Psalm 1
Das erste Buch der Psalmen
Die Freude an Gottes Wort
Sachwissen
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Einführung: Die poetischen Bücher
Zu den poetischen Büchern der Bibel zählen Hiob, die Psalmen, Sprichwörter, Kohelet und das Hohelied. Sie sind in der Sprache der Dichtung geschrieben, die in besonderer Weise auch Herz und Gefühl des Menschen anspricht. Im Unterschied zur deutschen Dichtung spielt in der hebräischen Poesie der Endreim kaum eine Rolle. Ihr wichtigstes Kennzeichen ist vielmehr die Formulierung in parallelen Aussagen, der sogenannte Parallelismus. Das bedeutet: In einem zweigeteilten Vers sind die beiden Hälften inhaltlich aufeinander bezogen und bilden zusammen eine Sinneinheit. Ein Beispiel dafür ist Psalm 103,1: »Lobe den HERRN, meine Seele!/Und alles in mir preise seinen heiligen Namen!« Dabei wird der zweite Teil jeweils eingerückt. Solche parallel aufgebauten Verse und Sprüche gibt es in großer Vielfalt. Sie können auch einen Gegensatz (Sprichwörter 10,1), eine Steigerung (Psalm 29,1) oder einen Gedankenfortschritt (Hiob 3,26) zum Ausdruck bringen. Ihre poetische Kraft liegt darin, dass sie einen einzigen Sachverhalt durch zwei aufeinander bezogene Aussagen beschreiben. So regen sie dazu an, beim Lesen den Sinnzusammenhang zwischen den beiden Vershälften auszuloten.
Einführung: Die Psalmen
Das Wort »Psalmen« geht auf das Griechische zurück und bezeichnet Lieder, die zur Musik eines Saiteninstruments gesungen werden. Die Sammlung der Psalmen umfasst 150 Lieder und ist in der Hebräischen Bibel mit »Buch der Lobgesänge« überschrieben. Nach dem Vorbild der fünf Bücher Mose werden die Psalmen in fünf Bücher eingeteilt. Jedes Buch schließt mit einem besonders klangvollen Lobpreis, mit einem »Amen« oder »Halleluja« (41,14; 72,18-19; 89,53; 106,48; 150,6).
5.2. Die Psalmen/Der Psalter (Ps)
Der Name „Buch der Psalmen“ (gr. βίβλος ψαλμῶν, biblos psalmon) ist bereits im Neuen Testament (Apg 1,20) belegt, er stammt wohl aus der griechischen Textüberlieferung. Abgeleitet ist dieser Name von einem griechischen Saiteninstrument (ψαλτήριον, psaltērion), die Psalmen galten demnach als Lieder.
Sünde, Schuld
Sünde beschreibt die Trennung des Menschen von Gott; Schuld bezieht sich im Unterschied dazu auf konkrete Verfehlungen, die von Gott trennen und das Gewissen belasten können.
Gesetz
Das Judentum bezeichnete die fünf Mosebücher als »Gesetz« (Tora = Weisung) und umschrieb das Alte Testament mit »das Gesetz und die Propheten« (vgl. Mt 5,17; 7,12; 22,40; Röm 3,21). Der Begriff »Gesetz« konnte aber auch auf das ganze Alte Testament ausgedehnt werden. Seit der Zeit Esras (vgl. Neh 8–10) bestimmte das Mosegesetz das gesamte Leben des jüdischen Volkes und grenzte es streng gegen die übrigen Völker ab. Von besonderer Bedeutung wurden dafür die Gesetze über die → Beschneidung und den → Sabbat sowie die Reinheitsvorschriften (→ rein). Die Frage nach der bleibenden Geltung des Mosegesetzes führte in der Urchristenheit zu ernsten Auseinandersetzungen (Apg 15; Gal 2).
(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)
Weisung
Hebräisch Tora. Sie umfasst die schriftliche und mündliche Mitteilung von Gottes Willen.
Frevler
Menschen, die Gottes Gebote missachten und ihre eigenen Interessen gewaltsam durchsetzen.
Gerechte
Menschen, die Gottes Gebote befolgen, sodass das Leben in Gemeinschaft miteinander gelingt.
Spreu
Hülsen und Strohreste von Getreide. Nach dem Dreschen wird das Getreide in die Luft geworfen. Die leichte Spreu wird vom Wind davongetragen, die Körner dagegen fallen wieder auf den Boden.