Deutsche Bibelgesellschaft

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6.5. Das Buch Daniel (Dan)

Die Gestalt des Judäers Daniel („Gott richtet“), der im Jahre 597 mit drei Freunden durch Nebukadnezzars Truppen nach Babylonien deportiert wurde, ist das durchgängige Element der im Danielbuch erhaltenen Stoffe. Wie Hiob und Noach wird Daniel in Ez 14,14.20 als Gerechter der Vorzeit erwähnt, nach Ez 28,3 eignete ihm zudem besondere Weisheit. Vor allem dieser letzte Aspekt ist im Danielbuch präsent: Daniel ist der, der Träume zu entschlüsseln vermag und dem die Geschichte der Endzeit enthüllt wird. Dabei wird Daniel teilweise der Gestalt des weisen Josef am Hofe des ägyptischen Pharaos nachgebildet.

Persien, Perser

Gebirgslandschaft östlich des Persischen Golfs im heutigen Iran.

Heilige(r)

Im Alten Testament wird die Bezeichnung »der Heilige« am häufigsten für Gott selbst gebraucht (z.B. Jes 1,4; 30,11; Hos 11,9), sodann auch für Wesen, die Gott besonders nahestehen und sozusagen zu seiner Sphäre gehören: die Engel (wie die Übersetzung in diesem Fall direkt sagt) und die Glieder des Volkes, das er für sich ausgesondert hat (Dan 7,18).

Gesetz

Das Judentum bezeichnete die fünf Mosebücher als »Gesetz« (Tora = Weisung) und umschrieb das Alte Testament mit »das Gesetz und die Propheten« (vgl. Mt 5,17; 7,12; 22,40; Röm 3,21). Der Begriff »Gesetz« konnte aber auch auf das ganze Alte Testament ausgedehnt werden. Seit der Zeit Esras (vgl. Neh 8–10) bestimmte das Mosegesetz das gesamte Leben des jüdischen Volkes und grenzte es streng gegen die übrigen Völker ab. Von besonderer Bedeutung wurden dafür die Gesetze über die → Beschneidung und den → Sabbat sowie die Reinheitsvorschriften (→ rein). Die Frage nach der bleibenden Geltung des Mosegesetzes führte in der Urchristenheit zu ernsten Auseinandersetzungen (Apg 15; Gal 2).

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Königsherrschaft (Gottes)

Wörtliche Übersetzung des herkömmlich mit »Reich Gottes« wiedergegebenen Begriffs und zentraler Gegenstand der Verkündigung Jesu. Wenn Jesus den baldigen Anbruch der »(Königs-)Herrschaft Gottes« ansagt, dann antwortet er damit auf Erwartungen, die zu seiner Zeit im Judentum lebendig waren. Israel hatte die staatliche Selbständigkeit verloren und stand seit dem babylonischen → Exil unter der Herrschaft fremder Reiche; nach dem Intermezzo der makkabäischen Erhebung und der kurzen Blüte eines neuen Königtums wurde die Herrschaft der Römer nur umso drückender empfunden. Die Hoffnungen richteten sich auf einen Heilskönig (→ Christus), der das Reich → Davids wiederherstellen und Israel zum politischen Mittelpunkt der Welt machen sollte. Noch weiter gehende Hoffnungen richteten sich auf ein Eingreifen Gottes, das diese ganze von Unrecht, Leiden und Tod beherrschte Welt verwandeln und anstelle der Weltreiche ein »Reich Gottes« heraufführen würde (Dan 7–11); diese Erwartungen waren mit der Gestalt des → Menschensohns verbunden. In der gegenwärtigen Welt – so das Empfinden der Frommen – war von einer »Herrschaft Gottes«, vom Erweis seines Herrseins und von dem Heil und → Frieden, die er durch seinen → Bund seinem Volk versprochen hatte, nicht das Mindeste zu spüren.

Menschensohn

Bezeichnung, die zum Ausdruck bringt, dass Menschen Geschöpfe Gottes sind. Im Neuen Testament ein Titel für Jesus, der von Gott zum Herrscher und Retter der Welt bestimmt wurde.

Feste

Religiöse Feierlichkeiten, die zu bestimmten Anlässen im Laufe eines Jahres gefeiert wurden.

Vision

Eine Erscheinung, in der Gott zu verstehen gibt, was er vorhat.

Gericht, verurteilen

Als Herrscher über die ganze Welt ist Gott der Richter, der am Ende der Zeit ein Urteil über sie spricht.

Christus

Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus.