Erziehung: 30,1–13
Über Kinder
Wer seinen Sohn liebt, wird ihm häufig Schläge geben, / damit er am Ende erfreut wird.
Wer seinen Sohn erzieht, wird an ihm Beistand finden / und im Kreis der Bekannten wird er sich seiner rühmen.
Wer seinen Sohn unterweist, weckt den Neid des Feindes, / im Beisein der Freunde wird er über ihn frohlocken.
Stirbt der Vater, ist es, als wäre er nicht tot, / denn er hat einen, der ihm ähnlich ist, zurückgelassen.
Während seines Lebens hat er ihn gesehen und sich gefreut, / an seinem Lebensende war er nicht betrübt.
Gegen Feinde hat er einen Rächer hinterlassen / und den Freunden einen, der Dankbarkeit erweist.
Wer den Sohn verwöhnt, verbindet seine Wunden, / bei jedem Schrei ist sein Innerstes bestürzt.
Ein ungebändigtes Pferd bricht störrisch aus, / ein nicht gezügelter Sohn bricht überraschend aus.
Verhätschle ein Kind und es macht dich fassungslos! / Scherze mit ihm und es betrübt dich!
Lach nicht mit ihm, damit du mit ihm nicht Kummer erfährst, / denn zuletzt wirst du schmerzvoll mit deinen Zähnen knirschen!
Gib ihm nicht zu viel Macht in der Jugend / und übersieh nicht seine Fehler!
Beuge seinen Nacken in der Jugend, / schlag ihn aufs Gesäß, solange er noch klein ist,
sonst wird er störrisch und widerspenstig gegen dich / und du hast Kummer mit ihm!
Erzieh deinen Sohn und arbeite an ihm, / damit du dich nicht wegen seines schlechten Verhaltens ärgerst!
Über Gesundheit: 30,14–15
Besser arm, gesund und in kräftiger Verfassung / als reich und geschlagen an seinem Leib.
Gesundheit und Wohlbefinden sind besser als alles Gold / und ein kräftiger Leib ist besser als unermesslicher Reichtum.
Über Speisen: 30,16–25
Über Speisen
Reichtum ist nicht besser als Gesundheit des Leibes / und keine Fröhlichkeit geht über die Freude des Herzens.
Besser ist der Tod als ein verbittertes Leben / und besser Ruhe in Ewigkeit als andauernde Krankheit.
Köstlichkeiten, ausgebreitet vor einem verschlossenen Mund, / sind Speisegaben, aufgestellt auf einem Grab.
Was nützt ein Ganzopfer einem Götzenbild? / Denn es kann weder essen noch riechen. / So ist der, der vom Herrn verworfen wird.
Einer, der mit den Augen sieht und seufzt / wie ein Eunuch, der eine Jungfrau umarmt und seufzt, / so ist es, wer mit Gewalt Entscheidungen durchsetzt.
Gib deine Seele nicht der Trauer hin! / Quäle dich nicht mit deinem Wünschen!
Heiterkeit des Herzens ist Leben für den Menschen / und Jubel eines Mannes ist langes Leben.
Beschwichtige deine Seele und tröste dein Herz! / Halte Trauer weit von dir fern!
Denn viele hat die Trauer zugrunde gerichtet / und es ist kein Nutzen in ihr.
Eifersucht und Wut verkürzen die Tage, / Sorge macht vorzeitig alt.
Ein fröhliches und gut gestimmtes Herz beim Essen / wird sich um seine Speisen kümmern.