Von der Herrschermacht des Herrn
Der in Ewigkeit lebt, hat alles miteinander erschaffen. Der Herr allein wird im Recht sein,
[und es gibt keinen anderen ausser ihm.]
[Er lenkt die Welt mit der Spanne seiner Hand,
und alles gehorcht seinem Willen,
denn in seiner Herrschergewalt ist er der König aller,
der bei ihnen trennt zwischen heilig und nicht heilig.]
Niemandem hat er es gegeben, seine Werke erschöpfend zu verkünden,
und wer wird seine Grosstaten erkunden?
Die Herrschermacht seiner Grösse - wer wird sie ermessen?
Und wer wird dem etwas hinzufügen, was von seinem Erbarmen berichtet wird?
Es gibt nichts wegzunehmen und nichts hinzuzufügen,
und die Wundertaten des Herrn sind nicht zu erkunden.
Jedes Mal, wenn der Mensch an ein Ende kommt, muss er wieder anfangen,
und jedes Mal, wenn er aufhört, wird er sich Fragen stellen.
Was ist der Mensch, und was ist sein Nutzen?
Was an ihm ist gut, und was an ihm ist schlecht?
Die Zahl der Tage des Menschen -
100 Jahre sind viel.
[Unbegreiflich aber ist für alle der Todesschlaf eines jeden.]
Wie ein Tropfen Wasser aus dem Meer und ein Körnchen Sand,
so gering sind die Jahre gegenüber einem Tag der Ewigkeit.
Deshalb war der Herr langmütig mit ihnen,
und sein Erbarmen hat er über sie ausgegossen.
Er sah und erkannte ihr Verhängnis - es war schlimm!
Deshalb hat er seine Vergebung vermehrt.
Das Erbarmen des Menschen gilt seinem Nächsten,
das Erbarmen des Herrn aber gilt allem Fleisch.
Er weist zurecht und erzieht und lehrt
und wendet sich wie ein Hirt seiner Herde zu.
Er erbarmt sich derer, die sich erziehen lassen
und die sich eifrig bemühen um seine Rechtssatzungen.
Lerne, bevor du redest
Kind, guten Dingen hefte keinen Makel an
und keiner Gabe betrübende Worte.
Wird nicht der Tau die Hitze enden lassen?
So ist auch ein Wort stärker als eine Gabe.
Sieh, ist nicht ein Wort mehr als eine gute Gabe?
Zu einem gesegneten Mann aber gehört beides.
Ein Tor wird undankbar schmähen,
und die Gabe eines Missgünstigen bringt Augen zum Weinen.
Lerne, bevor du redest,
und kümmere dich um deine Gesundheit, bevor du kraftlos wirst.
Prüfe dich, bevor das Gericht kommt,
und in der Stunde der Heimsuchung wirst du Vergebung finden.
Werde demütig, bevor deine Kraft schwindet,
und zeige Reue in der Zeit der Verfehlungen.
Lass dich nicht daran hindern, ein Gelübde zur rechten Zeit einzulösen,
und warte nicht bis zum Tod, davon entbunden zu werden.
Bereite dich vor, bevor du ein Gelübde ablegst,
und verhalte dich nicht wie jemand, der den Herrn auf die Probe stellt.
Denke an die Wut in den Tagen des Endes
und die Zeit der Strafe, wenn er sein Angesicht abwendet.
Denke an die Zeit des Hungers in der Zeit der Fülle,
an Armut und Mangel in den Tagen des Reichtums.
Vom Morgen bis zum Abend ändert sich die Zeit,
und alles ist flüchtig vor dem Herrn.
Ein weiser Mensch wird in allem vorsichtig sein,
und in den Tagen der Sünden wird er sich vor dem Vergehen in acht nehmen.
Jeder Verständige hat die Weisheit erkannt,
und dem, der sie findet, wird sie Anerkennung verschaffen.
Die mit Worten verständig sind, die haben auch gelernt, mit der Weisheit umzugehen,
und sie haben treffende Weisheitssprüche ausströmen lassen.
[Besser ist Zuversicht bei einem einzigen Herrscher,
als mit totem Herzen einem Toten anzuhangen.]
Beherrschung der Seele
Folge nicht deinen Begierden,
und halte dich von deinen Gelüsten fern.
Wenn du deiner Seele Wohlgefallen an Begierden zugestehst,
wird dich dies zum Gespött deiner Feinde machen.
Freue dich nicht über grossen Überfluss,
lass dich nicht anbinden in der Begegnung mit ihm.
Mach dich nicht arm, indem du mit anderen von Geliehenem feierst
und dabei nichts in deinem Beutel hast.
[Denn so wirst du dem eigenen Leben nachstellen.]