe [2]). Die christliche Taufe stellt deshalb die Vergebung der Sünden nicht nur für den Tag des Gerichts in Aussicht, vielmehr spricht sie dem Täufling hier und jetzt diese Vergebung wirksam zu – um des Todes willen, den Jesus auf sich genommen hat. Auch die Rettung im Gericht und die Teilhabe am Leben in Gottes neuer Welt (→ Königsherrschaft Gottes) verspricht sie nicht nur für die Zukunft, sondern gibt schon jetzt ersten, entscheidenden Anteil daran durch das Geschenk des → Heiligen Geistes. Sie stellt in die Lebensgemeinschaft mit dem auferstandenen Jesus und stiftet Gemeinschaft mit allen, die gleichfalls durch die Taufe zu Christus gehören (1 Kor 12,13). In der Taufe schafft Gott durch Jesus Christus in der Kraft des Heiligen Geistes die neutestamentliche Gemeinde, den Anfang der neuen Welt und Menschheit (→ Erstling).
Zeloten
Diese jüdische Partei der »Eiferer« verweigerte aus religiösen Gründen die Unterwerfung unter das heidnische Römerreich und lehnte es ab, den Römern Steuern zu bezahlen (vgl. Mk 12,13-17par). Sie erwarteten ein nationales Reich unter einem neuen → David. Den Anbruch dieses messianischen Reiches versuchten sie durch gewalttätige Aktionen herbeizuzwingen. Sie standen hinter den Aufständen gegen Rom, die 70 n.Chr. zur Zerstörung Jerusalems durch die Römer führten.
Jordan
Wichtigster Fluss in der Region, der vom Hermongebirge durch den See Gennesaret ins Tote Meer fließt.
Glaube (Vertrauen)
»Glaube(n)« ist ein vieldeutig schillerndes Wort. Im Sprachgebrauch der Bibel bezeichnet es nicht ein Wissen mit geringerem Sicherheitsgrad, sondern das unerschütterliche Vertrauen auf Gott und seine Heilszusagen. Von solchem Vertrauen kündet schon das Alte Testament (Gen 15,6; Ex 14,31; Ps 27,13-14; 116,10; Jes 7,9; 28,16), im Neuen wird es zum beherrschenden Thema. Es wird dort in verschiedener Weise entfaltet:
Glaube, glauben
Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt.
Galiläa
Gebiet zwischen dem See Gennesaret und der nördlichen Küstenebene.
Herrlichkeit
Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor.
Herrlichkeit
Das zugrunde liegende hebräische Wort bezeichnet im Alten Testament das, was einer Person oder Sache Gewicht und Ansehen verleiht und damit auch Macht und Autorität. Wo von der »Herrlichkeit des → Herrn« die Rede ist, geht es zusätzlich um die sichtbare Erscheinung der göttlichen Majestät (Ex 16,10; Lev 9,6.23; Ez 1,27-28a), die als strahlender Lichtglanz zu denken ist. Nach Ex 33,18-23 und anderen Stellen ist der Anblick dieser Lichterscheinung für sterbliche Menschen tödlich. Aber in prophetischen Visionen wird sie von Jesaja (6) und Ezechiël (1–3) geschaut und beschrieben.
taufen
Wörtlich »(in Wasser) eintauchen«. Die Handlung steht zeichenhaft für das Abwaschen von Schuld und Sünde.
Gericht, verurteilen
Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht.
Priester
Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes.
Prophet
Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.
Jünger
Ähnlich wie die → Gesetzeslehrer (vgl. Mt 22,16; Mk 2,18) und der → Täufer Johannes (Mt 11,2; Mk 2,18; Lk 11,1; Joh 1,35) hatte auch Jesus »Schüler« (so wörtlich), die ihm auf seinen Wanderungen folgten und sich seiner Autorität unterstellten. Jünger von Jesus sind im Neuen Testament nicht nur die zwölf → Apostel, sondern darüber hinaus noch ein weiterer Kreis von Männern (Mk 2,15). Auch viele Frauen befanden sich im Gefolge von Jesus; der geprägte und für die Jüngerschaft typische Ausdruck »Nachfolge/nachfolgen« wird auf sie ebenso angewandt wie auf die Männer (Mk 15,41par). Wo Lukas von der »großen Menge der Jünger« spricht (Lk 6,17; 19,37), sind sie zweifellos mitgemeint (siehe Anmerkung zu Lk 6,17), und in der Apostelgeschichte von Lukas wird »die Jünger« vollends zur Bezeichnung für die Gemeinde als ganze, Männer und Frauen, weshalb diese Übersetzung die Frauen einschließende Mehrzahlform hier auch mit »Jünger und Jüngerinnen« wiedergibt (vgl. Apg 6,1 und Anmerkung dort; siehe ferner Mt 28,19 und Anmerkung).
Rabbi
Aramäisch »mein Herr/mein Meister«; wörtlich »mein Großer«. Ehrende Anrede für die → Gesetzeslehrer, die auch Jesus gegenüber gebraucht wird (→ Lehrer [2]).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Jakob, Israel
Sohn von Isaak und Rebekka. Er ist der Vater von zwölf Söhnen, die für die Stämme Israels stehen.
Amen
Das hebräische Wort amen hat den Sinn von »So ist es/So sei es!«, wenn es von der Gemeinde zur Bestätigung von Segen oder Fluch ausgerufen wird (Dtn 27,15-26) oder die Gemeinde sich mit diesem Wort hinter das Gebet eines Einzelnen stellt (1 Kor 14,16). Der besonders nachdrückliche verdoppelte Ausruf Amen, (und) Amen! wird in dieser Übersetzung durch die Formel »Amen, so soll es sein!« wiedergegeben (z.B. Num 5,21-22; Ps 41,14; 72,19; 89,53).
Leviten
Erfüllen bestimmte Aufgaben beim Gottesdienst im Heiligtum. Mit den Priestern gelten sie als Nachkommen des Stammvaters Levi.
Leviten
Sie gelten ebenso wie die → Priester als Nachkommen des Stammvaters Levi (Gen 29,34; Ex 6,16-25). Im System der zwölf Stämme erhalten sie keinen Landanteil, sondern werden für den Dienst am Heiligtum ausgesondert (Num 18,20-24). Ursprünglich hatten sie offenbar auch den Priesterdienst an den → Opferstätten im Land ausgeübt (vgl. Ri 17,7-13; Ez 44,9-14). Mit der Zentralisierung des Opferdienstes nach dem unter König Joschija aufgefundenen → Gesetzbuch (1 Kön 22; vgl. 2 Kön 23,8b-9 mit Dtn 12,4-7) wurden die Leviten zu Helfern der Jerusalemer Priesterschaft ohne priesterliche Rechte. Nach 1 Chr 25–26 sind ihnen spezielle Dienste im → Tempel anvertraut: als Sänger, Torhüter, Schatzmeister; dazu tritt die Aufgabe der religiösen Unterweisung (Neh 8,7-8).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Weiser, Weisheit
Als weise gilt im alten Israel, wer geübt und fähig ist, etwas richtig, meisterhaft zu tun. So zeigt sich Weisheit schon in der Beherrschung irgendeiner geistigen und handwerklichen Fähigkeit (Ex 31,1-11; Jer 9,16 wörtlich). Vor allem aber zeigt sie sich in der Fähigkeit, den Zusammenhang von Ursachen und Wirkungen im eigenen Leben und im Zusammenleben der Menschen zu erkennen und das eigene Leben und das der Gemeinschaft diesen Erkenntnissen entsprechend zu gestalten. Letztlich geht es der Weisheit darum, zu erkennen, wie Welt und Leben eigentlich geordnet sind und wie der Mensch sich diesen Ordnungen am besten einzufügen hat – zum eigenen Wohl und zum Wohl aller.
Christus
Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus.
David
Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete.
Opferlamm
In dem Bild von Jesus als (wörtlich) »Lamm Gottes« mischt sich das Bild von dem geduldig (und stellvertretend) leidenden Lamm aus Jes 53,4-7 mit dem Bild von Jesus als dem neutestamentlichen → Passalamm (1 Kor 5,7; 1 Petr 1,19).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)