Der König von Assyrien überfällt das Land Juda
Hiskija hatte seine Treue durch Taten bewiesen.
Dann aber rückte der assyrische König Sanherib heran.
Er fiel in Juda ein und belagerte die befestigten Städte,
um sie zu erobern.
Hiskija erkannte, dass Sanherib kam,
weil er gegen Jerusalem kämpfen wollte.
Er fasste den Plan, die Wasserquellen
draußen vor der Stadt zu verstopfen.
Er beriet sich mit seinen Beamten und Heerführern,
und sie unterstützten sein Vorhaben.
Nun kamen viele Leute zusammen.
Sie verstopften die Quellen und den Bach,
der mitten durch das Land strömte.
Sie sagten sich:
»Warum sollten die Könige von Assyrien ankommen
und gleich das Wasser finden?«
Hiskija machte sich tatkräftig ans Werk.
Er baute die eingerissene Stadtmauer wieder auf
und führte sie bis an die Mauertürme weiter.
Er errichtete noch eine zweite Mauer
außerhalb der Stadt.
Er verstärkte den Millo der Stadt Davids
und stellte massenhaft Geschosse und Schilde her.
Schließlich setzte er Truppenführer über das Volk ein.
Die versammelte er auf dem Platz am Stadttor um sich
und redete eindringlich mit ihnen:
»Seid mutig und stark! Habt keine Angst!
Fürchtet euch nicht vor dem König von Assyrien
und vor der Menge, die mit ihm kommt.
Mit uns ist ja ein Größerer als mit ihm.
Er hat nur Arme aus Fleisch und Blut.
Mit uns aber ist der Herr, unser Gott.
Er will uns helfen und für uns kämpfen.«
Das Volk verließ sich auf die Worte von Hiskija,
dem König von Juda.
Dann lagerte Sanherib, der König von Assyrien,
mit seiner Streitmacht vor Lachisch.
Er schickte Boten zu König Hiskija von Juda
und zu den Judäern nach Jerusalem.
Er ließ ihnen sagen:
»So spricht Sanherib, der König von Assyrien!
Worauf vertraut ihr,
dass ihr trotz der Belagerung in Jerusalem bleibt?
Hiskija führt euch in die Irre.
Ihr werdet vor Hunger und Durst sterben.
Lasst euch bloß nicht erzählen:
›Der Herr, unser Gott,
wird uns aus der Gewalt des Königs von Assyrien retten!‹
Das ist doch derselbe Hiskija,
der Kultplätze und Altäre in seinem Land beseitigt hat.
Er war es doch, der zu Juda und Jerusalem gesagt hat:
›Allein vor diesem einen Altar in Jerusalem
sollt ihr Gott anbeten und Räucheropfer darbringen!‹
Wisst ihr etwa nicht, was ich mit vielen Völkern
in anderen Ländern gemacht habe –
ich und meine Vorfahren?
Haben etwa die Götter der anderen Völker
ihre Länder vor mir gerettet?
Meine Vorfahren hatten beschlossen,
sie dem Untergang zu weihen.
Diese anderen Völker hatten ihre Götter.
Aber welcher von diesen Göttern
hat sein Volk vor mir gerettet?
Und da sollte euch euer Gott vor mir retten können?
Jetzt lasst euch doch nicht von Hiskija täuschen!
Lasst euch nicht auf diese Weise verführen.
Glaubt ihm nicht!
Denn kein Gott von irgendeinem Volk oder Königreich
kann sein Volk aus meiner Gewalt retten.
Das galt auch schon für meine Vorfahren.
Genauso wenig wird euch euer Gott aus meiner Gewalt retten!«
Sanheribs Boten redeten immer weiter
gegen Gott, den Herrn,
und gegen seinen Knecht Hiskija.
Sanherib verhöhnt Gott
Sanherib hatte Briefe geschrieben,
um den Herrn, den Gott Israels, zu verhöhnen.
Er redete schlecht über ihn und schrieb:
»Die Götter der anderen Länder
haben ihre Völker nicht aus meiner Gewalt gerettet.
Genauso wenig wird der Gott von Hiskija
sein Volk aus meiner Gewalt retten.«
Das Volk von Jerusalem stand auf den Mauern.
Sanheribs Boten riefen zu ihnen mit lauter Stimme.
Sie benutzten die Sprache der Judäer.
Sie wollten sie in Angst und Schrecken versetzen,
um die Stadt einnehmen zu können.
Sie redeten von dem Gott Jerusalems so
wie von den Göttern der anderen Völker auf der Erde:
»Sie sind von Menschenhand gemacht!«
Daraufhin beteten König Hiskija
und der Prophet Jesaja, der Sohn des Amoz.
Sie schrien zum Himmel.
Da schickte der Herr einen Engel.
Der vernichtete alle Kriegshelden, Heerführer
und Offiziere im Lager des Königs von Assyrien.
Gedemütigt und beschämt
kehrte der in sein Land zurück.
Dort suchte er den Tempel seines Gottes auf.
Da erschlugen ihn einige seiner Söhne mit dem Schwert.
So half der Herr Hiskija und den Einwohnern von Jerusalem.
Er rettete sie aus der Gewalt von Sanherib,
dem König von Assyrien,
und der Gewalt aller anderen Feinde.
Er sorgte dafür, dass das Land Ruhe vor dem Krieg hatte.
Viele Menschen brachten Opfergaben für den Herrn
nach Jerusalem.
Sie hatten auch kostbare Geschenke
für Hiskija, den König von Juda.
Von da an war Hiskija sehr angesehen bei allen Völkern.
Die Krankheit und die Erfolge von Hiskija
Es kam eine Zeit, da wurde Hiskija todkrank.
Er betete zum Herrn, und der antwortete ihm.
Er wirkte ein Wunder als Zeichen seiner Rettung.
Hiskija aber war hochmütig geworden
und bedankte sich nicht.
Da kam der Zorn Gottes über ihn,
über Juda und Jerusalem.
Hiskija kam zur Einsicht und bereute seinen Hochmut.
Auch die Einwohner von Jerusalem zeigten Reue.
Daher traf sie der Zorn des Herrn nicht mehr,
solange Hiskija lebte.
Hiskija war sehr reich und genoss hohes Ansehen.
Er legte sich Schatzkammern für Silber und Gold an,
für Edelsteine und Balsam-Öle,
für alle Schätze und kostbaren Geräte.
Er baute Vorratslager für Korn, neuen Wein und Oliven,
Ställe für jede Art von Vieh und Ställe für Herden.
Auch Städte legte er für sich an.
Er besaß eine Menge Rinder, Schafe und Ziegen.
Denn Gott hatte ihm ein bedeutendes Vermögen gegeben.
Es war Hiskija, der die obere Gihonquelle abdeckte.
Er leitete das Wasser unterirdisch um in die Stadt Davids,
nach Westen.
Bei allen seinen Unternehmungen hatte Hiskija Erfolg.
So war es auch,
als die Obersten von Babylonien Unterhändler zu ihm sandten.
Sie sollten sich nach dem Wunder erkundigen,
das im Land geschehen war.
Damals hatte Gott Hiskija verlassen,
um ihn auf die Probe zu stellen.
Er wollte sein Herz ganz genau prüfen.
Angaben zur Regierungszeit von König Hiskija
Die übrige Geschichte von Hiskija
und seiner Treue zu Gott
ist in diesen Büchern aufgeschrieben:
in der Vision des Propheten Jesaja, dem Sohn des Amoz,
und im Buch der Könige von Juda und Israel.
Dann starb Hiskija.
Man begrub ihn
beim Aufgang zu den Gräbern der Nachkommen Davids.
Ganz Juda und die Einwohner von Jerusalem
erwiesen ihm bei seinem Tod die Ehre.
Sein Sohn Manasse wurde König an seiner Stelle.