Paulus wehrt sich gegen Vorwürfe
Der Vorwurf der Schwäche
Ich selbst, Paulus, bitte euch eindringlich
bei der Freundlichkeit und Güte von Christus.
Angeblich wirke ich ja schwach, wenn ich bei euch bin.
Aber aus der Ferne scheine ich stark.
Fordert mich bitte nicht heraus,
tatsächlich Stärke zu zeigen, wenn ich zu euch komme.
Ich bin nämlich fest entschlossen,
gegen gewisse Leute vorzugehen.
Sie werfen uns vor, dass menschliche Schwäche
unsere Lebensführung bestimmt.
Wir leben zwar als schwacher Mensch,
aber wir führen unseren Kampf nicht nach Menschenart.
Denn wir kämpfen nicht mit menschlichen Waffen.
Vielmehr kämpfen wir mit Waffen,
denen Gott die Macht verliehen hat,
Festungen niederzureißen.
Damit zerstören wir überhebliche Gedankengebäude
und jede Form von Hochmut,
der sich gegen die Erkenntnis Gottes stellt.
Auch unterwerfen wir alles Denken
dem Gehorsam gegenüber Christus.
Wir sind bereit, jede Art von Ungehorsam zu bestrafen,
wenn nur euer Gehorsam vollkommen wird.
Die Vollmacht des Paulus wird bestritten
Seht doch den Tatsachen ins Auge!
Wenn jemand den Anspruch erhebt,
zu Christus zu gehören,
sollte er bedenken: Das gilt auch für uns.
Wir gehören genauso zu Christus wie er!
Wir könnten uns sogar noch mehr Stolz erlauben,
ohne uns lächerlich zu machen.
Schließlich hat Gott uns die Vollmacht verliehen,
eure Gemeinde aufzubauen,
aber nicht, sie zu zerstören.
Es soll nicht so aussehen,
als wollte ich euch mit meinen Briefen Angst einjagen.
Gewisse Leute sagen über mich:
»Seine Briefe sind gewichtig und eindrucksvoll.
Aber sein persönliches Auftreten ist kraftlos
und seine Rede wenig überzeugend.«
Wer so denkt, dem gebe ich zu bedenken:
Wie ich mich in meinen Briefen aus der Ferne zeige,
so werde ich dann bei euch handeln.
Worauf man stolz sein darf
Eines bringen wir allerdings nicht fertig:
Wir wollen uns nicht mit denen vergleichen
oder auf eine Stufe stellen,
die sich selbst empfehlen.
Das sind Leute ohne Verstand.
Sie messen sich nur an sich selbst
und vergleichen sich nur untereinander.
Wir dagegen verlieren in unserem Stolz
nicht jedes Maß.
Unser Maßstab ist das Arbeitsgebiet,
das Gott für uns bestimmt hat:
Wir sollten bis zu euch gelangen.
Wir überschätzen uns nicht.
Das wäre nur dann der Fall,
wenn wir nicht bis zu euch gekommen wären.
Aber wir sind ja mit der Guten Nachricht von Christus
bis zu euch gelangt.
Wir verlieren also in unserem Stolz nicht jedes Maß,
indem wir uns mit der Arbeit anderer schmücken.
Andererseits hoffen wir,
dass unter euch der Glaube weiter wächst.
Dann können wir unser Arbeitsgebiet noch erweitern
und doch innerhalb der uns gesteckten Grenzen bleiben.
Wir könnten dann sogar die Gute Nachricht
noch weit über eure Grenzen hinaus verkünden.
Dabei wollen wir uns wirklich nicht auf fremdem Gebiet
mit der Arbeit anderer schmücken.
Denn es gilt:
Wer auf etwas stolz sein will,
soll auf den Herrn stolz sein.
Nicht wer sich selbst empfiehlt, gilt als bewährt,
sondern wen der Herr empfiehlt.