Obadja 1
Gottes Strafgericht über die Edomiter
Die Rettung Israels
Obadiah 1
Edom's Violence
Sachwissen
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Einführung: Das Buch Obadja
Das kürzeste Buch des Alten Testaments umfasst nur 21 Verse. Die Überschrift »Vision des Obadja« (1) weist auf einen Propheten hin. Doch über Person, Herkunft und Zeit ist nichts weiter bekannt. Thema des Prophetenbuchs ist das Gericht über das Nachbarvolk Edom, dessen Siedlungsgebiet südlich des Toten Meeres liegt. Dabei stehen die bitteren Erfahrungen bei der Zerstörung Jerusalems durch die Babylonier 586 v. Chr. im Hintergrund. Damals waren die Edomiter ihrem Brudervolk Israel nicht zu Hilfe gekommen. Sie hatten es im Stich gelassen, sich über den Untergang der Stadt Jerusalem gefreut und vielleicht sogar an deren Plünderung teilgenommen. Das Buch schildert die Ereignisse aus einer späteren Sicht. Wann genau es entstanden ist, lässt sich nicht sicher sagen.
Einführung: Die prophetischen Bücher
Die prophetischen Bücher bilden den dritten Teil des Alten Testaments. Dazu gehören die Bücher der vier »großen Propheten« Jesaja, Jeremia, Ezechiel und Daniel sowie die zwölf »kleinen Propheten« von Hosea bis Maleachi.
6.6.04. Der Prophet Obadja (Ob)
Das kürzeste Prophetenbuch des AT umfasst nur 21 Verse, die einem Propheten Obadja („Knecht JHWHs“) zugesprochen werden und die sich teilweise auch in Jer 49 wiederfinden. Daher hat man als mögliche Entstehungszeit die Zeit um 587/6 vermutet. Diskutiert wird aber auch die Spätdatierung ins 4./3. Jh., weil man in den Sprüchen über die Völker die für diese Zeit typische Stilisierung erkennen möchte.
Juda (Südreich)
Bezeichnung für das Königreich im Süden mit Jerusalem als Hauptstadt.
Zion (Zionsberg, -stadt)
Ursprünglicher Name der von David eroberten Jebusiterfestung, die dann »Davidsstadt« genannt wurde (2 Sam 5,6-9). Später ging der Name auf den Tempelberg über und wurde schließlich zur Bezeichnung für ganz Jerusalem und seine Bewohner. In der Kreuzfahrerzeit wurde der Name irrtümlich auf den Westhügel der Stadt übertragen.
offenbaren, Offenbarung
Das hebräische Wort, das früher oft mit »schauen/Vision« übersetzt wurde, ist ein spezifischer Ausdruck für den prophetischen Offenbarungsempfang, und zwar gerade auch für die Wortoffenbarung. Er kennzeichnet diesen Vorgang als Erfahrung in einem besonderen Bewusstseinszustand, der dem tiefen Schlaf verwandt – deshalb gelegentlich mit Nacht und Traum verbunden – und doch zugleich hellwach ist. Visionen sind bei den biblischen → Propheten die Ausnahme (Jes 6,1-7; Jer 1,9-13; Ez 1; Am 7,1-9; 8,1-3; Sach 1,7–6,8).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Zion
Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt.
Vision
Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat.
Abraham
Stammvater des Volkes Israel.
Adler
Großer Greifvogel, der sich kraftvoll und frei in die Luft schwingt. Er steht sinnbildlich für Kraft und Stärke.
Assyrer
Militärische Großmacht, deren Kerngebiet im heutigen Irak lag.
Gilead
Bezeichnung für eine bergige Landschaft im mittleren Ostjordanland mit der gleichnamigen Stadt, gelegentlich für das gesamte Ostjordanland.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Edom(iter)
Nachbarvolk Israels, das auf Jakobs Bruder Esau zurückgeführt wird (Gen 36,1-9). Es wohnte südlich des Toten Meeres in dem Seïr genannten Bergland östlich des Jordangrabens. Unterwerfung durch Israel (zuerst unter David; 2 Sam 8,13-14) und Selbstständigkeit wechselten mehrfach ab. Nach der Zerstörung Jerusalems 586 v.Chr. machten sich die Edomiter die Schwäche Judas zunutze (vgl. Obd 10-14; Ps 137,7) und drangen in Südjuda ein. Um 300 v.Chr. entrissen ihnen die aus der Wüste kommenden → Nabatäer das alte Stammland östlich des Jordans und drängten sie ganz in das nun nach ihnen Idumäa genannte südjudäische Gebiet.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Philister
Etwa gleichzeitig mit Israel aus dem ägäischen Raum über Kreta und Zypern in den Vorderen Orient eingewandert (vgl. Jer 47,4; Am 9,7). Lange Zeit hatte Israel unter ihrer Übermacht zu leiden. Sie bildeten einen Städtebund, die später so genannte Pentapolis (= Fünf-Städte), zu dem Gaza, Gat, Aschdod, Aschkelon und Ekron gehörten, die jeweils von einem »Fürsten« regiert wurden. Von den Philistern (hebräisch pelischtim) hat die gesamte Landschaft ihren Namen »Palästina« erhalten. Zum ersten Mal finden wir die Bezeichnung in diesem Sinn bei dem griechischen Geschichtsschreiber Herodot (5. Jh. v.Chr.); die Römer gebrauchten sie nach der Niederschlagung des zweiten jüdischen Aufstands 132–135 n.Chr. als Provinznamen, um die bisherige Bezeichnung → Judäa durch einen neutralen Begriff zu ersetzen, an dem sich keine nationalistischen Leidenschaften entzünden konnten.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Israel (Nordreich)
Bezeichnung für das Königreich im Norden (926–722 v. Chr.).