Weitere Gerichtsworte über Jerusalem
Ezechiel kündigt das Gericht Gottes an
Ankündigung der Verbannung für Jerusalem
Das Wort des Herrn kam zu mir:
Du Mensch, du wohnst mitten unter denen,
die schon immer widerspenstig waren.
Sie haben Augen, um zu sehen, aber sie sehen nicht.
Sie haben Ohren, um zu hören, aber sie hören nicht.
Ja, sie waren schon immer widerspenstig.
Du aber, Mensch, pack deine Sachen zusammen,
wie man es für die Verbannung tut.
Dann zieh vor ihren Augen weg, mitten am Tag.
Ja, zieh vor ihren Augen weg von deinem Wohnort
an einen anderen Ort.
Vielleicht werden sie verstehen, was du tust –
obwohl sie schon immer widerspenstig waren.
Bring deine Sachen für die Verbannung hinaus,
mitten am Tag und vor ihren Augen.
Du selbst aber geh am Abend vor ihren Augen hinaus,
wie einer, der in die Verbannung geführt wird.
Durchbrich die Mauer vor ihren Augen
und bring deine Sachen hinaus.
Nimm sie vor ihren Augen auf deine Schulter
und bring sie im Dunkeln hinaus.
Verhülle dein Gesicht, damit du das Land nicht siehst.
So zeige ich den Israeliten durch dich,
was kommen wird.
Ich tat, wie mir befohlen wurde.
Mitten am Tag brachte ich meine Sachen hinaus,
wie für die Verbannung.
Am Abend durchbrach ich die Mauer mit der Hand.
Im Dunkeln brachte ich meine Sachen weg,
vor ihren Augen nahm ich sie auf die Schulter.
Am Morgen kam das Wort des Herrn zu mir:
Du Mensch,
die Israeliten waren schon immer widerspenstig.
Jetzt haben sie zu dir gesagt: »Was tust du da?«
Sag zu ihnen: »So spricht Gott, der Herr!
Dieses Wort richtet sich an den Herrscher in Jerusalem
und an alle Israeliten in dieser Stadt.«
Sag zu ihnen: »Ich bin ein Zeichen für euch.
Was ich getan habe,
das wird auch mit den Judäern geschehen.
In die Verbannung, ja, in die Gefangenschaft
werden sie ziehen.
Ihr Herrscher wird seine Sachen schultern
und sie im Dunkeln hinausbringen.
Sie werden die Stadtmauer durchbrechen,
um ihre Sachen hinauszubringen.
Der Herrscher wird sein Gesicht verhüllen,
denn er wird das Land nicht mehr zu Gesicht bekommen.«
Ich aber werfe mein Netz über ihn
und er wird sich darin verfangen.
Dann bringe ich ihn nach Babylon,
in das Land der Babylonier.
Doch er wird das Land nicht sehen können.
Dort wird er sterben.
Sein ganzes Gefolge, seine Helfer und seine Truppen,
werde ich in alle Winde zerstreuen.
Mit gezücktem Schwert werde ich hinter ihnen her sein.
Dann werden sie erkennen, dass ich der Herr bin.
Sie werden es erkennen,
wenn ich sie unter fremde Völker zerstreue
und in ferne Länder vertreibe.
Ich werde nur wenige von ihnen übrig lassen.
Sie werden dem Schwert, der Hungersnot
und der Pest entkommen.
Sie sollen den Völkern, zu denen sie kommen,
von ihren ganzen Schandtaten erzählen.
Dann werden sie erkennen, dass ich der Herr bin.
Das Wort des Herrn kam zu mir:
Du Mensch, iss dein Brot mit zitternden Händen
und trink dein Wasser bebend und voller Sorge.
Sag zu den Menschen im Land:
»So spricht Gott, der Herr,
zu den Bewohnern Jerusalems im Land Israels.«
Sie werden ihr Brot mit Sorgen essen
und ihr Wasser mit Grauen trinken.
Der ganze Reichtum des Landes wird verwüstet werden,
weil seine Bewohner so gewalttätig sind.
Die bewohnten Städte werden in Trümmern liegen
und das Land wird menschenleer sein.
Dann werdet ihr erkennen, dass ich der Herr bin.
Gottes Ankündigungen treffen ein
Das Wort des Herrn kam zu mir:
Du Mensch, was ist das für ein Gerede
bei euch im Land Israels?
Ihr sagt: »Die Zeit zieht sich hin
und die Visionen der Propheten treffen nicht ein.«
Darum sag zu ihnen: »So spricht Gott, der Herr!
Ich werde diesem Gerede ein Ende machen
und man wird in Israel nicht mehr so reden.«
Sag zu ihnen: »Die Zeit ist nahe und jede Vision trifft ein.
Künftig wird keine Vision mehr nutzlos
oder nur ein trügerisches Orakel sein.
Das gilt für ganz Israel.
Ja, ich, der Herr, rede.
Was ich sage, wird geschehen –
es wird sich nicht länger verzögern.
Ihr wart ja schon immer widerspenstig.
Noch zu euren Lebzeiten kündige ich eine Sache an
und werde sie auch tun.«
– So lautet der Ausspruch von Gott, dem Herrn.
Das Wort des Herrn kam zu mir:
Du Mensch, die Israeliten sagen über dich:
»Seine Visionen treffen erst nach langer Zeit ein.
Er redet als Prophet nur über die ferne Zukunft.«
Darum sag zu ihnen: »So spricht Gott, der Herr!
Meine Worte werden sich nicht länger verzögern.
Was ich sage, wird geschehen.«
– So lautet der Ausspruch von Gott, dem Herrn.