Deutsche Bibelgesellschaft

Sachwissen

Nach Kategorie filtern

7.06. Das Buch Jesus Sirach/Ecclesiasticus (Sir)

Unter dem Namen eines Jesus, Sohn des Sirach, überliefern die Septuaginta und Folgeübersetzungen eine ausführliche Weisheitsschrift. Zwar waren bis in das Mittelalter hinein auch hebräische Texte dieses Buches bekannt, doch erst im 19. Jh. und dann in der Mitte des 20. Jh. wurden in Kairo, Qumran und Massada Teile (ca. 70%) der ursprünglicheren Textfassungen gefunden. Nach der erhaltenen hebräischen Unterschrift lautet der Verfassername „Simon, Sohn des Jesus, Sohn des Eleasar des Sohnes des Sira“. Die spätere lateinische Überschrift „Ecclesiasticus“ orientiert sich wohl an der des Buches Kohelet (Ecclesiastes) und weist darauf hin, dass die Schrift in der Kirche verwendet wurde.

Gesetz

Das Judentum bezeichnete die fünf Mosebücher als »Gesetz« (Tora = Weisung) und umschrieb das Alte Testament mit »das Gesetz und die Propheten« (vgl. Mt 5,17; 7,12; 22,40; Röm 3,21). Der Begriff »Gesetz« konnte aber auch auf das ganze Alte Testament ausgedehnt werden. Seit der Zeit Esras (vgl. Neh 8–10) bestimmte das Mosegesetz das gesamte Leben des jüdischen Volkes und grenzte es streng gegen die übrigen Völker ab. Von besonderer Bedeutung wurden dafür die Gesetze über die → Beschneidung und den → Sabbat sowie die Reinheitsvorschriften (→ rein). Die Frage nach der bleibenden Geltung des Mosegesetzes führte in der Urchristenheit zu ernsten Auseinandersetzungen (Apg 15; Gal 2).

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

verunreinigen

Weiser, Weisheit

Als weise gilt im alten Israel, wer geübt und fähig ist, etwas richtig, meisterhaft zu tun. So zeigt sich Weisheit schon in der Beherrschung irgendeiner geistigen und handwerklichen Fähigkeit (Ex 31,1-11; Jer 9,16 wörtlich). Vor allem aber zeigt sie sich in der Fähigkeit, den Zusammenhang von Ursachen und Wirkungen im eigenen Leben und im Zusammenleben der Menschen zu erkennen und das eigene Leben und das der Gemeinschaft diesen Erkenntnissen entsprechend zu gestalten. Letztlich geht es der Weisheit darum, zu erkennen, wie Welt und Leben eigentlich geordnet sind und wie der Mensch sich diesen Ordnungen am besten einzufügen hat – zum eigenen Wohl und zum Wohl aller.