1. Mose 15
Gott verheißt Abram einen Sohn und gewährt ihm den Bund
Sachwissen
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2.1. Das 1. Buch Mose/Genesis (Gen)
Diese erste Übersicht über das Buch Genesis orientiert sich an inhaltlichen Gesichtspunkten. Sie trennt die Urgeschichte als den Bereich ab, der sich mit der ganzen Menschheit vom Ursprung bis hin zu Abraham beschäftigt, darauf folgen Erzählungen über die Väter Israels und der große Bogen der Josefsnovelle. Über diese inhaltliche Strukturierung hinaus gibt es ein dem Text der Genesis eigenes Gliederungsmerkmal, die sogenannten Toledot-Formeln (תּוֹלְדוֹת, Geschlechterfolge, von hb. ילד jālad, gebären):
Opfer
Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt.
offenbaren, Offenbarung
Das hebräische Wort, das früher oft mit »schauen/Vision« übersetzt wurde, ist ein spezifischer Ausdruck für den prophetischen Offenbarungsempfang, und zwar gerade auch für die Wortoffenbarung. Er kennzeichnet diesen Vorgang als Erfahrung in einem besonderen Bewusstseinszustand, der dem tiefen Schlaf verwandt – deshalb gelegentlich mit Nacht und Traum verbunden – und doch zugleich hellwach ist. Visionen sind bei den biblischen → Propheten die Ausnahme (Jes 6,1-7; Jer 1,9-13; Ez 1; Am 7,1-9; 8,1-3; Sach 1,7–6,8).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Amoriter
»Amoriterland« (Amurru) ist die frühbabylonische Bezeichnung für Palästina und Syrien. In der Bibel Bezeichnung für die vorisraelitische Bevölkerung Gesamtpalästinas, aber auch für einen Einzelstamm in Mittelpalästina (neben anderen kleinen Volksgruppen wie u.a. den Girgaschitern, Hiwitern, Perisitern und den in Jerusalem ansässigen Jebusitern; vgl. Dtn 7,1).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Het, Hetiter
Von ihrem Stammland im Inneren Kleinasiens aus gründete das indogermanische Volk der Hetiter im 2. Jahrtausend v.Chr. ein bedeutendes Reich, das sich zeitweilig bis nach Damaskus und →Babylon erstreckte. Als es um 1200 v.Chr. zerbrach, bildeten sich aus seinen Resten in Nordsyrien neue Königreiche. Deren Bewohner und mit ihnen auch die Bewohner Palästinas wurden in der assyrischen Geschichtsschreibung »Hetiter« genannt. Daher erklärt sich wohl das Vorkommen der Bezeichnung für einen Teil der vorisraelitischen Bevölkerung des Landes → Kanaan. In diesem Sinn erscheint in der Völkertafel in Gen 10,15 Het, der Stammvater der Hetiter, als Sohn → Kanaans.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Kanaaniter
Bewohner des Gebietes zwischen Jordantal und Mittelmeer, bevor es durch das Volk Israel in Besitz genommen wurde.
Damaskus
Bedeutende Handelsstadt am Rand der syrischen Wüste.
Schild
Abwehrwaffe in der Schlacht und Bild für Gottes Schutz.
Vision
Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat.
Sklaven
Sie gehörten zum Eigentum anderer Menschen, bekamen keinen Lohn für ihre Arbeit und konnten nicht frei über ihr Leben entscheiden.
Glaube (Vertrauen)
»Glaube(n)« ist ein vieldeutig schillerndes Wort. Im Sprachgebrauch der Bibel bezeichnet es nicht ein Wissen mit geringerem Sicherheitsgrad, sondern das unerschütterliche Vertrauen auf Gott und seine Heilszusagen. Von solchem Vertrauen kündet schon das Alte Testament (Gen 15,6; Ex 14,31; Ps 27,13-14; 116,10; Jes 7,9; 28,16), im Neuen wird es zum beherrschenden Thema. Es wird dort in verschiedener Weise entfaltet:
Glaube, glauben
Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt.
Widder
Ausgewachsenes männliches Schaf mit gebogenen Hörnern.
Schmelzofen
Rundofen aus Ton zur Metallgewinnung aus Erzen (→ Schlacken).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Eufrat
Neben dem Tigris einer der beiden Hauptflüsse in Assyrien und Babylonien, im heutigen Irak.
Abraham
Stammvater Israels (zum Namen vgl. Gen 17,4-5). Wer zum erwählten Volk Israel gehört, ist »Sohn« oder »Tochter« Abrahams (Lk 13,16; 19,9; Mt 3,9par). Erwartet wurde, dass die Nachkommen Abrahams bzw. die unter ihnen, die im letzten Gericht als → gerecht anerkannt werden, mit ihm am Festmahl in Gottes neuer Welt teilnehmen dürfen (Mt 8,11par; Lk 16,22). Im Neuen Testament ist Abraham Vorbild des Glaubens (Röm 4; Hebr 11,8-19; vgl. Gen 15,6) und Vater des neuen Gottesvolkes, der Glaubenden aus allen Völkern (Röm 4,11-12).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Sklave, Sklavin
Sklaverei gab es in der ganzen Alten Welt in mannigfachen Formen und unter den verschiedensten Bedingungen. In Israel wurde unterschieden zwischen volksfremden Sklaven und solchen aus dem eigenen Volk. Ein Israelit konnte zum Sklaven eines anderen werden, wenn er stark verschuldet war oder sich ihm in einer Notlage freiwillig verkaufte; auch Eltern verkauften ihre Kinder in solchen Fällen. Ein israelitischer Sklave durfte jedoch nicht für entwürdigende Dienste gebraucht werden; er musste wie ein → Lohnarbeiter behandelt und im → Sabbatjahr freigelassen werden. Für als Sklaven verkaufte Mädchen erlässt das Gesetz besondere Schutzbestimmungen (Ex 21,7-11).
Grenze, ägyptische
Als Grenze Ägyptens galt ursprünglich vermutlich das Wadi (= Tal mit nur zeitweiser Wasserführung) Besor, das südlich von Gaza ins Mittelmeer mündet (vgl. 1 Sam 30,9-10), in nachexilischer Zeit das etwa 75 km weiter südlich gelegene Wadi el-Arisch.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Bund
Das Wort bezeichnet ursprünglich ein Rechtsverhältnis auf Vertragsbasis unter Gleichberechtigten oder einen Vasallenvertrag zwischen einem stärkeren und einem schwächeren Partner. Der Bund zwischen Gott und seinem Volk ist nicht ein Vertrag zwischen gleichgestellten Partnern. Immer geht die Initiative von Gott aus, der mit einem Einzelnen oder dem ganzen Volk Israel in ein besonderes Verhältnis tritt. Dieses Verhältnis umfasst von Gott her die Zusicherung von Heil und Segen (z.B. Land- und Nachkommenschaftszusage), vom Menschen her die Verpflichtung zur Treue gegenüber Gott und seinen Geboten.
Gerechtigkeit
(→ gerecht) Im Gegensatz zum deutschen Begriff »Gerechtigkeit«, der auf die Erfüllung einer formalen Rechtsnorm zielt, geht es beim biblischen Verständnis von »Gerechtigkeit« immer um die Beziehung zwischen Personen, die in dem »rechten«, beiden Seiten gerecht werdenden Verhältnis zueinander stehen sollen. Gerecht ist, wer sich der idealen Form einer solchen Beziehung – sei es zwischen Menschen oder zwischen Gott und Mensch – »entsprechend« verhält.