1 Könige 8
Der Tempel als Wohnung Gottes
Worte zur Einweihung des Tempels
Der Tempel als Ort des Gebets
Schlussgebet und Ermahnung des Volkes
Die ersten Feste im Tempel
Sachwissen
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Opfer, Opfergaben
Das Opfer ist eine bei allen Völkern des Altertums verbreitete, besonders wichtige und feierliche Form des Gottesdienstes, mit dem Sinn, der Gottheit Verehrung darzubringen, ihre Gunst zu gewinnen oder ihre Strafe abzuwenden. Es gibt blutige und unblutige Opfer. Zu den unblutigen zählen Früchte, Getreide, Brot, Wein, Öl, Weihrauch, für die blutigen sind geeignet Rinder, Kälber, Schafe, Ziegen, Tauben.
3.5. Die Königsbücher
Die Darstellung der beiden Königsbücher (die ursprünglich nur ein Buch waren) reicht vom Beginn des Königtums Salomos bis zum babylonischen Exil. Während die beiden Samuelisbücher einen Zeitraum von kaum mehr als 50 Jahren beschreiben, schildern die Königsbücher also Ereignisse aus 4 Jahrhunderten. Dabei ist wichtig zu wissen, dass die Geschichte immer aus dem Blickwinkel des späteren Juda gesehen wird.
Himmel
Das entsprechende hebräische Wort steht grammatisch in der Mehrzahl, bezeichnet aber ursprünglich nicht eine Vielzahl von »Himmeln«. Es steht für das, was über der Erde und dem Meer ist, auch den Luftraum, für den das Hebräische kein eigenes Wort hat (→ Himmelsgewölbe). Der so verstandene »Himmel« ist – wie die Erde – Schöpfung Gottes (Gen 1,1). Gott ist über ihn wie über die ganze Schöpfung hoch erhaben (1 Kön 8,27). Wenn dennoch vom Himmel als dem Wohnbereich Gottes gesprochen wird (Ps 2,4; 11,4; 14,2; Mt 6,9), so ist dies der menschlich-bildhafte Versuch, Gottes absolute Weltüberlegenheit auszudrücken.
Gebet
Reden des Menschen mit Gott.
Mose
Führte Israel im Auftrag Gottes aus Ägypten und erhielt am Berg Sinai die Zehn Gebote.
Stämme Israels
Israel versteht sich als Verband von zwölf Stämmen, die auf die Nachkommen der Söhne Jakobs zurückgehen.
Kerubim
Himmlische Wesen mit einem menschlichen Gesicht, Flügeln und einem Löwenkörper. Ihre Abbilder im Heiligtum tragen den Thron Gottes.
Vorhof
Das → Heilige Zelt und der Jerusalemer Tempel waren von »Vorhöfen« umgeben, die zusammen den heiligen Bezirk bildeten (→ Tempel). Im inneren Vorhof, den nur Priester betreten durften, standen der Brandopferaltar und verschiedene Wasserbecken (2 Chr 4,1-9). Zum äußeren Vorhof hatten alle Israeliten Zutritt; den äußersten Bereich durften in neutestamentlicher Zeit auch Nichtisraeliten betreten.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Opfer
Darbringen einer Gabe (Tiere, Pflanzen, Weihrauch) für Gott, die Gemeinschaft mit ihm schafft. In der Regel wird das Opfer oder Teile davon auf dem Altar verbrannt.
Fluch
Für hebräisches Denken ist das gesprochene Wort eine wirkende Macht. Es gibt den bedingungslosen Fluch, der den Adressaten unter allen Umständen trifft, und den bedingten, der über ihm vorerst nur schwebt, ihn aber trifft, wenn er sich zuschulden kommen lässt, wovor in der Verfluchung gewarnt wurde (Lev 5,1; Dtn 27,14-26). Der Fluch dringt in den Menschen ein (Ps 109,18-19), zerstört dessen Familie und wirkt sich über Generationen aus (Gen 9,25; Num 22,6.12), wie entsprechend der → Segen Einzelnen und ihren Familien über Generationen Glück und Gedeihen schenkt.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Älteste
Die Stellung der Ältesten gründete ursprünglich in der Würde des Alters: In Familie und Sippe gilt die Autorität der Alten. Obwohl im Grundsatz alle Familienoberhäupter den gleichen Rang hatten, übten im größeren Verband des Stammes die Häupter der mächtigsten Familien die Autorität aus, im Krieg als Anführer und im Frieden durch Rechtsprechung. Sie bildeten eine Art Adel.
Zion (Zionsberg, -stadt)
Ursprünglicher Name der von David eroberten Jebusiterfestung, die dann »Davidsstadt« genannt wurde (2 Sam 5,6-9). Später ging der Name auf den Tempelberg über und wurde schließlich zur Bezeichnung für ganz Jerusalem und seine Bewohner. In der Kreuzfahrerzeit wurde der Name irrtümlich auf den Westhügel der Stadt übertragen.
Salomo
Einer der berühmtesten Könige von Israel, der etwa 970–930 v. Chr. regierte.
Bund
Vertrag, mit dem zwei Partner eine gegenseitige Verpflichtung eingehen. Ist Gott einer der Partner, kann er sich auch einseitig zur Treue gegenüber seinem Volk oder einzelnen Menschen verpflichten.
Name (von Gott, von Jesus)
Für biblisches Denken ist der Name nicht eine austauschbare Äußerlichkeit (Faust: »Schall und Rauch«), sondern aufs Engste mit der Person des Namensträgers, dessen Wesen und Wirken verbunden. Es hat deshalb eine entscheidende Bedeutung, dass Gott im Alten Testament, wie alle Götter des Altertums, einen Eigennamen trägt (Jahwe; → Herr). Durch das betende Anrufen und feierliche Aussprechen des Gottesnamens wird Gott selbst gegenwärtig, z.B. im Segenszuspruch der Priester (Num 6,22-27) oder wenn der Name als Akt der Besitzergreifung über etwas ausgerufen wird (Jes 43,7; Jer 14,9; Am 9,12). In älterer Zeit wurde der Name Gottes zur Beteuerung der Wahrheit einer Aussage im Schwur angerufen, später aus Scheu vor Missbrauch (Ex 20,7) überhaupt nicht mehr ausgesprochen, nur noch vom → Obersten Priester bei der Erteilung des in Num 6,22-26 überlieferten Segens (Sir 50,20). Wenn der → Tempel in Jerusalem als Wohnsitz für Gottes »Namen« bezeichnet wird (Dtn 12,5), so bedeutet dies, dass Gott dort für sein Volk zu finden ist und ihm seine ganze Heils- und Segensfülle zuwenden will (1 Kön 8,27-53).
Zion
Tempelberg von Jerusalem, aber auch Bezeichnung für die ganze Stadt.
Etanim
Der 1. Monat des althebräischen Jahres (→ Kalender), etwa Mitte September bis Mitte Oktober.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Altar
Eine Art Tisch oder Podest, auf dem einer Gottheit Opfergaben dargebracht wurden.
Brandopfer
Das geschlachtete Opfertier wird mit Ausnahme der Haut bzw. des Fells vollständig auf dem Brandopferaltar verbrannt.
1. Könige 8,22-24.26-28 | Christi Himmelfahrt | 29.05.2025
Die Königebücher stellen die Geschichte des Volkes Israel von der Epoche Salomos bis zum politischen Ende des Königreiches Juda dar. Die Bücher sind aber inhaltlich wie konzeptionell kein eigenständiges Werk. Wer die Eingangskapitel 1Kön 1–2 liest, stellt fest: Hier beginnt keine neue Geschichte. Sie bilden vielmehr den Schlussabschnitt der Thronfolgeerzählung, die in 2Samuel einsetzt und bis zu 1Kön 2,46 reicht. In der Septuaginta werden daher die beiden Samuel- und die beiden Königebücher zusammen als „1–4 Königtümer“ gezählt. Konzeptionell stehen die Königebücher in Verbindung mit dem Buch Deuteronomium. Ihre Geschichtsdeutung, die v.a. in den Beurteilungen der Könige von Israel und Juda oder längeren Reflexionstexten zum Ausdruck kommt, erklärt sich vor dem Hintergrund deuteronomischen Denkens (Deuteronomistisches Geschichtswerk). Die Königebücher stehen also nicht für sich, zentral für ihr Verständnis ist vielmehr, dass sie in einem größeren literarischen Zusammenhang gelesen werden müssen.
Heuschrecken
Flugfähige und gefräßige Insekten, die sich von Grünpflanzen ernähren. In Schwärmen von Millionen Einzeltieren können sie ganze Ernten vernichten.
Himmelswelten
Herrlichkeit
Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor.
Allerheiligstes
Der innerste Raum des → Heiligen Zeltes und des Jerusalemer → Tempels, der als Gottes »Wohnung« (d.h. Ort seiner unsichtbaren Gegenwart) ihm allein vorbehalten war. Der dunkle, fensterlose Raum – im Jerusalemer Tempel ein Kubus von 5 m Seitenlänge – enthielt die → Bundeslade mit den Gesetzestafeln und der Deckplatte, an der einmal im Jahr am → Versöhnungstag vom → Obersten Priester die Sühnehandlung vollzogen wurde (Lev 16,11-17); sonst durfte dieser Raum nicht betreten werden.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Allerheiligstes
Ort der Gegenwart Gottes im hinteren Teil der Haupthalle des Jerusalemer Tempels.
Gebote
Bestimmungen, die Gott den Menschen gegeben hat. Sie ordnen das Leben so, wie es nach Gottes Willen sein soll.
Lade
Eine an Stangen tragbare Truhe aus Holz mit goldener Deckplatte, die für die Gegenwart Gottes bei seinem Volk steht.
Horeb
In einem Teil der alttestamentlichen Schriften Name für den Berg der Gottesoffenbarung, der sonst → Sinai genannt wird.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Priester
Bringt Opfer im Heiligtum dar und deutet den Willen Gottes.
Altar
Opfertisch im Freien aus Erde oder Stein (Ex 20,22-26), auf dem Opfertiere verbrannt wurden (→ Opfer). Kleinere Altäre dienten der Verbrennung von Weihrauch (→ Räucheropfer → Räucheraltar, → Räuchersäule). Wenn im Zusammenhang mit dem → Heiligen Zelt oder dem Jerusalemer → Tempel vom Altar ohne nähere Kennzeichnung gesprochen wird, ist der → Brandopferaltar gemeint. – Am Altar eines Heiligtums konnten Verfolgte Schutz finden (»Asyl«; Ex 21,13-14; 1 Kön 1,50-51; 2,28-30).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Ehrfurcht
Eine Haltung größter Hochachtung gegenüber Gott, die sowohl Bewunderung als auch Erschrecken zum Ausdruck bringt.
Laubhüttenfest
Wichtigstes, abschließendes Erntefest, eines der drei israelitischen Hauptfeste. Es wurde mit einer Wallfahrt nach Jerusalem im Herbst (Anfang Oktober) gefeiert und dauerte etwa eine Woche (Ex 23,16; Num 29,12-38; Dtn 16,13-15). Neben dem Wohnen in »Laubhütten« (Lev 23,42-43; Neh 8,14.17) bestand der Brauch, dass von Priestern täglich Wasser aus dem Teich → Schiloach geschöpft und zum Morgenbrandopfer auf den → Altar gegossen wurde (vgl. Joh 7,37-38). Jede Nacht wurde der Tempel festlich beleuchtet, wobei im Frauenvorhof vier große Leuchter aufgestellt wurden, die die Umfassungsmauern des Tempels überragten und so ihr Licht über ganz Jerusalem breiteten (vgl. Joh 8,12 im Zusammenhang mit 7,37).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Knecht Gottes
Ehrenvolle Bezeichnung für Menschen, die Gott in seinen Dienst nimmt.
Bundeslade
Die »Lade« war ein an Stangen tragbarer hölzerner »Kasten« mit goldener Deckplatte, die als Thronsitz des unsichtbaren Gottes gedeutet werden kann und von zwei → Kerubim als Thronwächtern flankiert wird (Ex 25,10-22). Dieses tragbare hochheilige Gerät (vgl. 1 Sam 6,19; 2 Sam 6,6-9) wurde von den Israeliten bei ihren Wanderungen und Kriegszügen (Num 10,35-36; 1 Sam 4,3; 2 Sam 11,11) mitgeführt und im → Allerheiligsten ihres Heiligtums aufgestellt (1 Kön 8,1-9). Sie ist seit der Zerstörung des Jerusalemer → Tempels 586 v.Chr. verschwunden.
Heiliges Zelt
Transportables Zeltheiligtum der Israeliten während der Wanderzeit (Ex 26; 40,16-35). Die hebräische Bezeichnung lautet wörtlich »Zelt der Begegnung« (Gottes mit seinem Volk; vgl. Ex 29,42-43). Nach der Sesshaftwerdung des Volkes im Land → Kanaan verlor das Heilige Zelt seine Bedeutung. Nach Jos 18,1; 19,51 stand es in Schilo. Von weiteren Stationen wissen 2 Chr 1,3 und 1 Kön 8,4. Das Zelt, in dem David die → Bundeslade aufgestellt hat (2 Sam 6,17par), lässt keinen Zusammenhang mit dem Heiligen Zelt der Wüstenzeit erkennen. – Die Vorschriften für den Priester- und Opferdienst am Heiligen Zelt im 2.–4. Mose-Buch gelten sinngemäß für den → Tempel in Jerusalem.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Leviten
Erfüllen bestimmte Aufgaben beim Gottesdienst im Heiligtum. Mit den Priestern gelten sie als Nachkommen des Stammvaters Levi.
Leviten
Sie gelten ebenso wie die → Priester als Nachkommen des Stammvaters Levi (Gen 29,34; Ex 6,16-25). Im System der zwölf Stämme erhalten sie keinen Landanteil, sondern werden für den Dienst am Heiligtum ausgesondert (Num 18,20-24). Ursprünglich hatten sie offenbar auch den Priesterdienst an den → Opferstätten im Land ausgeübt (vgl. Ri 17,7-13; Ez 44,9-14). Mit der Zentralisierung des Opferdienstes nach dem unter König Joschija aufgefundenen → Gesetzbuch (1 Kön 22; vgl. 2 Kön 23,8b-9 mit Dtn 12,4-7) wurden die Leviten zu Helfern der Jerusalemer Priesterschaft ohne priesterliche Rechte. Nach 1 Chr 25–26 sind ihnen spezielle Dienste im → Tempel anvertraut: als Sänger, Torhüter, Schatzmeister; dazu tritt die Aufgabe der religiösen Unterweisung (Neh 8,7-8).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Speiseopfer
Besteht aus Getreide, Mehl, ungesäuerten Backwaren und Öl. Ein Teil wird auf dem Altar verbrannt.
Grenze, ägyptische
Als Grenze Ägyptens galt ursprünglich vermutlich das Wadi (= Tal mit nur zeitweiser Wasserführung) Besor, das südlich von Gaza ins Mittelmeer mündet (vgl. 1 Sam 30,9-10), in nachexilischer Zeit das etwa 75 km weiter südlich gelegene Wadi el-Arisch.
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Bund
Das Wort bezeichnet ursprünglich ein Rechtsverhältnis auf Vertragsbasis unter Gleichberechtigten oder einen Vasallenvertrag zwischen einem stärkeren und einem schwächeren Partner. Der Bund zwischen Gott und seinem Volk ist nicht ein Vertrag zwischen gleichgestellten Partnern. Immer geht die Initiative von Gott aus, der mit einem Einzelnen oder dem ganzen Volk Israel in ein besonderes Verhältnis tritt. Dieses Verhältnis umfasst von Gott her die Zusicherung von Heil und Segen (z.B. Land- und Nachkommenschaftszusage), vom Menschen her die Verpflichtung zur Treue gegenüber Gott und seinen Geboten.
Priester, Priesterdienst, Priestertum
Im Alten Testament Personen, die aufgrund ihrer Familienzugehörigkeit und ihrer besonderen Weihe dazu bestimmt waren, die Gottesdienste zu leiten, → Opfer darzubringen und den Willen Gottes zu deuten. Nach dem → Gesetz durften nur Nachkommen Aarons den Priesterdienst verrichten (Ex 40,12-15; Num 18,1-7), während die → Leviten für die übrigen Dienste im Heiligtum zuständig waren. Die Priester wurden in 24 Dienstgruppen eingeteilt (1 Chr 24,1-19), die sich in festgelegter Reihenfolge im Tempeldienst ablösten. An der Spitze der Priesterschaft stand in der Zeit nach dem → Exil der → Oberste Priester (herkömmlich »Hohepriester«).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Tempel
Der Tempel in Jerusalem war – wie schon das → Heilige Zelt – nicht Versammlungshaus der Gemeinde, sondern Wohnung Gottes (Ex 40,34; 1 Kön 8,13). Der Tempel Salomos war ein Langhausbau, der aus drei Teilen bestand: Vorhalle, Heiliges und → Allerheiligstes, und der mit 30 m Gesamtlänge etwa die Größe einer Dorfkirche hatte (ausführliche Beschreibung in 1 Kön 6; die Einrichtung entspricht der des Heiligen Zeltes in Ex 40). Der Tempel war von zwei Vorhöfen umgeben: einem inneren, in dem der große → Brandopferaltar stand, und einem äußeren, dessen Umfassungsmauer den südlich des Tempels gelegenen Königspalast mit einschloss. Nebukadnezzar zerstörte den ersten Tempel 586 v.Chr. Nach der Rückkehr der Judäer aus der Verbannung wurde er an der alten Stelle in bescheidenerer Ausstattung wieder aufgebaut (Tempelweihe 515 v.Chr.).
Bevollmächtigter
Das Wort steht in dieser Übersetzung für »Knecht (Gottes)«, v.a. in den sog. Gottesknechts-Liedern Jes 42,1-4; 49,1-6; 50,4-11; 52,13–53,12. »Knecht« bezeichnet im Alten Testament nicht nur den → Sklaven; es ist zugleich ehrende Bezeichnung für höchste Würden- und Vollmachtsträger. Hohe Beamte, Minister, Feldherrn sind die bevorzugten »Knechte« des Königs; Abraham, Mose, David sind die bevorzugten »Knechte« Gottes (in dieser Übersetzung zumeist »Diener«).
David
Bedeutender König in der Geschichte Israels, der etwa 1000–960 v. Chr. regierte. Er gilt als Dichter zahlreicher Lieder und Gebete.