Klagelieder 2
Klage über die Verwüstung Judas und Jerusalems
Lamentations 2
Sachwissen
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6.3. Die Klagelieder Jeremias/Threni (Klgl)
Die (durch die LXX) dem Jeremia zugeschriebenen fünf Klagelieder stammen von unbekannten Dichtern der Exilszeit. Sie geben Aufschluss über die Situation nach der Zerstörung des Tempels; das erste Lied kann möglicherweise schon nach der ersten Deportation 597 entstanden sein. Die Lieder 1, 2 und 4 setzen mit dem Weheruf der Totenklage ein, daher hat das Buch seinen hebräischen Namen אֵיכָה, ’êkâ. Der auch übliche Name „Threni“ leitet sich von dem in der LXX gebrauchten, griechischen Wort für „Klagelied“ ab. Die Perspektive der Lieder ist trotz aller Zerstörung die Hoffnung auf erneute Zuwendung Gottes. Man akzeptiert die Gerichtsbotschaft der Propheten, so findet sich in 3,40-42 ein Bußbekenntnis. Die Lieder sind wohl bei Klagefeiern gesungen worden, wie sie in Sach 7,3 belegt sind. Der Form nach handelt es sich um vermischte Gattungen, wobei die Grundgattung die des Klageliedes des Volkes ist, Kap. 3 ist aber ein Klagelied des Einzelnen. Die ersten vier Lieder sind alphabetische Akrosticha, d. h., dass jeder Vers mit einem Buchstaben des hebräischen Alphabets beginnt; in Kap. 3 sind es jeweils 3 Verse. Daher haben diese Kapitel 22 bzw. 66 Verse; in deutschen Übersetzungen ist dieses Stilmittel nicht sichtbar.
Sabbat
In der Bibel der siebte Tag der Woche, heute unser Samstag. Er gilt im Judentum als Feiertag, an dem nicht gearbeitet werden darf.
Zion (Zionsberg, -stadt)
Ursprünglicher Name der von David eroberten Jebusiterfestung, die dann »Davidsstadt« genannt wurde (2 Sam 5,6-9). Später ging der Name auf den Tempelberg über und wurde schließlich zur Bezeichnung für ganz Jerusalem und seine Bewohner. In der Kreuzfahrerzeit wurde der Name irrtümlich auf den Westhügel der Stadt übertragen.
Altar
Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden.
Tempel (Jerusalem)
Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte.
Vision
Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat.
Priester
Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes.
Prophet
Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.
Sabbat
Der Sabbat ist der Schlusstag der siebentägigen Woche, die erstmals bei den Israeliten nachweisbar ist. Zunächst ist für diesen Tag lediglich Arbeitsruhe vorgeschrieben (Ex 20,9-11par). Doch wurde der Tag, vielleicht mitbestimmt durch die an diesem Tag gehaltenen Gottesdienste, im Bewusstsein der Israeliten mehr und mehr zu einem ausschließlich Gott geweihten Tag und in der Zeit nach dem babylonischen → Exil neben der → Beschneidung zu einem Unterscheidungsmerkmal Israels von anderen Völkern und zu einem Zeichen des → Bundes zwischen Israel und seinem Gott (Neh 10,32; 13,15-22; Jes 56,1-8).
Altar
Opfertisch im Freien aus Erde oder Stein (Ex 20,22-26), auf dem Opfertiere verbrannt wurden (→ Opfer). Kleinere Altäre dienten der Verbrennung von Weihrauch (→ Räucheropfer → Räucheraltar, → Räuchersäule). Wenn im Zusammenhang mit dem → Heiligen Zelt oder dem Jerusalemer → Tempel vom Altar ohne nähere Kennzeichnung gesprochen wird, ist der → Brandopferaltar gemeint. – Am Altar eines Heiligtums konnten Verfolgte Schutz finden (»Asyl«; Ex 21,13-14; 1 Kön 1,50-51; 2,28-30).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Alphabetpsalm
Poetische Kunstform, bei der die Anfangsbuchstaben der Verse oder Abschnitte in ihrer Reihenfolge dem hebräischen Alphabet entsprechen.
Schemel
Eine Art Fußbank, die vor dem Thron eines Herrschers steht.
Zorn Gottes
Sein Wille, Gericht zu halten.
Priester, Priesterdienst, Priestertum
Im Alten Testament Personen, die aufgrund ihrer Familienzugehörigkeit und ihrer besonderen Weihe dazu bestimmt waren, die Gottesdienste zu leiten, → Opfer darzubringen und den Willen Gottes zu deuten. Nach dem → Gesetz durften nur Nachkommen Aarons den Priesterdienst verrichten (Ex 40,12-15; Num 18,1-7), während die → Leviten für die übrigen Dienste im Heiligtum zuständig waren. Die Priester wurden in 24 Dienstgruppen eingeteilt (1 Chr 24,1-19), die sich in festgelegter Reihenfolge im Tempeldienst ablösten. An der Spitze der Priesterschaft stand in der Zeit nach dem → Exil der → Oberste Priester (herkömmlich »Hohepriester«).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)