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Einführung: Der zweite Brief von Petrus

Der zweite Brief von Petrus gibt an, kurz vor dem Tod des Apostels verfasst worden zu sein (1,12-15). Er gilt daher manchmal auch als das »Testament des Petrus«. Doch einiges spricht dafür, dass der Brief erst deutlich später entstanden ist. So wird in 2. Petrus 2 der Judasbrief als Vorlage verwendet. Außerdem wird davon gesprochen, dass die erste Generation von Christen bereits verstorben ist (3,4). Deshalb nehmen viele an, dass der Brief erst kurz nach 100 n. Chr. geschrieben wurde, wahrscheinlich als die letzte Schrift des Neuen Testaments. 

5.3. Der 2. Petrusbrief (2Petr)

Der 2Petr nennt im Präskript Simon Petrus als Absender (1,1). Vor allem aus dem Abschnitt 1,13-15 geht hervor, dass der Brief das Testament des Apostels sein will. Dieser Anspruch erweist sich spätestens in 3,4 als Fiktion. Der Verfasser zitiert „Spötter“, die an der verheißenen Parusie Christi zweifeln, und als Begründung für diesen Zweifel darauf verweisen, dass die Väter, d. h. die erste Generation der Christen, tot sei. Zu diesen entschlafenen Vätern gehört aber Petrus selbst!

Diener von Christus

Bezeichnung für eine Person, die Christus als ihren Herrn anerkennt. In seinem Auftrag und mit seiner Vollmacht verkündet sie das Wort Gottes.

2. Petrus 1,2-11 | Aschermittwoch | 14.02.2024

Bemüht euch um die Tugenden des Glaubens!

Geist Gottes, Heiliger Geist

Kraft, durch die Gott in der Welt wirkt.

Heiliger Geist

Das hebräische Wort für Geist bedeutet ursprünglich »Wind, Hauch«. Gemeint ist damit das Lebensprinzip, das der Schöpfung zugrunde liegt (Gen 1,2), das Gott seinen Geschöpfen verliehen hat und über das er jederzeit verfügt (vgl. Ps 104,29-30). Vom Geist Gottes gehen aber auch spezielle Wirkungen auf bestimmte Menschen aus: Der Geist kommt über einen Menschen und treibt ihn zu einer bestimmten Tat (Ri 3,10; 13,25). Er beseelt die ekstatischen Prophetengemeinschaften (1 Sam 10,10-12) und kann einen → Propheten ganz real an einen anderen Ort versetzen (1 Kön 18,12; vgl. Ez 8,3). Wenn der Geist Gottes für dauernd von einem Menschen Besitz ergreift wie von David (1 Sam 16,13) oder einer prophetischen Gestalt (Jes 42,1; 61,1), ist dies das Zeichen einer besonderen Verbundenheit mit Gott und Beauftragung durch ihn (vgl. Joh 1,32-34).

Erkenntnis

Das hebräische Wort für Erkenntnis meint nicht durch Nachdenken – mit dem Verstand – gewonnene Erkenntnis, sondern durch Umgang und Erfahrung gewonnene Einsicht. Erkenntnis dieser Art setzt ein inneres Angerührtsein von der Sache oder eine gewisse Selbsterschließung der Person voraus, um deren »Erkenntnis« es geht. Daher gilt Erkenntnis in Dingen des christlichen Glaubens als eine der wichtigsten Gaben des → Geistes Gottes (1 Kor 1,5; 12,8; 14,6; 2 Kor 8,7) – die freilich auch Gefahren und Probleme mit sich bringen kann: Eine »Erkenntnis«, die dazu verführt, dass man gegen die Liebe verstößt (1 Kor 8; 13,2) oder sich über zentrale Inhalte apostolischer Verkündigung hinwegsetzt (1 Kor 1,17-25; 2 Tim 2,14-18; 1 Joh 2,20-25), hat mit dem Geist Gottes nichts mehr zu tun. Solche fehlgeleitete »Erkenntnis« wird schon an einzelnen Stellen des 1. Korintherbriefes, vor allem aber im Johannes-Evangelium, dem 1. Johannesbrief, dem Judasbrief und in den Pastoralbriefen (1 Tim 6,20) bekämpft (es handelt sich hier um Frühformen der → Gnosis).

(Sacherklärungen Gute Nachricht Bibel, durchgesehene Neuausgabe, © 2018 Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart)

Himmel

Im übertragenen Sinn beschreibt »Himmel« den Bereich, in dem Gott wohnt.

Ausübung des Glaubens

Gebet, Gottesdienst und eine Lebensführung, die dem Willen Gottes und dem Glauben an Christus entspricht.

Welt, diese

Die neutestamentliche Redeweise von »dieser Welt« bezeichnet die Menschenwelt als eine, die sich von Gott abgewandt hat und seinen → Sohn, in dem er der Welt seine Liebe zugewandt hat (Joh 3,16), abweist. Dadurch wird der Bereich, in dem die Menschen leben, zu einer Welt, die unter Gottes Gericht steht (Joh 3,19) und vom Bösen beherrscht ist (Gal 1,4; Eph 6,12; → Herrscher dieser Welt).

Sohn Gottes

Titel, der das besondere Vertrauensverhältnis eines Menschen zu Gott zum Ausdruck bringt. Im Neuen Testament wird der Titel ausschließlich für Jesus verwendet.

Petrus

Beiname eines Jüngers von Jesus, der übersetzt »Fels« bedeutet. Der volle Name lautet Simon Petrus.

Heilige Schrift

Für das Judentum und für das frühe Christentum die Bücher, die sich im Alten Testament finden.

Ehre, ehren

Einen Menschen oder Gott ehren heißt, ihn so zu behandeln, wie es seiner Stellung entspricht.

Gnade

Liebevolle Zuwendung Gottes, die er den Menschen ohne Vorbedingung schenkt. 

Reich Gottes

Wörtlich »Königsherrschaft Gottes«. Bezeichnet den Herrschaftsbereich, in dem sich Gottes Wille durchsetzt.

Welt, diese Welt

Die von griechischer Kultur geprägte Umwelt der frühen Gemeinden, die sich nicht an christlichen Maßstäben orientierte.

Herr

(Jesus Christus) Unter den Würdetiteln, die zum Ausdruck bringen, was Jesus für das Heil der Menschen bedeutet (→ Christus, → Menschensohn), nimmt der Titel »Herr« eine herausragende Stellung ein. Er kann ganz allgemein als Anrede an Höhergestellte gebraucht werden; in der »heidnischen« Umwelt des Neuen Testaments wurden die verschiedensten Götter mit diesem Titel bedacht (vgl. 1 Kor 8,5). Ihnen gegenüber ist Jesus in einzigartiger Weise »der Herr« (1 Kor 8,6). Für die inhaltliche Füllung dieses Titels ist jedoch entscheidend, dass das Wort »Herr« in der griechischen Übersetzung des Alten Testaments an die Stelle des Gottesnamens Jahwe getreten ist (→ Herr). Damit ist die Möglichkeit gegeben, Aussagen des Alten Testaments über Gott direkt auf Jesus zu beziehen (z.B. Joël 3,5 in Apg 2,21 und in Röm 10,9-13 oder Jes 45,23-24 in Phil 2,10-11) und so – ohne Jesus mit Gott gleichzusetzen – seine entscheidende Heilsbedeutung zum Ausdruck zu bringen.

Apostel

Wörtlich »Ausgesandte«. Menschen, die dazu berufen sind, die Gute Nachricht von Jesus Christus zu verkünden. Im engeren Sinn die zwölf Jünger von Jesus, die ihn während seines Lebens begleiteten.

Auferstehung/Aufwerweckung

Meint die Auferstehung bzw. Auferweckung vom Tod und das ewige Leben im Reich Gottes.

Glaube, glauben

Meint das tiefe Vertrauen auf Gott, das zu einem Leben nach seinem Willen führt.

Herrlichkeit

Bezeichnet das, was einer Person Ansehen und Macht verleiht. Gottes Herrlichkeit stellt man sich auch als strahlenden Lichtglanz vor.

Bruder, Schwester

Wörtlich »Bruder«. Das griechische Wort bezeichnet männliche und weibliche Mitglieder der Gemeinde.

Frieden

Umfassender Zustand von Glück und Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft, der aus der Beziehung mit Gott hervorgeht.

Christus

Bedeutet übersetzt »der Gesalbte«. Im Alten Testament werden Könige, aber auch Propheten und Priester bei Amtsantritt gesalbt. Später wird der von Gott zum Herrscher der Welt bestimmte Retter so genannt. Im Neuen Testament ist das Jesus. 

Frieden

Anders als im abendländischen Denken ist Frieden im orientalisch-biblischen nicht einfach die Abwesenheit von Krieg, sondern ein viel weiterer und vornehmlich positiv gefüllter Begriff. »Frieden« (hebräisch schalom) meint: umfassendes Glück, Wohlergehen des Einzelnen und der Gemeinschaft, gelungenes Leben in gelungenen Beziehungen – zueinander, zu sich selbst, zur Umwelt, zu Gott. Ein Idealbild dessen, was »Frieden« in diesem Sinne heißt, zeichnet Ps 72, wo das Wort an zentralen Stellen, in Vers 3 und in Vers 7 (dort mit »Wohlstand« übersetzt), vorkommt. Für biblisches Denken hat die gelungene Beziehung zu Gott grundlegende Bedeutung für alle anderen Beziehungen. Heilvolles Leben in allen Dimensionen, die das Leben ausmachen, ist nur möglich, wo Gott geehrt wird und seine Rechts- und Lebensordnungen bewahrt werden (Ps 85,9-14; 119,165; 147,10-14; Jes 32,15-18; 48,18; 54,13; 57,21).