Die Feinde der Juden werden vernichtet
Der Plan von Haman wird abgewendet
Noch an dem Tag, an dem Haman starb,
verschenkte König Xerxes das Haus von Haman.
Er schenkte es Königin Ester.
Haman war der Feind der Juden gewesen.
Mordechai aber durfte zum König gehen.
Ester hatte dem König anvertraut,
dass Mordechai mit ihr verwandt war.
Da streifte der König seinen Siegelring ab,
den er Haman wieder abgenommen hatte.
Er gab ihn Mordechai,
und Ester machte Mordechai zum Verwalter des Hauses,
das Haman gehört hatte.
Ester aber wandte sich noch einmal an den König.
Sie warf sich ihm zu Füßen,
weinte und flehte ihn an:
»Wende den bösen Plan von Haman, dem Agagiter, ab!
Er richtet sich gegen die Juden.«
Der König streckte Ester
den goldenen Herrscherstab entgegen.
Da stand Ester auf und trat vor den König.
Sie sagte: »Wenn es dem König gefällt,
finde ich dann Gnade bei ihm?
Scheint dem König die Sache angemessen?
Wenn er meine Meinung für richtig hält,
dann soll er eine schriftliche Anordnung treffen:
Er soll das Schreiben widerrufen,
das den Plan von Haman, dem Agagiter, enthält.
Haman, Sohn von Hammedata, hat es nur aufsetzen lassen,
um alle Juden zu vernichten –
alle, die in den Provinzen des Reichs leben.
Wie könnte ich das Unheil mit ansehen,
das mein Volk treffen soll?
Wie könnte ich das Verderben ertragen,
das meine Verwandten erleben sollen?«
Da sagte König Xerxes zu Königin Ester
und zu dem Juden Mordechai:
»Ich habe Ester das Haus von Haman geschenkt.
Man hat Haman an den Galgen gehängt,
weil er die Juden umbringen wollte.
Schreibt ihr nun über die Juden,
was ihr für richtig haltet.
Schreibt im Namen des Königs!
Es muss ein Erlass sein,
der im Namen des Königs verfasst ist.
Er wird mit dem Siegel des Königs verschlossen
und kann nicht wieder zurückgenommen werden.«
Dann wurden gleich die Schreiber gerufen.
Das war am 23. Tag im dritten Monat, dem Siwan.
Die Schreiben wurden genau so aufgesetzt,
wie Mordechai es anordnete.
Jede Provinz bekam den Erlass in der eigenen Schrift
und jedes Volk in seiner eigenen Sprache.
Es ging an die Juden, an die Statthalter des Königs
und an die oberen und niederen Verwalter der Provinzen
– in allen 127 Provinzen von Indien bis Kusch.
Auch die Juden selbst
wurden in ihrer Schrift und Sprache angeschrieben.
Mordechai schrieb im Namen von König Xerxes
und versiegelte den Brief mit dem königlichen Siegel.
Dann verschickte er die Briefe durch Boten.
Sie ritten auf schnellen Pferden
aus dem königlichen Stall.
Der König erlaubte es den Juden,
sich für ihr Leben einzusetzen:
Sie durften sich in jeder einzelnen Stadt versammeln.
Wenn sie angegriffen wurden,
durften sie alle bewaffneten Gruppen
ausrotten, vernichten und töten –
sogar Frauen und Kinder.
Sie durften deren Besitz plündern.
Das sollte in allen Provinzen von König Xerxes
am selben Tag geschehen:
am 13. Tag im zwölften Monat, dem Adar.
Von dem Erlass fertigte man Abschriften an,
um das Gesetz in jeder Provinz bekannt zu machen.
Alle Leute sollten davon erfahren.
Die Juden sollten am festgelegten Tag bereitstehen,
um sich an ihren Feinden zu rächen.
Auf Befehl des Königs machten sich die Eilboten auf,
sofort und in großer Eile.
Sie ritten auf den königlichen Pferden.
Das Gesetz wurde auch in Susa bekannt,
in der befestigten Stadt.
Mordechai wird noch einmal Ehre erwiesen
Mordechai aber verließ den König,
ganz in königliche Gewänder gekleidet.
Sie waren weiß und violett gefärbt.
Dazu trug er einen purpurroten Mantel aus Leinen
und eine große goldene Krone.
In der Stadt Susa freute man sich und jubelte.
Bei allen Juden herrschte große Freude.
Sie jubelten, denn sie hatten neues Ansehen gewonnen.
In jeder einzelnen Provinz und jeder einzelnen Stadt
herrschte große Freude bei den Juden.
Sie jubelten überall,
wo das Schreiben mit dem Gesetz des Königs galt.
Es war ein Feiertag und ein Fest.
Viele Menschen aus verschiedenen Völkern der Erde
bekannten sich nun als Juden.
Sie hatten nämlich Angst vor den Juden bekommen.