Der in Ewigkeit lebt, hat alles insgesamt geschaffen. / Der Herr allein wird sich als gerecht erweisen. / Es gibt keinen anderen außer ihm.
Er lenkt die Welt mit der Spanne seiner Hand / und alles gehorcht seinem Willen,
denn er ist König über alles in seiner Kraft. / Er trennt in allem das Heilige vom Profanen.
Niemandem gestattet er, seine Werke zu verkünden. / Wer wird seine Großtaten ergründen?
Wer wird die Macht seiner Größe ermessen? / Und wer wird noch mehr von seinem Erbarmen erzählen?
Man kann nichts wegnehmen und nichts hinzufügen; / und die Wunder des Herrn sind nicht zu ergründen.
Sobald der Mensch ans Ziel kommt, steht er am Anfang, / und wenn er aufhört, dann weiß er nicht weiter.
Was ist ein Mensch und was ist sein Nutzen? / Was ist gut an ihm und was ist schlecht an ihm?
Die Zahl der Tage eines Menschen beträgt höchstens hundert Jahre, / aber unberechenbar ist für einen jeden der Schlaf.
Wie ein Wassertropfen aus dem Meer und wie ein Sandkorn, / so gleichen wenige Jahre einem Tag der Ewigkeit.
Deswegen war der Herr mit ihnen geduldig / und goss über sie sein Erbarmen aus.
Er sah ihren Untergang und erkannte, dass er schlimm ist, / deswegen vermehrte er seine Bereitschaft zur Versöhnung.
Das Erbarmen eines Menschen gilt seinem Nächsten, / das Erbarmen des Herrn aber gilt allen Lebewesen.
Er weist zurecht, erzieht und lehrt / und führt wie ein Hirt seine Herde zurück.
Er zeigt Erbarmen mit denen, die Erziehung annehmen, / und mit denen, die sich um seine Entscheidungen mühen.
Das gute Wort und Handeln zur rechten Zeit: 18,15–29
Kind, im Guten tadle nicht / und kränke nicht mit Worten bei jeder Gabe!
Wird nicht Tau die Hitze beenden? / So ist ein Wort besser als eine Gabe.
Siehe! Ist ein Wort nicht besser als ein Geschenk? / Beides findet sich bei einem Mann voll Güte.
Ein Tor wird gnadenlos Vorwürfe machen / und eine Gabe des Neiders bringt die Augen zum Weinen.
Vor dem Reden lerne! / Vor einer Krankheit lass dich behandeln!
Vor einer Entscheidung prüfe dich selbst! / Und in der Stunde der Heimsuchung wirst du Versöhnung finden.
Bevor du krank wirst, werde demütig! / Zur Zeit der Sünden zeige Umkehr!
Säume nicht, ein Gelübde rechtzeitig einzulösen! / Und warte nicht bis zum Tod, gerechtfertigt zu werden!
Bevor du etwas gelobst, bereite dich vor!/ Und werde nicht wie ein Mensch, der den Herrn versucht!
Denk an den Zorn am Tag des Endes / und an die Zeit der Vergeltung, wenn er das Gesicht abwendet!
Denk an die Zeit des Hungers in der Zeit der Fülle, / an Armut und Bedürftigkeit in den Tagen des Reichtums!
Vom Morgen bis zum Abend wechselt die Zeit / und alles eilt dahin in der Gegenwart des Herrn.
Ein weiser Mensch wird in allem bedächtig sein / und in Tagen der Sünden wird er sich vor einem Vergehen hüten.
Jeder Kluge hat Weisheit erkannt, / und wer sie findet, dem wird Anerkennung zuteil.
Die klug reden, sind auch selbst weise geworden / und quellen über vor treffenden Sprüchen.
Besser ist Vertrauen einem einzigen Herrscher gegenüber, / als mit totem Herzen bei einem Toten ausharren.
Geld, Alkohol, Frauen und die Zunge: 18,30–19,17
Selbstbeherrschung
Folge nicht deinen Begierden! / Von deinen Gelüsten halte Abstand!
Wenn du deiner Seele das Begehrte gewährst, / macht dich das zum Gespött deiner Feinde.
Freu dich nicht über großen Genuss! / Verlange nicht nach Umgang mit ihm!
Werde nicht arm durch Gelage aus geliehenem Geld! / Dann hast du nichts mehr im Beutel, / denn du setzt dein eigenes Leben aufs Spiel.