1Judge me, O LORD; for I have walked in mine integrity:
I have trusted also in the LORD; therefore I shall not slide.
2Examine me, O LORD, and prove me;
Try my reins and my heart.
3For thy lovingkindness is before mine eyes:
And I have walked in thy truth.
4I have not sat with vain persons,
Neither will I go in with dissemblers.
5I have hated the congregation of evil doers;
And will not sit with the wicked.
6I will wash mine hands in innocency:
So will I compass thine altar, O LORD:
7That I may publish with the voice of thanksgiving,
And tell of all thy wondrous works.
8LORD, I have loved the habitation of thy house,
And the place where thine honour dwelleth.
9Gather not my soul with sinners,
Nor my life with bloody men:
10In whose hands is mischief,
And their right hand is full of bribes.
11But as for me, I will walk in mine integrity:
Redeem me, and be merciful unto me.
12My foot standeth in an even place:
In the congregations will I bless the LORD.
Rights in the Authorized (King James) Version of the Bible are vested in the Crown. Published by permission of the Crown's patentee, Cambridge University Press.
Sünde beschreibt die Trennung des Menschen von Gott; Schuld bezieht sich im Unterschied dazu auf konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können.
In der Bibel ist der Gedanke leitend, dass sich Sünde und Schuld immer gleichzeitig auf die Beziehung zwischen Mensch und Gott auswirken: Der Begriff Sünde (Einzahl) steht eher grundsätzlich für die gestörte Beziehung oder Trennung von Mensch und Gott. Die Sünde führt dazu, dass der Mensch sein Leben nicht nach Gottes Willen ausrichten kann. Sie kennzeichnet das ganze Leben und kommt in der Missachtung von Gottes Willen zum Ausdruck. Ein Mensch der sich von Gott abwendet und anderen Einflüssen folgt, gibt diesen Einflüssen Macht über sich – so verfängt er sich in zerstörerischen Verhältnissen.
Der Begriff Schuld bezieht sich im Unterschied dazu eher auf eine konkrete Tat oder ein bestimmtes Verhalten, das mit dem Brechen von Vereinbarungen oder Regeln verbunden ist. Dabei spielt es keine Rolle, ob sich die Tat oder das Verhalten gegen Menschen oder gegen Gott richtet. Den Begriff Schuld gibt es in diesem Verständnis nur in der Einzahl. Geht es um eine Vielzahl von Vergehen, wird oft der Begriff „Sünden“ oder „große Schuld“ verwandt (z. B. „Ihre große Schuld ist ihr vergeben.“ Lukas 7,47). Vereinfacht gesagt: Schuld bewirkt die Trennung, Sünde hingegen bezeichnet den Zustand der Trennung.
Die Auseinandersetzung mit dem Ursprung von Sünde und Schuld bzw. deren Konsequenzen ist eines der Kernthemen der Bibel. Dabei werden Facetten beleuchtet, die uns so heute nicht unbedingt vertraut oder bewusst sind. So ist aus biblischer Perspektive klar: Da der Mensch nicht im Einklang, sondern der Trennung von Gott lebt (vgl. 1 Mose/Genesis 2–3), ist sein Handeln grundsätzlich sündhaft und zieht Schuld nach sich. Eine Tat, die einem anderen Menschen schadet, kommt aus der Sünde und ist deshalb immer auch mit dem Schuldigwerden gegenüber Gott verbunden. Wer z. B. einen verarmten Menschen missachtet oder ihm Hilfe verweigert, der macht sich nicht nur an diesem Menschen, sondern auch an Gott schuldig und zieht seinen Zorn auf sich (z. B. Amos 8,4-7).
Im Buch Hiob (Altes Testament) taucht der Gedanke auf, dass Krankheit und Unheil das Ergebnis von Sünde und Schuld und damit Strafe Gottes sein müssen. Hiob, der in eine Notsituation geraten ist, bekommt von seinen Freunden vorgehalten, er selbst habe durch sein Verhalten diese Situation verschuldet (Hiob 4,7-11). Hiob erhebt Einspruch gegen diesen Gedanken und ein solches Gottesbild. Gott stellt sich zu Hiob und ermahnt die Freunde „Ihr habt nicht die Wahrheit über mich gesagt.“ (Hiob 42,7).
Besonders in den Evangelien (Matthäus bis Johannes, Neues Testament) finden wir die Vorstellung, dass durch den Glauben an die Vergebung Gottes durch Jesus Christus der Zusammenhang von Sünde bzw. Schuld und Unheil durchbrochen werden kann. Im Leben und Wirken von Jesus spielt dieses Thema eine zentrale Rolle. In der Vollmacht, die ihm von Gott übertragen ist, spricht er Menschen die Vergebung ihrer Schuld zu (vgl. Markus 2,1-12). Er erzählt Gleichnisse, in denen es um die Vergebung Gottes geht und lehrt seine Jünger beten: »Vergib uns unsere Schuld – so wie wir denen vergeben haben, die an uns schuldig geworden sind« (vgl. Matthäus 6,12).
Was die religiösen Führer damals besonders herausforderte und ihre gängige Vorstellung durchbrach: Anstatt sich von Menschen fernzuhalten, die Schuld auf sich geladen haben, sucht Jesus die Begegnung mit ihnen und ruft sie zur Umkehr auf: Durch seine liebende Zuwendung erfahren sie die Vergebung Gottes und können ein neues Leben beginnen (z.B. Lukas 19,1-10).
Gott vergibt den Menschen, indem er ihre Schuld in JesuTod am Kreuz selbst auf sich nimmt und die Macht der Sünde durchbricht. So kann jeder Mensch, der sich die Vergebung von Gott schenken lässt, von seiner Schuld frei werden und in Frieden mit Gott leben.
Schuld wird heute oft als juristischer Begriff verstanden. So bezeichnet Schuld im Strafrecht eine Handlung, die eindeutig gegen geltendes Recht verstößt und Schaden verursacht z. B. Diebstahl, Körperverletzung aber auch Beleidigungen und die Verleumdung von Personen. Der Schaden, der entsteht, muss also nicht körperlich, er kann auch seelisch sein.
Der Begriff „Schulden haben“ wird eigentlich nur noch im Finanzwesen verwandt und meint, dass sich jemand Geld geliehen hat und dieses nun dem Geldgeber (in der Regel eine Bank) schuldig ist.
Der Begriff Sünde wird im heutigen Sprachgebrauch gerne dann gebraucht, wenn von belanglosen Verfehlungen die Rede ist (z. B. „Naschen als Sünde“) oder wenn man eine „Verkehrssünde“ (z. B. zu schnelles Fahren) begeht. Eine solche Begriffsverwendung hat tatsächlich wenig mit dem biblischen Verständnis von Sünde zu tun.
Wenn Menschen aneinander schuldig werden, können sie um „Ent-Schuldigung“ bitten. Auf diese Weise bringen sie zum Ausdruck, dass sie erkannt haben: „Ich habe dich durch mein Verhalten oder meine Aussage verletzt – und ich möchte, dass das nicht mehr zwischen uns steht.“ Damit dies gelingt, braucht es jedoch immer beide Seiten: Den, der um Entschuldigung bittet, und den, der verzeiht.