Deutsche Bibelgesellschaft

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4.03. Der 2. Korintherbrief (2Kor)

Der 2Kor ist in der überlieferten Gestalt vermutlich kein einheitlicher Brief. Er ist durch die Zusammenfügung von (eventuell sogar mehr als) zwei Briefen entstanden, die Paulus an die Korinther geschrieben hat. Das ist vor allem daran erkennbar, dass im 2Kor ganz unterschiedliche Situationen vorausgesetzt werden. Ein starker Bruch ist zwischen den Kap. 9 und 10 zu beobachten. Während Paulus in Kap. 8.f für die Kollekte zugunsten der Jerusalemer Gemeinde wirbt – und doch offensichtlich auf Erfolg hofft (9,1f.) – zeugen die Kap. 10-13 von einem äußerst gespannten Verhältnis zwischen dem Apostel und der Gemeinde. Paulus argumentiert polemisch, z. T. sarkastisch, gegen fremde „Überapostel“ (11,5; 12,11), unter deren Einfluss die Gemeinde geraten ist. Diese Fremdmissionare werden schon vorher im 2Kor erwähnt (2,17; 3,1; 5,12). Dort setzt sich Paulus aber mittels einer in ruhigem Ton argumentierenden Verteidigung seines Apostolats mit ihnen auseinander. Die Eingangspassagen des 2Kor schließlich setzen voraus, dass das Verhältnis zwischen dem Apostel und der Gemeinde nach einem zwischenzeitlichen Zerwürfnis wieder intakt ist (1,12-2,11).

Geist Gottes, Heiliger Geist

Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt.

Heiliger Geist

Das hebräische Wort für Geist bedeutet ursprünglich »Wind, Hauch«. Gemeint ist damit das Lebensprinzip, das der Schöpfung zugrunde liegt (Gen 1,2), das Gott seinen Geschöpfen verliehen hat und über das er jederzeit verfügt (vgl. Ps 104,29-30). Vom Geist Gottes gehen aber auch spezielle Wirkungen auf bestimmte Menschen aus: Der Geist kommt über einen Menschen und treibt ihn zu einer bestimmten Tat (Ri 3,10; 13,25). Er beseelt die ekstatischen Prophetengemeinschaften (1 Sam 10,10-12) und kann einen → Propheten ganz real an einen anderen Ort versetzen (1 Kön 18,12; vgl. Ez 8,3). Wenn der Geist Gottes für dauernd von einem Menschen Besitz ergreift wie von David (1 Sam 16,13) oder einer prophetischen Gestalt (Jes 42,1; 61,1), ist dies das Zeichen einer besonderen Verbundenheit mit Gott und Beauftragung durch ihn (vgl. Joh 1,32-34).

Mose

Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote.

Gesetz

Das Judentum bezeichnete die fünf Mosebücher als »Gesetz« (Tora = Weisung) und umschrieb das Alte Testament mit »das Gesetz und die Propheten« (vgl. Mt 5,17; 7,12; 22,40; Röm 3,21). Der Begriff »Gesetz« konnte aber auch auf das ganze Alte Testament ausgedehnt werden. Seit der Zeit Esras (vgl. Neh 8–10) bestimmte das Mosegesetz das gesamte Leben des jüdischen Volkes und grenzte es streng gegen die übrigen Völker ab. Von besonderer Bedeutung wurden dafür die Gesetze über die → Beschneidung und den → Sabbat sowie die Reinheitsvorschriften (→ rein). Die Frage nach der bleibenden Geltung des Mosegesetzes führte in der Urchristenheit zu ernsten Auseinandersetzungen (Apg 15; Gal 2).

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Heilige Schrift

Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die sich im Alten Testament finden.

Bund

Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten.

Leben, neues Leben

Durch den Glauben an Gott von ihm bereits in dieser Welt geschenktes Leben in Gemeinschaft mit ihm.

Paulus

Bedeutender Apostel, der die Gute Nachricht, dass die Menschen durch Tod und Auferstehung von Christus mit Gott versöhnt sind, im Mittelmeerraum bekannt machte.

gerecht, als gerecht gelten

Gott nimmt die Menschen an und verurteilt sie nicht, obwohl sie seine Gebote übertreten. Darin zeigt sich Gottes Liebe zu den Menschen.

Glaube, glauben

Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt.

Herrlichkeit

Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor.

Gebote

Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll.

Zehn Gebote

Sie bilden das Kernstück des biblischen Gesetzes und beschreiben in Kurzform, wie das Verhältnis der Menschen zu Gott und untereinander gestaltet werden soll.

Bund

Das Wort bezeichnet ursprünglich ein Rechtsverhältnis auf Vertragsbasis unter Gleichberechtigten oder einen Vasallenvertrag zwischen einem stärkeren und einem schwächeren Partner. Der Bund zwischen Gott und seinem Volk ist nicht ein Vertrag zwischen gleichgestellten Partnern. Immer geht die Initiative von Gott aus, der mit einem Einzelnen oder dem ganzen Volk Israel in ein besonderes Verhältnis tritt. Dieses Verhältnis umfasst von Gott her die Zusicherung von Heil und Segen (z.B. Land- und Nachkommenschaftszusage), vom Menschen her die Verpflichtung zur Treue gegenüber Gott und seinen Geboten.

Christus

Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus.