Ehre einen Arzt wegen seiner nützlichen Dienste mit gebührenden Ehren, / denn auch ihn hat der Herr erschaffen!
Denn vom Höchsten stammt die Heilung / und vom König erhält er ein Geschenk.
Das Wissen des Arztes erhöht sein Haupt / und bei Großen wird er bewundert.
Der Herr hat aus Erde Heilmittel erschaffen, / ein kluger Mann wird sie nicht ablehnen.
Ist nicht Wasser durch Holz süß geworden, / um seine Kraft erfahrbar zu machen?
Er selbst gab den Menschen Wissen, / um durch seine Wundertaten gerühmt zu werden.
Durch sie hat er geheilt und ihr Leiden weggenommen. / Mit diesen wird der Salbenmischer eine Mischung anfertigen.
Seine Werke sind nicht abgeschlossen / und sein Friede liegt auf dem Angesicht der Erde.
Kind, in deiner Krankheit sei nicht unachtsam, / sondern bete zum Herrn und er selbst wird dich heilen!
Beseitige einen Fehler und bereite die Hände! / Reinige das Herz von allen Sünden!
Bring Räucherwerk und ein Gedächtnisopfer aus feinstem Weizenmehl dar! / Mache eine Gabe so reichlich, wie es möglich ist!
Gib dem Arzt seinen Platz, denn auch ihn hat der Herr erschaffen! / Er bleibe dir nicht fern, denn er ist notwendig!
Zur rechten Zeit liegt in ihren Händen das Gelingen, / denn auch sie werden zum Herrn beten,
dass er ihnen Genesung gelingen lasse / und Heilung um des Lebens willen.
Wer gegen seinen Schöpfer sündigt, der ihn gemacht hat, / möge in die Hände des Arztes fallen.
Tod und Trauer: 38,16–23
Kind, um einen Toten vergieß Tränen / und wie einer, der schreckliches Leid empfindet, beginn mit der Totenklage!
Bahre seinen Leib auf gemäß seiner Entscheidung / und übersieh nicht sein Begräbnis!
Mach bitter die Klage und schlag heftig auf die Brust, / halte Trauer, wie er es verdient,
einen Tag oder zwei wegen der Nachrede! / Dann lass dich trösten über die Trauer!
Denn aus Trauer entsteht Tod, / Trauer des Herzens wird die Lebenskraft brechen.
Im Elend bleibt auch die Trauer / und das Leben eines Armen widerspricht dem Herzen.
Gib dein Herz nicht der Trauer hin, / stell sie beiseite, wenn du an die letzten Dinge denkst!
Vergiss nicht: Es gibt keine Rückkehr; / ihm wirst du nicht mehr helfen und dir selbst wirst du schaden!
Denk an meine Bestimmung! So ist auch die deine: / für mich gestern und für dich heute.
Mit der Ruhe des Toten ruhe deine Erinnerung an ihn! / Sei über ihn getröstet beim Erlöschen seines Atems!
Handwerker und Schriftgelehrter: 38,24–39,11
Die Weisheit eines Schriftgelehrten liegt in der guten Zeit der Muße, / und wer wenig Arbeit hat, wird weise werden.
Wie wird weise werden, wer den Pflug hält, / wer sich des Treibersteckens rühmt,
der Rinder treibt und sich mit ihrer Arbeit abgibt / und sich mit jungen Stieren unterhält?
Sein Herz wird er darauf richten, Furchen zu ziehen, / und seine Wachsamkeit gilt dem Futter für die Kälber.
Ebenso jeder Handwerker und Baumeister, / wer immer nachts wie tags beschäftigt ist;
diejenigen, die Gravuren in Siegel einritzen,/ oder der dabei verweilt, eine Verzierung zu verändern;
er richtet sein Herz darauf, ein treffendes Bild zu gestalten, / und seine Wachsamkeit gilt der Vollendung des Werks.
So auch ein Schmied, der nahe am Amboss sitzt / und auf die Werke aus Eisen achtet.
Der Hauch des Feuers bringt sein Fleisch zum Schmelzen / und mit der Hitze des Schmelzofens kämpft er,
der Klang des Hammers dringt immer wieder ans Ohr / und vor seinen Augen ist das Modell des Werkstücks.
Sein Herz richtet er auf die Vollendung der Werke / und seine Wachsamkeit gilt der Vollendung der Verzierung.
So auch der Töpfer, der bei seiner Arbeit sitzt / und mit seinen Füßen die Töpferscheibe dreht,
der ständig in Sorge um seine Werke ist, / und jedes seiner Werke wird gezählt.
Mit seinem Arm formt er den Ton / und mit den Füßen nimmt er ihm die Zähigkeit.
Das Herz richtet er darauf, die Glasur zu vollenden, / und seine Wachsamkeit gilt der Reinigung des Brennofens.
All diese haben auf ihre Hände vertraut / und jeder erweist sich als weise in seinem Tun.
Ohne sie wird keine Stadt gegründet, / sie sind nicht Zugewanderte und ziehen nicht umher.
Doch für den Rat des Volkes werden sie nicht gesucht / und in der Versammlung ragen sie nicht hervor,
auf einen Richterstuhl setzen sie sich nicht / und über die Entscheidung eines Urteils denken sie nicht nach.
Nie tun sie Bildung und Urteil kund / und bei der Beschäftigung mit Sprüchen sind sie nicht zu finden.
Aber sie festigen das Geschaffene auf Dauer / und ihr Flehen besteht in der Ausübung des Handwerks.
Anders, wer seine Seele hingibt / und über das Gesetz des Höchsten nachdenkt: