Hesekiel 3
Der Prophet als Wächter über Israel
Der Prophet soll verstummen
Ezekiel 3
His Mission
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6.4. Der Prophet Hesekiel/Ezechiel (Ez)
Der Prophet Ezechiel („Gott möge kräftigen“; Namensform nach Luther: Hesekiel) war ein Priester, der mit der ersten Verbannung 597 nach Babylon deportiert wurde und dort von 593 bis ca. 571 gewirkt hat. Seine Verkündigung ist nach Sprache und Inhalt sehr typisch, zu charakterisieren als theologia gloriae: Ezechiel schreibt, um die Herrlichkeit Gottes zu verkünden. Die typischen Merkmale sind auch von Ezechiels Schülern, die für die Komposition des Buches verantwortlich waren, beibehalten worden. Der Umfang der späteren Zufügungen ist erneut umstritten. Die Sprache Ezechiels ist eindeutig priesterlich und steht der Priesterschrift (P) des Pentateuch nahe, er selbst ist wohl bei Gottesdiensten unter den Exulanten aufgetreten (1,3), so dass er möglicherweise ursprünglich Kultprophet war. Wie auch Jesaja und Jeremia warnte er vor Aufstandsbewegungen gegen die Babylonier (Jesaja: gegen die Assyrer), 21,28-30. Ähnlich dem deuteronomistischen Geschichtswerk versteht Ezechiel das Exil als verdiente Strafe für den Abfall Israels zu anderen Göttern, Kap. 8.
Heiliger Geist
Das hebräische Wort für Geist bedeutet ursprünglich »Wind, Hauch«. Gemeint ist damit das Lebensprinzip, das der Schöpfung zugrunde liegt (Gen 1,2), das Gott seinen Geschöpfen verliehen hat und über das er jederzeit verfügt (vgl. Ps 104,29-30). Vom Geist Gottes gehen aber auch spezielle Wirkungen auf bestimmte Menschen aus: Der Geist kommt über einen Menschen und treibt ihn zu einer bestimmten Tat (Ri 3,10; 13,25). Er beseelt die ekstatischen Prophetengemeinschaften (1 Sam 10,10-12) und kann einen → Propheten ganz real an einen anderen Ort versetzen (1 Kön 18,12; vgl. Ez 8,3). Wenn der Geist Gottes für dauernd von einem Menschen Besitz ergreift wie von David (1 Sam 16,13) oder einer prophetischen Gestalt (Jes 42,1; 61,1), ist dies das Zeichen einer besonderen Verbundenheit mit Gott und Beauftragung durch ihn (vgl. Joh 1,32-34).
Hesekiel 2,1-5(6-7)8-10; 3,1–3 | Sexagesimä | 08.02.2026
Das Ezechielbuch präsentiert sich als autobiographischer Bericht des Propheten Ezechiel (Luther: Hesekiel), der zusammen mit dem vorletzten König Judas, Jojachin, und weiteren Angehörigen der Jerusalemer Oberschicht im Jahr 597 durch die Neubabylonier nach Babylon verschleppt wurde (vgl. Ez 1,1–3; 24,24). Diese sog. „erste Gola“ wird im Ezechielbuch als das wahre Israel verstanden, aus dem das Gottesvolk nach seiner Rückkehr ins Land erneuert werden wird (vgl. Ez 14,21–23; 33,23–29; 34).
Exil
(Verbannung, Wegführung) Zur »Befriedungspolitik« der altorientalischen Herrscher gehörte es seit dem 2. Jahrtausend v.Chr., die Oberschichten (Priester, Kaufleute, Handwerker) eroberter Provinzen untereinander auszutauschen. In der Bibel wird von zwei Deportationen berichtet:
Sünde, Schuld
Sünde beschreibt die Trennung des Menschen von Gott; Schuld bezieht sich im Unterschied dazu auf konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können.
Schriftrolle
Vorläufer des Buchs. Sie besteht aus aneinandergenähten Lederstücken, auf die der Text in Spalten nebeneinandergeschrieben wurde.
Eufrat
Neben dem Tigris einer der beiden Hauptflüsse in Assyrien und Babylonien, im heutigen Irak.
Frevler
Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen.
Gerechte
Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt.
Verbannung (nach Babylon)
Meint die Zeit zwischen 586 und 538 v. Chr., in der ein Teil des Volkes Israel gezwungen war, in Babylonien zu leben.
Prophet
Verkündet, was Gott in einer bestimmten Situation zu sagen hat.