Die erste Rede des Bildad
Da antwortete Bildad aus Schuach und sagte:
Wie lange willst du so daherreden?
Dein Wortschwall ist wie ein gewaltiger Sturm.
Glaubst du im Ernst,
dass Gott die Ordnung ins Gegenteil verkehrt?
Oder dass der Allmächtige das Recht verdreht?
Wenn deine Söhne sich gegen Gott gestellt haben,
hat er sie bestimmt für ihre Vergehen bestraft.
Dann bleibt dir nichts, als dich an Gott zu wenden
und den Allmächtigen um Gnade anzuflehen.
Wenn du ein reines Herz hast und aufrichtig bist,
wirst du sein Mitleid erregen.
Dann wird er dir Gerechtigkeit widerfahren lassen.
Dein früheres Glück wird dir gering erscheinen.
Am Ende steht dir eine herrliche Zukunft bevor.
Frag doch, was frühere Generationen wussten!
Und merk dir, was ihre Väter herausgefunden haben!
Wir wissen doch nur, was gestern war.
Denn unsere Lebenszeit auf der Erde ist so kurz,
wie ein Schatten vorübergeht.
Es sind die Väter, von denen du lernen kannst.
Sie geben ihre Erfahrung an dich weiter.
Aus ihrem Wissen stammen bedeutsame Lehren.
»Wächst Papyrus in die Höhe, wo kein Sumpf ist?
Oder Schilf, wo kein Wasser in der Nähe ist?«
Nein! Die jungen Pflanzen verdorren vor der Ernte,
sie verwelken schneller als alles Gras.
Genauso schnell geht es mit allen zu Ende,
die Gott vergessen haben.
Wer nicht auf Gott vertraut, lebt ohne Zuversicht.
Seine Hoffnung hängt an einem seidenen Faden.
Sein Vertrauen ist schwächer als ein Spinngewebe.
Lehnt er sich an sein Haus, bleibt es nicht stehen.
Klammert er sich daran, hält es nicht stand.
Der Frevler ist wie eine junge Pflanze:
Voll im Saft steht sie in der Sonne.
Die Ranken wuchern überall im Garten.
Die Wurzeln suchen Halt im Geröll,
zwischen Steinen klammern sie sich fest.
Doch reißt man sie aus dem Boden,
weiß niemand mehr, wo sie gestanden hat.
Ja, so ist das auch mit dem Lebensweg des Frevlers!
Er verschwindet, andere treten an seine Stelle.
Jetzt weißt du: Gott verwirft den Frommen nicht,
und die Übeltäter können bei ihm nicht bestehen.
Gott sorgt dafür, dass du wieder lachen kannst.
Jubel wird dir von den Lippen fließen.
Wer dich mit seinem Hass verfolgt hat,
wird in Schimpf und Schande leben müssen.
Und wo der Frevler sein Zelt aufgeschlagen hat,
findet sich keine Spur mehr davon.