Wohltätigkeit: 4,1–10
Kind, das Leben des Armen beraube nicht / und lass die Augen des Bedürftigen nicht warten!
Betrübe eine hungernde Seele nicht / und erzürne einen Mann in seiner Ausweglosigkeit nicht!
Ein erzürntes Herz errege nicht / und verweigere nicht dem Notleidenden eine Gabe!
Einen bedrängten Bittsteller weise nicht ab / und wende dein Gesicht nicht ab vor einem Armen!
Von dem, der bittet, wende das Auge nicht ab / und gib einem Menschen nicht Anlass, dich zu verfluchen!
Denn wenn er dich verflucht in der Bitternis seiner Seele, / dann wird sein Schöpfer auf seine Bitte hören.
Mach dich beliebt in einer Versammlung / und vor einem Vornehmen beuge das Haupt!
Neige dem Armen dein Ohr zu / und antworte ihm friedfertig mit Bescheidenheit!
Entzieh den, dem Unrecht geschieht, der Hand des Ungerechten / und sei nicht kleinmütig bei deiner Entscheidung!
Sei den Waisen wie ein Vater / und wie ein Ehemann für ihre Mutter;
dann wirst du sein wie ein Sohn des Höchsten / und er wird dich mehr lieben als deine Mutter.
Weisheit – Segen und Herausforderung: 4,11–19
Die Weisheit hat ihre Söhne erhöht / und nimmt sich derer an, die sie suchen.
Wer sie liebt, liebt das Leben; / die sie am Morgen suchen, werden erfüllt mit Freude.
Wer sie ergreift, wird Ruhm erben, / und wo er eintritt, segnet der Herr.
Die ihr dienen, dienen dem Heiligen, / und die sie lieben, liebt der Herr.
Wer ihr gehorcht, wird Völker richten, / und wer auf sie achtet, wird in Sicherheit wohnen.
Wenn er auf sie vertraut, wird er sie erben / und seine Nachkommen werden an ihr Anteil haben.
Denn auf gewundenen Wegen wird sie zunächst mit ihm gehen, / Furcht und Bangen wird sie über ihn bringen
und sie wird ihn erziehen und hart erproben, / bis sie seiner Seele vertraut; / sie wird ihn mit ihren Anordnungen auf die Probe stellen.
Dann wird sie wieder geradewegs zu ihm zurückkehren und ihn erfreuen / und sie wird ihm ihre Geheimnisse enthüllen.
Wenn er abweicht, wird sie ihn verlassen / und ihn seinem Fall preisgeben.
Rechte und falsche Scham: 4,20–30
Achte auf die rechte Zeit und hüte dich vor dem Bösen / und bereite dir nicht selber Schande!
Denn es gibt eine Scham, die zur Sünde führt, / und es gibt eine Scham, die Ansehen und Beliebtheit bringt.
Wende dich nicht gegen dich selbst / und mache keine Wendung, die dich zu Fall bringt!
Halt nicht zurück ein Wort zur Zeit, da es nötig ist, / und verbirg deine Weisheit nicht um des guten Eindrucks willen!
Denn in der Rede wird man Weisheit erkennen / und Bildung im gesprochenen Wort.
Widersprich nicht der Wahrheit / und über deinen Mangel an Bildung sei beschämt!
Schäme dich nicht, deine Sünden zu bekennen, / und stelle dich nicht der Strömung eines Flusses entgegen!
Unterwirf dich nicht einem törichten Menschen / und ergreif nicht Partei für einen Mächtigen!
Bis zum Tod streite für die Wahrheit / und Gott der Herr wird für dich kämpfen!
Sei nicht zu kühn in deiner Sprache, / träge und schlaff in deinen Taten!
Sei nicht wie ein Löwe in deinem Haus / und sei nicht argwöhnisch gegen deine Diener!
Umgang mit Eigentum: 4,31–5,8
Deine Hand sei nicht ausgestreckt zum Nehmen / und beim Geben nicht verschlossen!