Den Blick auf Jesus richten
Wir sind also von einer großen Menge von Zeugen
wie von einer Wolke umgeben.
Darum lasst uns alle Last abwerfen,
besonders die der Sünde,
in die wir uns so leicht verstricken.
Dann können wir mit Ausdauer
in den Kampf ziehen, der vor uns liegt.
Dabei wollen wir den Blick auf Jesus richten.
Er ist uns im Glauben vorausgegangen
und wird ihn auch zur Vollendung führen.
Er hat das Kreuz auf sich genommen
und der Schande keine Beachtung geschenkt.
Dies tat er wegen der großen Freude, die vor ihm lag:
Er sitzt auf der rechten Seite von Gottes Thron.
Denkt doch nur daran,
welche Anfeindungen er durch die Sünder ertragen hat.
Dann werdet ihr nicht müde werden
und nicht den Mut verlieren.
Gott ist unser Vater und Erzieher
Noch habt ihr im Kampf gegen die Sünde
nicht bis aufs Blut Widerstand geleistet.
Ihr habt wohl schon die ermutigenden Worte vergessen,
mit denen Gott sich euch
als seinen Söhnen und Töchtern zugewandt hat:
»Mein Kind, schätze es nicht gering,
wenn der Herr dich mit Strenge erzieht.
Und verliere nicht den Mut, wenn er dich bestraft.
Denn wen der Herr liebt, den erzieht er mit Strenge.
Und er schlägt jedes Kind, das er annimmt.«
Ertragt es also geduldig, es dient zu eurer Erziehung.
Gott behandelt euch als seine Söhne und Töchter.
Und welches Kind wird nicht von seinem Vater
mit Strenge erzogen?
Wenn ihr nicht die gleiche strenge Erziehung bekommt
wie alle anderen,
seid ihr sozusagen uneheliche Kinder –
und keine rechtmäßigen Söhne und Töchter.
Bedenkt außerdem:
Wir hatten unsere leiblichen Väter als strenge Erzieher
und hatten große Achtung vor ihnen.
Sollten wir uns dann nicht erst recht
dem himmlischen Vater unterordnen –
und dadurch das ewige Leben erhalten?
Die leiblichen Väter haben uns für eine begrenzte Zeit
streng erzogen, wie sie es für richtig hielten.
Der himmlische Vater dagegen erzieht uns mit Strenge
zu unserem eigenen Besten.
Denn wir sollen Anteil bekommen an seiner Heiligkeit.
Eine strenge Erziehung bereitet im Augenblick
scheinbar keine Freude, sondern Schmerz.
Später dagegen schenkt sie denen,
die durch diese Schule gegangen sind,
Gerechtigkeit als ihre heilsame Frucht.
Aufruf zum Neubeginn
Macht deshalb die müden Hände
und die erlahmten Knie wieder stark!
Und schafft für eure Füße gerade Pfade.
Denn was lahm ist, soll nicht auch noch fehltreten,
sondern geheilt werden.
Bemüht euch um Frieden mit allen Menschen
und auch um Heiligkeit.
Ohne sie wird niemand den Herrn sehen.
Achtet darauf, dass niemand zurückbleibt
und so die Gnade Gottes verliert.
Lasst keinen Spross aus einer giftigen Wurzel aufgehen.
Sonst richtet sie Unheil an,
und viele werden durch sie vergiftet.
Niemand soll unmoralisch oder ohne Gott leben wie Esau.
Der hat für eine einzige Mahlzeit
sein Recht als Erstgeborener verkauft.
Ihr wisst ja: Als er später den Segen
und damit sein Erbe haben wollte,
wurde er verworfen.
Er fand keine Möglichkeit, sein Leben zu ändern,
obwohl er unter Tränen danach suchte.
Das unvergängliche Reich empfangen
Ihr seid nicht zum Berg Sinai gekommen,
den man anfassen kann –
nicht zu dem brennenden Feuer,
zu Dunkelheit, Finsternis und Sturm.
Ihr seid auch nicht zu dem Schall der Trompeten gekommen
und zum Dröhnen der Worte.
Die Menschen, die das hörten, baten darum,
kein weiteres Wort mehr hören zu müssen.
Denn sie konnten die Anordnung nicht ertragen:
»Sogar ein Tier, das den Berg berührt,
soll gesteinigt werden.«
Ja, die Erscheinung war so furchtbar,
dass Mose sagte: »Ich habe Angst und zittere!«
Ihr seid vielmehr zum Berg Zion gekommen
und zur Stadt des lebendigen Gottes:
zum himmlischen Jerusalem.
Ihr seid zu Zehntausenden von Engeln gekommen –
zu einer Festversammlung und zur Gemeinde derer,
die als Erste geboren wurden
und im Himmel aufgeschrieben sind.
Ihr seid zu Gott gekommen, der über alle Gericht hält,
und zu den Gerechten.
Sie sind schon zur Vollendung gelangt
und ihr Geist ist schon bei Gott.
Ihr seid zu Jesus gekommen,
dem Vermittler des neuen Bundes –
und zu dem Blut, mit dem ihr besprengt seid
und das machtvoller redet als das Blut Abels.
Gebt acht, dass ihr den nicht abweist,
der so zu euch spricht!
Die Israeliten haben Gott damals abgewiesen,
als er auf der Erde seinen Willen verkündete.
Sie sind ihrer Strafe nicht entkommen.
Wie viel weniger werden dann wir entkommen,
wenn wir den abweisen, der vom Himmel her spricht.
Einst hat Gottes Stimme die Erde erschüttert.
Aber jetzt hat er versprochen:
»Noch einmal werde ich die Erde erschüttern –
und nicht nur sie, sondern auch den Himmel.«
Dieses »Noch einmal« macht deutlich:
Was erschüttert werden kann, weil es geschaffen ist,
wird weggenommen.
So bleibt nur das,
was nicht erschüttert werden kann.
Wir werden also ein Reich empfangen,
das nicht erschüttert werden kann.
Darum wollen wir dankbar sein.
Wir wollen Gott dienen, wie es ihm gefällt:
mit Ehrfurcht und heiliger Scheu.
Denn unser Gott ist ein verzehrendes Feuer!