Die Reden des vierten Freundes
Der junge Elihu mischt sich ein
Die drei Männer gaben es auf,
Hiob mit ihren Antworten zurechtzuweisen.
Denn er blieb bei seiner Meinung, dass er im Recht sei.
Da geriet Elihu außer sich vor Zorn.
Er war der Sohn des Barachel,
ein Busiter aus der Großfamilie des Ram.
Sein Zorn richtete sich gegen Hiob,
weil der sich gegenüber Gott im Recht sah.
Aber auch über die drei Freunde war er zornig.
Denn sie hatten keine Antworten gefunden,
die bewiesen, dass Hiob im Unrecht war.
Elihu hatte das Gespräch zunächst abgewartet,
das sie mit Hiob führten.
Denn sie waren älter als er.
Als Elihu jedoch merkte,
dass den drei Männern die Argumente ausgingen,
packte ihn der Zorn.
Elihu wendet sich an seine Zuhörer
Elihu, der Sohn des Barachel,
ergriff das Wort und sagte:
Ich bin noch jung an Jahren,
ihr aber seid in einem ehrwürdigen Alter.
Deshalb hielt ich mich zurück und scheute mich,
mein Wissen vor euch auszubreiten.
Ich dachte: Die Alten sollen reden,
die sich über viele Jahre Weisheit erworben haben.
Doch es ist die Vernunft, über die der Mensch verfügt.
Der Geist des Allmächtigen führt ihn zur Einsicht.
Wer viele Jahre vorzuweisen hat,
ist noch lange nicht klug.
Wer ein ehrwürdiges Alter erreicht hat,
ist noch lange nicht im Recht.
Deshalb fordere ich euch auf: Hört mir zu!
Jetzt will auch ich mein Wissen weitergeben.
Seht, ich habe eure Worte abgewartet!
Ich lauschte auf eure klugen Reden.
Während ihr eure Argumente vorbrachtet,
hörte ich euch aufmerksam zu.
Doch keiner von euch konnte Hiob widerlegen,
keiner seinen Worten etwas entgegensetzen.
Denkt nicht: »Wir haben die Lösung gefunden.
Nur Gott kann ihn in die Schranken weisen.
Ein Mensch kann es nicht!«
Nein! Mich zwingt Hiob bestimmt nicht in die Knie,
nicht mit solchen Worten.
Doch die Antworten, die ihr gegeben habt,
kann ich nicht gegen ihn gebrauchen.
Was sind denn das für Freunde?
Sie geben sich geschlagen und antworten nicht mehr.
Offenbar sind ihnen die Argumente ausgegangen.
Ich warte, doch keiner von ihnen sagt etwas.
Sie stehen nur da und antworten nicht mehr.
So will ich antworten und meinen Teil beitragen.
Jetzt will auch ich mein Wissen weitergeben.
Bis oben bin ich angefüllt mit Argumenten.
Geistreiche Worte schwirren mir durch den Kopf.
Wie neuer Wein, den man in Schläuche füllt,
gärt es in mir, sodass ich gleich platze.
Ich muss reden, muss mir Luft verschaffen,
die Lippen öffnen und endlich Antwort geben!
Ich werde für niemanden Partei ergreifen
und keinem Menschen nach dem Mund reden.
Denn Schmeicheln ist nicht meine Sache.
Sonst würde der, der mich erschaffen hat,
schon bald ein Ende mit mir machen.