Die zweite Rede des Bildad
Da antwortete Bildad aus Schuach und sagte:
Mach Schluss mit dem endlosen Gerede!
Denk erst einmal nach, dann lass uns reden!
Warum hält man uns für unvernünftige Tiere?
Sind wir denn so dumm in deinen Augen?
Du zerfleischst dich selbst in deinem Zorn.
Soll denn die Erde wegen dir menschenleer werden,
der Fels sich von seiner Stelle fortbewegen?
Das Licht des Frevlers wird verlöschen,
schon bald leuchtet sein Feuer nicht mehr.
Das Licht in seinem Zelt wird dunkel,
und die Lampe über ihm geht aus.
Auf dem Weg zum Erfolg kommt er nicht voran,
sein eigener Plan bringt ihn zu Fall.
Mit seinen Füßen verfängt er sich im Netz,
er tritt auf Zweige über einer Fallgrube.
Die Falle schnappt nach seiner Ferse,
die Schlinge zieht sich zu und hält ihn fest.
Das Fangseil liegt versteckt auf dem Boden,
die Schlinge ist auf dem Weg für ihn ausgelegt.
Von allen Seiten bedrängen ihn Schrecken,
die Angst folgt ihm auf Schritt und Tritt.
Das Unheil ist hungrig nach ihm,
Verderben wartet auf seinen Fall.
Seine Haut wird von Krankheit zerfressen,
ein Krankheitsdämon verzehrt seine Glieder.
Aus seinem sicheren Zelt wird er herausgerissen.
Vor dem König des Schreckens muss er erscheinen.
In seinem Zelt haust jetzt ein Nachtdämon.
Schwefel streut man über den Ort, wo er gewohnt hat.
Das Ende des Frevlers gleicht einem Baum:
Unten vertrocknen seine Wurzeln
und oben verdorren seine Zweige.
Sein Name wird im ganzen Land vergessen,
auf der Straße kennt ihn keiner mehr.
Gott stößt ihn vom Licht in die Finsternis,
er jagt ihn vom Erdkreis davon.
Kinder oder Enkel von ihm sucht man vergeblich.
In seinem Heimatort erinnert nichts mehr an ihn.
Über sein Geschick herrscht Entsetzen im Westen,
und im Osten hört man mit Schrecken davon.
Ja, nichts bleibt von der Wohnung des Übeltäters.
Denn es ist ein Ort, wo man Gott nicht kennt.