Deutsche Bibelgesellschaft

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6.4. Der Prophet Hesekiel/Ezechiel (Ez)

Der Prophet Ezechiel („Gott möge kräftigen“; Namensform nach Luther: Hesekiel) war ein Priester, der mit der ersten Verbannung 597 nach Babylon deportiert wurde und dort von 593 bis ca. 571 gewirkt hat. Seine Verkündigung ist nach Sprache und Inhalt sehr typisch, zu charakterisieren als theologia gloriae: Ezechiel schreibt, um die Herrlichkeit Gottes zu verkünden. Die typischen Merkmale sind auch von Ezechiels Schülern, die für die Komposition des Buches verantwortlich waren, beibehalten worden. Der Umfang der späteren Zufügungen ist erneut umstritten. Die Sprache Ezechiels ist eindeutig priesterlich und steht der Priesterschrift (P) des Pentateuch nahe, er selbst ist wohl bei Gottesdiensten unter den Exulanten aufgetreten (1,3), so dass er möglicherweise ursprünglich Kultprophet war. Wie auch Jesaja und Jeremia warnte er vor Aufstandsbewegungen gegen die Babylonier (Jesaja: gegen die Assyrer), 21,28-30. Ähnlich dem deuteronomistischen Geschichtswerk versteht Ezechiel das Exil als verdiente Strafe für den Abfall Israels zu anderen Göttern, Kap. 8.

Babylon

(Babel) Stadt am Eufrat, seit dem 2. Jahrtausend v.Chr. Herrschaftszentrum des Vorderen Orients (→ Babylonien; als Name für die Provinz Babylonien innerhalb des Babylonischen und Persischen Reiches wird in der Übersetzung ebenfalls »Babylon« verwendet; Dan 2,49; 3,1).

Blut

Gilt bei Mensch und Tier als Sitz der Lebenskraft. Wer Blut vergießt, nimmt das Leben, das Gott gegeben hat.

Gleichnis

Das Wort bezeichnet die verschiedensten Formen bildlicher Rede. Ein Gleichnis im engeren Sinn ist ein als kurze, fiktionale Erzählung ausgeführter Vergleich, wobei zur Veranschaulichung gern Vorgänge des alltäglichen Lebens als Bild benutzt werden (z.B. Saat und Ernte in Mk 4,26-32, Suchen und Finden in Lk 15,4-10). Eine Parabel dagegen nimmt als Vergleichsgröße einen einmaligen, außergewöhnlichen Fall (z.B. Mt 20,1-15; Lk 15,11-32; 16,1-8). Bei Gleichnis und Parabel kommt es darauf an, jeweils den Vergleichspunkt oder »springenden Punkt« zu finden; es sollen nicht alle Einzelzüge des Bildes ausgedeutet werden (z.B. das Auskehren des Hauses in Lk 15,8!).

Totenklage

Die Trauer um einen Verstorbenen wurde im Altertum durch laut ausgestoßene Klagerufe zum Ausdruck gebracht (Mk 5,38-39). Die persönliche Klage wurde verstärkt und unter Umständen stellvertretend übernommen von eigens dafür bestellten Personen (Jer 9,16). Die normale Dauer der Totenklage betrug sieben Tage, für besonders angesehene Verstorbene dreißig Tage (Dtn 34,8). Ein Beispiel für eine ganz knapp formulierte Klage bietet Jer 22,18, für ein ausführliches → Totenklagelied 2 Sam 1,17-27.

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

rein

Bezeichnet Menschen, Tiere und Dinge, die dafür vorbereitet sind, in der Nähe Gottes zu sein. In der Bibel sind dabei bestimmte religiöse Vorschriften zu beachten.

Tempel (Jerusalem)

Das zentrale Heiligtum in Jerusalem. Der Tempel galt als Wohnung Gottes und war Zufluchtsort für Verfolgte.

Trauerbräuche (-brot)

Die Trauer um einen Verstorbenen wird im alten Israel außer durch die → Totenklage durch eine Anzahl auffallender Trauerbräuche zum Ausdruck gebracht. Die Menschen zerrissen die Kleidung, banden den → Sack um, nahmen den Turban ab und ließen Haar und Bart ungepflegt. Auf den Kopf streuten sie sich Staub und Asche, schlugen sich auf Brust oder Hüften (Frauen auf die entblößten Brüste), rauften sich das Haar oder schnitten es ab und fügten sich Schnittwunden zu. Ähnlich ist das Verhalten bei einem persönlichen oder öffentlichen Unglücksfall. Das »Trauerbrot« wurde als Gabe der Nachbarn und Freunde in das Trauerhaus gebracht, um nach einer Zeit des Fastens die Trauernden in die Welt der Lebenden zurückzuholen (Jer 16,7; Ez 24,17).

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Verbannung (nach Babylon)

Meint die Zeit zwischen 586 und 538 v. Chr., in der ein Teil des Volkes Israel gezwungen war, in Babylonien zu leben.

Zuflucht

Ort, der Schutz bietet. Oft werden Gott oder sein Tempel als Zufluchtsort genannt.

Totenklage

Laute Klagerufe, mit denen die Trauer um einen Verstorbenen zum Ausdruck gebracht wurde.

Verbannung

unrein, Unreinheit