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  • DER BRIEF DES APOSTELS PAULUS AN DIE GEMEINDE IN EPHESUS (Epheserbrief)
  • Eph 4,32

DAS NEUE LEBEN AUS DER GNADE (Kapitel 4–6)

Die Einheit der Kirche

41Nun bitte ich euch als einer, der für den Herrn* im Gefängnis ist: Lebt so, wie es sich für Menschen gehört, die Gott in seine Gemeinde berufen hat.

2Erhebt euch nicht über andere, sondern seid immer freundlich. Habt Geduld und sucht in Liebe miteinander auszukommen.

3Bemüht euch darum, die Einheit zu bewahren, die der Geist* Gottes euch geschenkt hat. Der Frieden*, der von Gott kommt, soll euch alle miteinander verbinden!

4Ihr alle seid ja ein Leib*, in euch allen lebt ein Geist, ihr alle habt die eine Hoffnung, die Gott euch gegeben hat, als er euch in seine Gemeinde berief.

5Es gibt für euch nur einen Herrn*, nur einen Glauben und nur eine Taufe*.

6Und ihr kennt nur den einen Gott, den Vater von allem, was lebt. Er steht über allen. Er wirkt durch alle und in allen.

7Jeder und jede von uns hat einen eigenen Anteil an den Gaben erhalten, die Christus in seiner Gnade ausgeteilt hat.

8Von ihm heißt es in den Heiligen Schriften*:

»Er ist in den Himmel hinaufgestiegen
und hat gefangen genommen, was uns gefangen hielt.A
Er hat den Menschen Gaben ausgeteilt.«
nach Ps 68,19

Bei seinem Aufstieg über alle Himmel hat Christus die uns versklavenden Mächte überwunden; vgl. 2,2 und Anmerkung dort sowie Sacherklärung »Mächte«.

9Wenn es heißt: »Er ist hinaufgestiegen«, dann setzt das voraus, dass er zuerst herabgekommen ist.

10Er ist auf die Erde herabgekommen und dann wieder hinaufgestiegen. Dabei hat er alle Himmel* unter sich gelassen und durchdringt jetzt das ganze All samt allem, was darin lebt, mit seiner göttlichen Macht.

11Und auch die versprochenen »Gaben« hat er ausgeteilt: Er hat die einen zu Aposteln* gemacht, andere zu Propheten*, andere zu Evangelisten*, wieder andere zu Hirten und Lehrern* der Gemeinde.

12Deren Aufgabe ist es, die GlaubendenB zum Dienst bereitzumachen, damit die Gemeinde, der Leib* von Christus, aufgebaut wird.

Wörtlich die Heiligen*.

13So soll es dahin kommen, dass wir alle die einende Kraft des einen Glaubens und der einen Erkenntnis des Sohnes* Gottes an uns zur Wirkung kommen lassen und darin eins werden – dass wir alle zusammen den vollkommenen Menschen bilden, der Christus ist, und hineinwachsen in die ganze Fülle, die Christus in sich umfasst.

14Wir sind dann nicht mehr wie unmündige Kinder, die kein festes Urteil haben und auf dem Meer der Meinungen umhergetrieben werden wie ein Schiff von den Winden. Wir fallen nicht auf das falsche Spiel herein, mit dem betrügerische Menschen andere zum Irrtum verführen.

15Vielmehr stehen wir fest zu der Wahrheit, die Gott uns bekannt gemacht hat, und halten in Liebe zusammen. So wachsen wir in allem zu Christus empor, der unser Haupt ist.

16Von ihm her wird der ganze Leib zu einer Einheit zusammengefügt und durch verbindende Glieder zusammengehalten und versorgt. Jeder einzelne Teil erfüllt seine Aufgabe, und so wächst der ganze Leib und baut sich durch die Liebe auf.

Das neue Leben der Christen

17Das aber sage ich euch im Auftrag des Herrn* mit allem Nachdruck: Ihr dürft nicht mehr wie die Menschen leben, die Gott nicht kennen und deshalbC von ihrem verkehrten Denken in die Irre geführt werden.

Wörtlich wie die Nichtjuden (die sog. Heiden*) leben, die ...

18Ihr Verstand ist verdunkelt und sie haben keinen Zugang mehr zum wahren Leben, zu Gott. Das kommt von ihrer Unwissenheit und ihrem verhärteten Herzen.

19Aus ihrer inneren Leere heraus überlassen sie sich dem Laster. Sie treiben jede Art von Unzucht und sind von unersättlicher Habgier.

20Ihr wisst, dass sich ein solches Leben nicht mit dem verträgt, was ihr über Christus gelernt habt.

21Ihr habt doch von ihm gehört, ihr seid über ihn unterrichtet worden und habt an Jesus den Maßstab für euer eigenes Leben.

22Legt also eure frühere Lebensweise ab! Ja, legt den ganzen alten Menschen ab, der seinen Begierden folgt! Die betrügen ihn nur und führen ihn ins Verderben.

23Lasst euch in eurem Denken erneuern durch den Geist*, der euch geschenkt ist.

24Zieht den neuen Menschen an, den Gott nach seinem Bild geschaffen hat und der gerecht und heilig* lebt aus der Wahrheit Gottes, an der nichts trügerisch ist.

Was bedeutet das im Einzelnen?

25Legt das Lügen ab und sagt zueinander die Wahrheit; denn wir alle sind Glieder am Leib* von Christus.

26Versündigt euch nicht, wenn ihr in Zorn geratet! Versöhnt euch wieder und lasst die Sonne nicht über eurem Zorn untergehen.

27Gebt dem Versucher keine Chance!

28Wer vom Diebstahl gelebt hat, muss jetzt damit aufhören. Er soll seinen Lebensunterhalt durch eigene Arbeit verdienen und zusehen, dass er auch noch etwas für die Armen übrig hat.

29Lasst ja kein giftiges Wort über eure Lippen kommen! Seht lieber zu, dass ihr für die anderen, wo es nötig ist, ein gutes Wort habt, das weiterhilft und denen wohl tut, die es hören.

30Beleidigt nicht durch euer Verhalten den Heiligen Geist*! Er ist wie ein Siegel, das Gott euch aufgedrückt hat, und er verbürgt euch die endgültige Erlösung.

31Weg also mit aller Verbitterung, mit Aufbrausen, Zorn und jeder Art von Beleidigung! Schreit einander nicht an! Legt jede feindselige Gesinnung ab!

32Seid freundlich und hilfsbereit zueinander und vergebt euch gegenseitig, was ihr einander angetan habt, so wie Gott euch durch Christus vergeben hat, was ihr ihm angetan habt.