1. Johannes 4
Der Geist der Wahrheit und der Geist des Irrtums
Die Liebe Gottes und die Liebe untereinander
1. Johannes 4
Glaube und Liebe
Der Geist Gottes und der Geist des Widersachers
Gottes Liebe ist der Grund für unsere Liebe zueinander
1 Johannes 4
GLAUBE UND LIEBE AUF DEM PRÜFSTAND
Unterscheidung der Geister
Gottes Liebe zu uns: Quelle der brüderlich-schwesterlichen Liebe
Sachwissen
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Wort
»Am Anfang war das Wort«: Das Lied, mit dem das Johannes-Evangelium eröffnet wird, bedient sich bestimmter Vorstellungen damaliger jüdischer Religion und außerjüdischer Philosophie, um Würde und Bedeutung von Jesus angemessen zu verkünden. Es ist zunächst im Licht von Gen 1 zu lesen: Gottes Wort hat die Welt ins Dasein gerufen (»Gott sprach«). Eben diese Macht, der die Welt Dasein, Licht und Leben verdankt, ist als ein Mensch von Fleisch und Blut inmitten der Welt erschienen (Joh 1,1-4.14).
5.4.1. Der 1. Johannesbrief (1Joh)
Der 1Joh nennt weder Absender noch Adressaten. Er ist abgefasst worden, um den Einfluss von Irrlehrern einzudämmen, die in der Gemeinde aufgetreten sind, zu der auch der Verfasser gehört. Diese Irrlehrer haben allem Anschein nach eine Christologie vertreten, in der die Fleischwerdung (vgl. 4,2f.) und der Heilstod am Kreuz (vgl. 5,6f.) keine Rolle spielen. Für sie hatte Jesus Christus mit seinem Kommen in die Welt ein für allemal das Heil gebracht, das ihnen aufgrund ihres pneumatischen Selbstbewusstseins als unverzichtbarer Besitz galt (vgl. 1,8-10). Sie haben daraus möglicherweise den Schluss gezogen, dass aus dem Heilszuspruch Gottes keine Forderung nach entsprechendem irdischen Wandel ableitbar sei (vgl. 3,11-18).
Geist Gottes, Heiliger Geist
Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt.
Heiliger Geist
Das hebräische Wort für Geist bedeutet ursprünglich »Wind, Hauch«. Gemeint ist damit das Lebensprinzip, das der Schöpfung zugrunde liegt (Gen 1,2), das Gott seinen Geschöpfen verliehen hat und über das er jederzeit verfügt (vgl. Ps 104,29-30). Vom Geist Gottes gehen aber auch spezielle Wirkungen auf bestimmte Menschen aus: Der Geist kommt über einen Menschen und treibt ihn zu einer bestimmten Tat (Ri 3,10; 13,25). Er beseelt die ekstatischen Prophetengemeinschaften (1 Sam 10,10-12) und kann einen → Propheten ganz real an einen anderen Ort versetzen (1 Kön 18,12; vgl. Ez 8,3). Wenn der Geist Gottes für dauernd von einem Menschen Besitz ergreift wie von David (1 Sam 16,13) oder einer prophetischen Gestalt (Jes 42,1; 61,1), ist dies das Zeichen einer besonderen Verbundenheit mit Gott und Beauftragung durch ihn (vgl. Joh 1,32-34).
Wahrheit
Wahr ist etwas, wenn es hält, was es verspricht. In diesem Sinne ist »wahr«, was von Gott kommt. Als Mensch ist Jesus Zeuge für diese Wahrheit, als Sohn Gottes, der von Gott kommt, ist er die Wahrheit selbst.
Antichrist
Eine Gestalt, in der die Macht des Bösen und der Gottfeindlichkeit in der Endzeit, vor dem endgültigen Sieg Gottes und seines gesalbten Königs (→ Christus), persönlich auftritt und die Menschen zu verführen sucht (2 Thess 2,3; das »Tier aus dem Abgrund« von Offb 11,7; 13,1). Der Begriff »Antichrist« kommt nur in 1 Joh 2,18; 4,3 und 2 Joh 7 vor, wo gesagt wird, dass in den Irrlehrern bereits viele kleine »Antichristen« erschienen sind.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Widersacher von Christus
Wörtlich »Antichrist«. Gestalt, in der die Macht des Bösen, sonst auch Teufel genannt, als Person auftritt, um die Menschen in die Irre zu führen.
Wahrheit
Mit den Wörtern »wahr/Wahrheit« bezeichnen wir in der Regel die Übereinstimmung zwischen einer Aussage und dem entsprechenden Sachverhalt, denken also an ein Verhältnis zwischen der Wirklichkeit und unserem Denken und Sprechen über sie. Nach hebräischer Auffassung ist Wahrheit jedoch eine Eigenschaft, die eine Sache oder Person oder ein Wort selbst hat oder nicht hat. »Wahr« ist etwas, wenn es hält, was es verspricht. Wahrheit meint Zuverlässigkeit, eine vor allem im Verlauf der Geschichte immer neu erfahrene Zuverlässigkeit, also: Beständigkeit, Treue, haltgebende Wirklichkeit (so wie wir von einem »wahren Freund« oder einem »wahren Wort« sprechen).
eingeboren(er Sohn)
Herkömmliche Übersetzung des griechischen Wortes monogenēs (in dieser Übersetzung »einzig«). Es bedeutet »der Art bzw. Abstammung nach einzig und einzigartig«. Häufig dient das Wort in der griechischen Übersetzung des Alten Testaments als Wiedergabe des hebräischen jachid und gewinnt dadurch die zusätzliche Bedeutung »einziggeliebt«. Im Johannes-Evangelium wird das Wort verwendet, um das einzigartige Verhältnis auszudrücken, in dem Jesus Christus zu Gott, dem Vater, steht (»eingeborener Sohn«; Joh 3,16.18; vgl. 1 Joh 4,9), auch dort, wo dieses Verhältnis nicht ausdrücklich angesprochen ist (Joh 1,14.18).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Welt, diese
Die neutestamentliche Redeweise von »dieser Welt« bezeichnet die Menschenwelt als eine, die sich von Gott abgewandt hat und seinen → Sohn, in dem er der Welt seine Liebe zugewandt hat (Joh 3,16), abweist. Dadurch wird der Bereich, in dem die Menschen leben, zu einer Welt, die unter Gottes Gericht steht (Joh 3,19) und vom Bösen beherrscht ist (Gal 1,4; Eph 6,12; → Herrscher dieser Welt).
Sohn Gottes
Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet.
Sünde, Schuld
Sünde beschreibt die Trennung des Menschen von Gott; Schuld bezieht sich im Unterschied dazu auf konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können.
Sühne
Gott muss nach biblischem Verständnis nicht von Menschen durch → Opfer oder Leistungen »versöhnt« werden, vielmehr ist er es, der die schuldig gewordenen Menschen mit sich versöhnt (2 Kor 5,18-20). Er tut dies nicht durch eine einfache Absichtserklärung, sondern im Alten Testament ursprünglich dadurch, dass er den Opferdienst stiftet, durch den diese Versöhnung wirksam werden kann (→ Versöhnungstag, → Sühneopfer). Dies entspricht der alttestamentlichen Vorstellung von einem Unheilszusammenhang, der durch die Sünde hervorgerufen wird (vgl. Ps 7,15-17; Jes 5,18; 9,17-20) und der nur aufgehoben werden kann, wenn er sich an einem Ersatzopfer ausgewirkt hat. Entscheidend für die Wirkung des Opfers ist jedoch, dass Gott es annimmt (vgl. Gen 4,4-5).
Vater
Vertrauensvolle Anrede oder Bezeichnung für Gott.
Gnosis
Bezeichnung für eine spätantike Geistesströmung, die sich seit dem Ende des 1. Jh. auch auf christliche Gemeinden auszuwirken beginnt und im 2. Jh. der am bittersten bekämpfte Feind der Alten Kirche wurde (vgl. 1 Tim 6,20-21). Sie ist bestimmt von einer tief pessimistischen Einstellung gegenüber der Materie und der Leiblichkeit. Diese gelten als die minderwertige Schöpfung eines niederen, bösen Geistes (zum Teil mit dem Gott des Alten Testaments gleichgesetzt). Das Innerste und Eigentliche des Menschen gehört nicht dieser schlechten Welt an, ist vielmehr ein Lichtfunke, der aufgrund eines urzeitlichen Sündenfalls – oder eigentlich eines kosmischen Unglücksfalls – in die Materie verbannt wurde. Der Mensch kennt von sich aus nicht den Grund seines Elends, er empfindet es oft nicht einmal und hat kein Bewusstsein seiner wahren Herkunft und Seinsart. Ein Bote aus dem Lichtreich muss kommen, ihn aus dem Schlaf der Selbstvergessenheit aufwecken und ihm die Erkenntnis darüber bringen, wer er dem Wesen nach ist, woher er gekommen ist und wohin er eigentlich gehört.
Gnosis
Bezeichnung für eine spätantike Geistesströmung, die sich seit dem Ende des 1. Jh. auch auf christliche Gemeinden auszuwirken beginnt und im 2. Jh. der am bittersten bekämpfte Feind der Alten Kirche wurde (vgl. 1 Tim 6,20-21). Sie ist bestimmt von einer tief pessimistischen Einstellung gegenüber der Materie und der Leiblichkeit. Diese gelten als die minderwertige Schöpfung eines niederen, bösen Geistes (zum Teil mit dem Gott des Alten Testaments gleichgesetzt). Das Innerste und Eigentliche des Menschen gehört nicht dieser schlechten Welt an, ist vielmehr ein Lichtfunke, der aufgrund eines urzeitlichen Sündenfalls – oder eigentlich eines kosmischen Unglücksfalls – in die Materie verbannt wurde. Der Mensch kennt von sich aus nicht den Grund seines Elends, er empfindet es oft nicht einmal und hat kein Bewusstsein seiner wahren Herkunft und Seinsart. Ein Bote aus dem Lichtreich muss kommen, ihn aus dem Schlaf der Selbstvergessenheit aufwecken und ihm die Erkenntnis darüber bringen, wer er dem Wesen nach ist, woher er gekommen ist und wohin er eigentlich gehört.
Welt, diese Welt
Die von griechischer Kultur geprägte Umwelt der frühen Gemeinden, die sich nicht an christlichen Maßstäben orientierte.
falscher Prophet
Gibt vor, im Auftrag Gottes zu reden, und verführt seine Mitmenschen so zu falschem Tun.
Glaube (Vertrauen)
»Glaube(n)« ist ein vieldeutig schillerndes Wort. Im Sprachgebrauch der Bibel bezeichnet es nicht ein Wissen mit geringerem Sicherheitsgrad, sondern das unerschütterliche Vertrauen auf Gott und seine Heilszusagen. Von solchem Vertrauen kündet schon das Alte Testament (Gen 15,6; Ex 14,31; Ps 27,13-14; 116,10; Jes 7,9; 28,16), im Neuen wird es zum beherrschenden Thema. Es wird dort in verschiedener Weise entfaltet:
Glaube, glauben
Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt.
Bruder, Schwester
Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde.
Christus
Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus.