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Aus: Bibelreport, Deutsche Bibelgesellschaft.

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Hört ihr, wie die Engel singen?

„Bibel persönlich“ von Christiane Rösel aus: Bibelreport 4/2018


„Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren!“ (Lukas 2,10)

Ein grauer Dezembertag, in einem Einkaufzentrum mitten in Berlin. Eine Frau beginnt zu singen. Andere drehen sich um. Was ist denn mit der los? Da stimmt ein Mann ein, auf der Rolltreppe. Eine Frau zieht ihr Smartphone und beginnt zu fotografieren. Immer mehr Sängerinnen und Sänger kommen dazu. Aus allen Richtungen, fast wie in Bethlehem, so scheint es: „Hörst du, wie die Engel singen, in dem Lärm der lauten Stadt! Gloria, in excelsis Deo!“ Viele singen oder summen leise mit. Dann ist es zu Ende. Die Menschen ziehen weiter. Aber es klingt etwas nach, ein anderer Ton ist dazugekommen.

Wie war es damals für die Hirten, die mitten in ihrem Alltag von der Nachricht über die Geburt des Retters überrascht wurden? Die „Aktion Flashmob“ der Berliner Stadtmission will mit ihrem Gesang genau dies spürbar machen: wie es ist, überrascht zu werden, hier und heute. Sich zu freuen über die Botschaft der Engel. Und sich einladen zu lassen, in den wunderbaren Gesang einzustimmen.

„Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde.“ (Lukas 2,8)

Diesen Eindruck des Überraschenden finde ich auch im Bild der Künstlerin Nelly Bube. Die Darstellung der drei Hirten am Feuer hat mich spontan angesprochen. Die warmen Farben sind es, die berühren. Die Augen der drei Männer, die so lebendig sind. Und dann dieser Moment – vor dem Moment! Mitten in ihrem Alltag kündigt sich schon etwas an. Auf einmal wird diese alte Geschichte lebendig: Da sitzen sie am Feuer. Eine echte Männerrunde. Jeder hängt seinen Gedanken nach. Wie jeden Abend. Was soll sich schon groß ändern? Jeden Tag, jede Nacht derselbe Trott. Das ist man doch froh, wenn einen die anderen in Ruhe lassen. Ein Feuer, heißer Tee und ein wenig Fladenbrot. Das soll es gewesen sein.

Niemand der drei Männer bemerkt die Engel im Hintergrund. Niemand ahnt, dass gleich etwas Großartiges passiert. Keiner bemerkt die Engel. Im Hintergrund kündigt sich an, dass gleich etwas passiert. Etwas, was sie noch nicht erlebt haben – und auch nie wieder erleben werden. Sie, die oft hintanstehen müssen, sind die Ersten, die die Weihnachtsbotschaft erreicht.

„Und des Herrn Engel trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird; denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: Ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens.“ (Lukas 2,9-14)

„‘Denn euch ist heute der Heiland geboren‘ –  habt ihr das auch gehört?“, fragt der eine. „Ja“, sagt der andere, „so ähnlich habe ich es auch gehört“. „Es war also nicht geträumt!“ „Auf geht’s, Männer, das will ich doch sehen, ob da wirklich ein Kind in der Krippe liegt.“ „Ob das wirklich stimmt?“, meint der Dritte. „Wenn nur nicht alles so bleibt, wie es schon immer war“. „Du kannst ja hierbleiben, bei den Schafen. Wir gehen los“. „Er geht mit uns“, sagt der eine zum andern. „Ja, weil sein Hoffen stärker ist als sein Wissen!“


Über die Autorin

Christiane Rösel, Gemeinde- und Diplompädagogin, Landesreferentin für die Arbeit mit Erwachsenen, Schwerpunkt Frauen & Kreative Zugänge zur Bibel.


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