Elend der Menschen: 40,1–11
Eine große Mühsal ist für jeden Menschen geschaffen worden, / ein schweres Joch für die Söhne Adams,
von dem Tag ihrer Geburt aus dem Mutterleib / bis zum Tag der Rückkehr zur Mutter von allem:
ihre Überlegungen, die Furcht des Herzens, / der Gedanke an die Zukunft, der Todestag.
Von dem, der auf einem prächtigen Thron sitzt, / bis zum Gedemütigten am Erdboden und in Asche,
von dem, der Purpur und Krone trägt, / bis zu dem, der sich ein grobes Tuch umwirft:
Wut, Eifersucht, Verwirrung und Unruhe, / Todesangst, Groll und Streit.
Zur Zeit der Ruhe auf dem Bett / verändert der nächtliche Schlaf seine Erkenntnis.
Kurz wie ein Nichts ist die Ruhe, / da wird er, im Schlaf wie in der Wache am Tag,
verwirrt durch eine Schau seines Herzens, / wie einer, der vor dem Krieg geflüchtet ist.
Im Augenblick der Rettung wacht er auf / und wundert sich über unnütze Furcht.
Über alle Lebewesen, vom Menschen bis zum Vieh, / und über Sünder dazu siebenfach, kommt:
Tod, Blut, Zwietracht und Schwert, / Unglück, Hunger, Verwüstung und Schläge.
Für die Gesetzlosen ist dies alles erschaffen / und ihretwegen kam die Flut.
Alles, was von der Erde stammt, kehrt zur Erde zurück, / und was von den Wassern stammt, fließt ins Meer zurück.
Bleibendes: 40,12–17
Jede Bestechung und jede Ungerechtigkeit wird ausgelöscht, / aber Treue wird in Ewigkeit bestehen.
Die Reichtümer der Ungerechten werden austrocknen wie ein Fluss, / wie lauter Donner bei Regen verhallt.
Wenn er die Hände öffnet, wird man sich freuen, / aber die übertreten, werden das Ziel verfehlen.
Die Sprösslinge der Gottlosen werden keine Triebe hervorbringen, / denn sie sind wie faule Wurzeln auf kantigem Fels;
wie Riedgras an jedem Gewässer und am Ufer eines Flusses / wird man es vor jedem anderen Futtergras ausreißen.
Erweis von Güte ist wie ein Paradies voll Segnungen / und Almosen hat für die Ewigkeit Bestand.
Die höchsten Güter und Werte im Leben des Menschen: 40,18–27
Das Leben eines Genügsamen und eines Arbeiters ist angenehm, / doch über beiden steht, der einen Schatz findet.
Kinder und Städtebau geben einem Namen Bestand, / doch mehr als beide gilt eine untadelige Frau.
Wein und Musik erfreuen das Herz, / doch über beiden steht die Liebe zur Weisheit.
Flöte und Harfe machen Lieder angenehm, / doch über beiden steht eine angenehme Sprache.
Anmut und Schönheit begehrt das Auge, / doch über beiden steht das zarte Grün der Aussaat.
Freund und Gefährte begegnen sich zur rechten Zeit, / doch über beiden steht eine Frau mit einem Mann.
Brüder und Hilfe sind für die Zeit der Bedrängnis, / doch mehr als beides rettet eine Liebestat.
Gold und Silber geben dem Fuß Halt, / doch mehr als beides schätzt man einen Rat.
Reichtümer und Kraft erheben das Herz, / doch mehr als beides ist die Furcht des Herrn.
Mit der Furcht des Herrn gibt es keinen Mangel, / mit ihr muss man keine Hilfe suchen.
Die Furcht des Herrn ist wie ein Paradies des Segens / und mehr als jeder Ruhm hüllt sie ihn ein.
Betteln: 40,28–30
Kind, lebe nicht ein Bettlerleben! / Besser sterben als betteln!
Wer auf einen fremden Tisch schaut, / dessen Leben ist nicht als Leben zu rechnen.
Er verunreinigt sich mit fremden Speisen, / aber ein verständiger und gebildeter Mann wird sich in Acht nehmen.
Im Mund eines Unverschämten ist das Betteln süß, / aber in seinem Inneren brennt ein Feuer.