1. Mose 3
Der Sündenfall
Sachwissen
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HERR
»Herr« in der Schriftart Herr ist in dieser Übersetzung (im Anschluss an eine alte Tradition) Wiedergabe des hebräischen Gottesnamens, der mit großer Wahrscheinlichkeit Jahwe gelautet hat. Gesichert sind lediglich die Konsonanten JHWH (das auslautende H ist stumm). Da die jüdischen Gelehrten, die den hebräischen Text mit Vokalen versahen, den Gottesnamen aus Scheu nicht mehr aussprachen, haben sie statt der ursprünglichen Vokale die Vokale des hebräischen Wortes für »Herr« eingesetzt, das beim Vorlesen an dieser Stelle gesprochen werden sollte (adonaj; das anlautende a in der Schreibung verkürzt zu e). Durch ein Missverständnis ist später daraus das Kunstwort JeHoVaH geworden. Die ursprüngliche Form des Gottesnamens lässt sich erschließen aus der Kurzform Jah, die z.B. in Hallelu-Jah (Preist Jahwe) enthalten ist, sowie aus alten griechischen Texten.
2.1. Das 1. Buch Mose/Genesis (Gen)
Diese erste Übersicht über das Buch Genesis orientiert sich an inhaltlichen Gesichtspunkten. Sie trennt die Urgeschichte als den Bereich ab, der sich mit der ganzen Menschheit vom Ursprung bis hin zu Abraham beschäftigt, darauf folgen Erzählungen über die Väter Israels und der große Bogen der Josefsnovelle. Über diese inhaltliche Strukturierung hinaus gibt es ein dem Text der Genesis eigenes Gliederungsmerkmal, die sogenannten Toledot-Formeln (תּוֹלְדוֹת, Geschlechterfolge, von hb. ילד jālad, gebären):
Adam
Nach Gen 2–3 der erste von Gott geschaffene Mensch (ursprünglich kein Eigenname, sondern einfach das hebräische Wort für »Mensch«; vgl. die Anmerkungen zu Gen 2,7 und 3,17). Er übertrat Gottes Verbot, aß von der Frucht, die ihm ein Gott vorbehaltenes Wissen vermitteln würde, und wurde zur Strafe aus dem → Paradies vertrieben. Nach Paulus hat Adam mit seinem Ungehorsam das Schicksal der ganzen Menschheit geprägt. Seither ist das menschliche Leben durch Sünde und Tod bestimmt, ein Verhängnis, in das jeder Mensch hineingeboren wird; doch trägt er zugleich die volle Verantwortung, denn jeder Mensch will sein eigener Herr sein, sich selbst behaupten – auch und gerade Gott gegenüber. Christus hat dieser Verstrickung von Verhängnis und Schuld ein Ende gesetzt. Er ist der »zweite Adam«, der eine neue Menschheit eingeleitet hat. Er holt die Menschen aus ihrer Gottferne in die Gemeinschaft mit Gott zurück, sodass sie Gott gehorsam sein und das wahre Leben gewinnen können (Röm 5,12-21; 1 Kor 15,21-22).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Paradies
Lehnwort aus dem Persischen, wo es einen herrschaftlichen Park bezeichnet. In der griechischen Übersetzung des Alten Testaments steht es für den Garten → Eden. Jüdische Kreise erwarteten, dass das Paradies mit dem Lebensbaum (Gen 2,8-9; 3,24) in der Endzeit wiederkehren werde (vgl. Offb 22,2.14.19). In der Gegenwart dagegen ist es verborgen, und zwar im dritten → Himmel (2 Kor 12,2-4). Es galt nach jüdischem Glauben als Aufenthaltsort der verstorbenen Frommen in der Zeit zwischen ihrem Tod und der allgemeinen → Auferstehung am Ende der Welt (vgl. Lk 23,43).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Baum des Lebens
Steht im Paradies. Wer von seinen Früchten isst, wird niemals sterben.
Eden
Obwohl der Garten Eden als Ursprung tatsächlich existierender Flüsse, wie des Eufrat, beschrieben wird (Gen 2,10-14), ist es nicht möglich, seine Lage geografisch festzulegen. Der Name klingt an das hebräische Wort für »Wonne« an. In der alten griechischen Übersetzung steht dafür paradeisos, wovon unser → »Paradies« abgeleitet ist.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
1. Mose 3,1-19(20-24) | Invokavit | 22.02.2026
Das 1. Buch Mose, die Genesis („Entstehung“), in jüdischer Tradition nach dem ersten Wort בְּרֵאשִׁית bəre’šît „Am Anfang“ genannt, berichtet in seinem ersten Teil, der sogenannten Urgeschichte Gen 1-11, von der Erschaffung der Welt, dem ersten Leben auf Erden, den ersten Problemen dieses Lebens und den darauf bezogenen Reaktionen durch Gott sowie der Ausbreitung der Menschheit über die gesamte (zur Zeit der Entstehung des Buches im Blick befindliche) Erde. Der zweite Teil, die Erzelternerzählung Gen 12–50, berichtet von der Entstehung des späteren biblischen Israel in Form einer großen Familiengeschichte mit der Hauptlinie Abraham und Sara – Isaak und Rebekka – Jakob und Lea, Rahel, Bilha und Silpa, von denen mehrere Nebenlinien, nämlich „Israels“ Nachbarn: die Ismaeliter, Ammoniter, Moabiter und Edomiter, unterschieden werden. Die auf den zweitjüngsten Jakob-Sohn Joseph fokussierte Josephserzählung Gen 37; 39–50 berichtet schließlich, wie Jakob und seine Familie nach Ägypten gekommen sind. In Ägypten wird sodann aus den zwölf Jakob-Söhnen das Volk Israel, die Familiengeschichte somit zur Volksgeschichte: Ex 1.
Schlange
Die Schlange im Paradies ist nicht eine Verkörperung des Teufels, sondern – wie der Text Gen 3,1 eindeutig sagt – ein Geschöpf Gottes. Die biblische Erzählung kann so verstanden werden, dass sich im Gespräch Evas mit der Schlange ein innerer Vorgang (Dialog) im Menschen selbst spiegelt (vgl. Jak 1,13-14). An der Frage nach dem Ursprung des Bösen ist der biblische Erzähler nicht interessiert.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Fluch
Ein Unheil bringendes Wort, durch das die Lebenskraft oder das Wohlergehen des Verfluchten gemindert werden soll.
Kerub(im), Kerubfiguren
Der hebräische Begriff kerub (Mehrzahl kerubim) bezeichnet ein geflügeltes Wesen, aus Tier- und Menschengestalt gemischt wie die ägyptische Sphinx. Solche Wesen kommen in bildlichen Darstellungen aus dem Alten Orient als Wächterfiguren vor. In der Bibel finden wir sie als Wächter vor dem Paradies, die eine Rückkehr der Menschen in den Garten → Eden verhindern sollen (Gen 3,24). Zwei Kerubim standen als Wächter bei der → Bundeslade im → Allerheiligsten des Tempels (1 Kön 6,23-27) bzw. waren als Figuren auf der Deckplatte der Bundeslade angebracht (Ex 25,18-22). Wenn von dem Gott Israels gesagt wird, dass er »über den Kerubim thront« (1 Sam 4,4; Ps 80,2), dann erinnert dies an ihre Funktion als Trägerfiguren von Herrscherthronen in bildlichen Darstellungen. Auch die Vision des Propheten Ezechiël von Gott auf seinem »Thronwagen« entspricht diesem Bild (Ez 1,5-12; die »geflügelten Gestalten« von dort werden in 10,1 Kerubim genannt).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Kerubim
Himmlische Wesen mit einem menschlichen Gesicht, Flügeln und einem Löwenkörper. Ihre Abbilder im Heiligtum tragen den Thron Gottes.