Ein Plan zur Vernichtung der Juden
Mordechai verweigert einen Befehl
Nach diesen Vorfällen gab König Xerxes
dem Agagiter Haman, dem Sohn des Hammedata,
eine besondere Machtposition.
Er beförderte ihn
und setzte ihn über alle hohen Beamten.
Die waren ihm zuvor gleichgestellt.
Alle königlichen Beamten, die am Königstor waren,
mussten sich vor Haman verneigen und niederknien.
So hatte es der König ihm zu Ehren befohlen.
Mordechai aber kniete nicht nieder und verneigte sich nicht.
Die königlichen Beamten, die am Königstor waren,
fragten Mordechai:
»Warum befolgst du den Befehl des Königs nicht?«
Er antwortete ihnen: »Ich bin Jude.«
Jeden Tag redeten sie auf ihn ein.
Doch er hörte nicht auf sie,
und sie berichteten es Haman.
Sie wollten sehen,
ob Mordechai mit seiner Begründung durchkommen würde.
So erfuhr Haman, dass Mordechai nicht niederkniete
und sich nicht vor ihm verneigte.
Da packte ihn der Zorn.
Es war ihm zu wenig, nur Mordechai umzubringen.
Man hatte Haman gesagt,
zu welchem Volk Mordechai gehörte.
Nun wollte Haman alle Juden vernichten,
die irgendwo im Reich von König Xerxes wohnten.
Denn sie waren das Volk, zu dem Mordechai gehörte.
Haman will das jüdische Volk vernichten
Es kam das zwölfte Regierungsjahr von König Xerxes.
Gleich im ersten Monat, im Nisan,
warf man für Haman Lose, die »Pur« hießen.
So wollte er Tag und Monat feststellen,
an dem er Mordechai und sein Volk vernichten könnte.
Das Los fiel auf den 13. Tag im 12. Monat, dem Adar.
Da sagte Haman zu König Xerxes:
»Es gibt da ein ganz bestimmtes Volk.
Das lebt verstreut unter den anderen Völkern
und über alle Provinzen in deinem Königreich verteilt.
Seine Gesetze weichen von anderen Völkern ab,
und sie halten sich nicht an die Gesetze des Königs.
Es ist für den König nicht in Ordnung,
wenn er dieses Volk einfach in Ruhe lässt!
Wenn es dem König gefällt, soll es einen Erlass geben.
Darin soll geschrieben stehen, dass das Volk vernichtet wird.
Gerne will ich 340 Tonnen Silber abwiegen
und sie den zuständigen Leuten aushändigen.
Sie sollen es in die königlichen Schatzhäuser bringen.«
Der König zog seinen Siegelring von der Hand
und reichte ihn Haman, dem Feind der Juden.
– Er war Agagiter und Sohn des Hammedata. –
Der König sagte zu Haman:
»Ich überlasse dir das Silber und auch das Volk.
Mach mit ihm, was du für richtig hältst.«
Noch am selben Tag, dem 13. im ersten Monat,
wurden die Schreiber des Königs gerufen.
Alles, was Haman angeordnet hatte, wurde festgehalten.
Man schrieb an die Statthalter des Königs,
an die oberen Verwalter der Provinzen
und an die Vornehmen aus dem Volk.
Jede Provinz bekam den Erlass in der eigenen Schrift
und jedes Volk in seiner eigenen Sprache.
Er wurde mit den Namen des Königs unterschrieben
und mit dem königlichen Siegel versiegelt.
In allen Provinzen des Königs
sollten schnelle Boten diesen Erlass verteilen:
»Alle Juden, ob jung oder alt, auch Frauen und Kinder,
sollen an einem einzigen Tag getötet werden!
Sie sollen ausgerottet und vernichtet werden.
Das soll am 13. Tag im zwölften Monat, dem Adar, sein.
Ihr Besitz darf geplündert werden.«
Von dem Erlass fertigte man Abschriften an,
um die Anordnung in jeder Provinz bekannt zu machen.
Alle Leute sollten davon wissen,
damit sie am festgesetzten Tag bereit waren.
Auf Befehl des Königs gingen die schnellen Boten los.
So wurde der Erlass auch in der Festung Susa bekannt.
Der König und Haman ließen sich zum Trinken nieder,
während die Stadt in heller Aufregung war.