Wegen eines Vorteils haben schon viele gesündigt; / wer ihn zu mehren sucht, schaut nicht genau hin.
Zwischen zwei Steine lässt sich ein Pflock stecken; / so drängt sich zwischen Verkauf und Kauf die Sünde.
Hält jemand nicht fest an der Furcht des Herrn / stürzt plötzlich und bald sein Haus zusammen.
Im Sieb bleibt, wenn man es schüttelt, der Abfall zurück; / so entdeckt man den Unrat eines Menschen in seinem Denken.
Der Brennofen prüft Töpferware / und die Erprobung des Menschen geschieht in der Auseinandersetzung mit ihm.
Den guten Boden eines Baumes bringt seine Frucht zum Vorschein; / so das Wort die Gedanken des Herzens.
Lobe keinen Menschen, ehe du nachgedacht hast; / denn das ist die Prüfung für jeden!
Strebst du nach Gerechtigkeit, so erlangst du sie, / wie ein Prachtgewand kannst du sie anziehen.
Vögel lassen sich bei ihresgleichen nieder; / und Wahrheit kehrt zurück zu denen, die sie üben.
Der Löwe lauert auf Beute; / so die Sünde auf die, die Unrecht tun.
Die Rede des Frommen ist allezeit Weisheit, / der Tor aber ändert sich wie der Mond.
Im Kreis der Unverständigen schau auf die rechte Zeit, / im Kreis von Verständigen aber verweile!
Die Rede der Toren ist ein Abscheu, / ihr Gelächter ist Lust an der Sünde.
Das Gerede dessen, der viel schwört, ist haarsträubend / und sein Gezänk ist ohrenbetäubend.
Das Gezänk der Übermütigen führt zu Blutvergießen / und ihr Schimpfen ist qualvoll zu hören.
Geheimnisverrat und Hinterlist: 27,16–30
Wer Geheimnisse verrät, zerstört das Vertrauen, / er findet nie mehr einen Freund, der zu ihm steht.
Liebe den Freund und vertraue ihm! / Hast du seine Geheimnisse verraten, / laufe ihm nicht mehr nach!
Denn wie ein Mensch seinen Feind vernichtet hat, / so hast du die Freundschaft des Nächsten vernichtet.
Wie du einen Vogel aus deiner Hand hast fliegen lassen, / so hast du den Nächsten aufgegeben und wirst ihn nie mehr einfangen.
Lauf ihm nicht nach, denn er ist schon weit entfernt, / wie eine Gazelle aus der Schlinge ist er entflohen.
Eine Wunde lässt sich verbinden / und für eine Beleidigung gibt es Versöhnung,
doch wer Geheimnisse verraten hat, hat keine Hoffnung.
Wer mit dem Auge zwinkert, plant Böses, / niemand bringt ihn davon ab.
Für deinen Blick wird sein Mund alles versüßen / und er bewundert deine Worte;
nachher aber wird er seinen Mund verziehen / und macht, dass deine Worte Anstoß erregen.
Vieles ist mir verhasst, aber nichts ist mit ihm vergleichbar; / auch der Herr wird ihn hassen.
Wer einen Stein in die Höhe wirft, trifft seinen eigenen Kopf, / und wer hinterlistig schlägt, reißt Wunden auf.
Wer eine Grube gräbt, fällt selbst hinein, / wer eine Schlinge legt, verfängt sich in ihr.
Wer Böses tut, auf den rollt es zurück / und er weiß nicht, woher es ihm kommt.
Spott und Schimpf treffen den Hochmütigen, / wie ein Löwe lauert die Rache auf ihn.
In der Schlinge werden gefangen, die sich am Fall der Frommen erfreuen, / der Schmerz verzehrt sie vor ihrem Tod.
Groll und Zorn, auch diese sind Gräuel / und ein sündiger Mann hält an ihnen fest.