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  • Der Brief an die Hebräer
  • heb 13,9

Aufruf zu echtem christlichem Leben: 13,1-19

131Die Bruderliebe soll bleiben.

2Vergesst die Gastfreundschaft nicht; denn durch sie haben einige, ohne es zu ahnen, Engel beherbergt.A

Der Hinweis auf Engel bezieht sich wohl auf die Berichte entsprechender Vorgänge im Alten Testament (vgl. Gen 18: Abraham und Sara; Gen 19,1-22; Lot; Ri 13: Manoach; Tob 5 - 12: Tobias).

3Denkt an die Gefangenen, als wäret ihr mitgefangen; denkt an die Misshandelten, denn auch ihr lebt noch in eurem irdischen Leib.

4Die Ehe soll von allen in Ehren gehalten werden und das Ehebett bleibe unbefleckt; denn Unzüchtige und Ehebrecher wird Gott richten.

5Euer Leben sei frei von Habgier; seid zufrieden mit dem, was ihr habt; denn Gott hat versprochen: Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht.

6Darum dürfen wir zuversichtlich sagen: Der Herr ist mein Helfer, ich fürchte mich nicht. /

Was können Menschen mir antun?

7Denkt an eure Vorsteher, die euch das Wort Gottes verkündet haben; schaut auf das Ende ihres Lebens, und ahmt ihren Glauben nach!A

auf das Ende, wörtlich: auf den Ertrag. - Mit «Vorsteher» sind hier die christlichen Gemeindeleiter und Seelsorger bezeichnet (vgl. 13,17.24).

8Jesus Christus ist derselbe gestern, heute und in Ewigkeit.

9Lasst euch nicht durch mancherlei fremde Lehren irreführen; denn es ist gut, das Herz durch Gnade zu stärken und nicht dadurch, dass man nach Speisevorschriften lebt, die noch keinem genützt haben.

10Wir haben einen Altar, von dem die nicht essen dürfen, die dem Zelt dienen.A

«Zelt» im Sinn von Bundeszelt meint die alte gottesdienstliche Ordnung des Judentums (vgl. Hebr 8,5; 9,2-6.8.21).

11Denn die Körper der Tiere, deren Blut vom Hohenpriester zur Sühnung der Sünde in das Heiligtum gebracht wird, werden außerhalb des Lagers verbrannt.A

11-14: Nach Lev 16,27 mussten der Sündopferstier und der Sündopferbock, deren Blut zur Entsühnung diente, außerhalb des Lagers verbrannt werden. Die Hinrichtung Jesu erfolgte «außerhalb des Tors» (vgl. Joh 19,20; Mt 21,39), um die Heilige Stadt nicht zu verunreinigen (vgl. Joh 19,31). Die Aussage spielt auf die Schmach des Kreuzestodes an und auf die Tatsache, dass die Christen sowohl von den Juden als auch von den Heiden aus deren Gemeinschaft ausgestoßen wurden.

12Deshalb hat auch Jesus, um durch sein eigenes Blut das Volk zu heiligen, außerhalb des Tores gelitten.

13Lasst uns also zu ihm vor das Lager hinausziehen und seine Schmach auf uns nehmen.

14Denn wir haben hier keine Stadt, die bestehen bleibt, sondern wir suchen die künftige.

15Durch ihn also lasst uns Gott allezeit das Opfer des Lobes darbringen, nämlich die Frucht der Lippen, die seinen Namen preisen.A

Mit «Lobopfer», «Frucht der Lippen» ist der christliche Gottesdienst gemeint.

16Vergesst nicht, Gutes zu tun und mit anderen zu teilen; denn an solchen Opfern hat Gott Gefallen.

17Gehorcht euren Vorstehern und ordnet euch ihnen unter, denn sie wachen über euch und müssen Rechenschaft darüber ablegen; sie sollen das mit Freude tun können, nicht mit Seufzen, denn das wäre zu eurem Schaden.

18Betet für uns! Zwar sind wir überzeugt, ein gutes Gewissen zu haben, weil wir in allem recht zu leben suchen;

19umso dringender aber bitte ich um euer Gebet, damit ich euch recht bald zurückgegeben werde.

Der Schluss des Briefes: Segenswünsche und Grüße: 13,20-25

20Der Gott des Friedens aber, der Jesus, unseren Herrn, den erhabenen Hirten seiner Schafe, von den Toten heraufgeführt hat durch das Blut eines ewigen Bundes,

21er mache euch tüchtig in allem Guten, damit ihr seinen Willen tut. Er bewirke in uns, was ihm gefällt, durch Jesus Christus, dem die Ehre sei in alle Ewigkeit. Amen.

22Schließlich bitte ich euch, Brüder, nehmt diese Mahnrede bereitwillig an; ich habe euch ja nur kurz geschrieben.

23wisst, dass unser Bruder Timotheus freigelassen worden ist; sobald er kommt, werde ich mit ihm zusammen euch besuchen.A

freigelassen worden ist, andere Übersetzungsmöglichkeit: abreisen konnte. - Wo sich der Paulusmitarbeiter Timotheus aufhielt, lässt sich nicht feststellen.

24Grüßt alle eure Vorsteher und alle Heiligen! Es grüßen euch die Brüder aus Italien.A

Als «Heilige» sind hier die Christen bezeichnet. - Aus der Erwähnung der «Brüder aus Italien» lässt sich nicht eindeutig erschließen, ob der Brief in Italien, das heißt in Rom, verfasst oder von außerhalb Italiens an christliche Gemeinden in Italien geschrieben worden ist.

25Die Gnade sei mit euch allen!