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Margot Käßmann ist das bekannteste Gesicht der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD). Seit 2012 ist sie Botschafterin für das Reformationsjubiläum, mit dem daran erinnert wird, welche revolutionären Veränderungen Martin Luther und der anderen Reformatoren vor 500 Jahren ausgelöst haben – mit Auswirkungen in Deutschland, Europa und der ganzen Welt. Mit ihrer Gestaltung des Schubers für die Lutherbibel 2017 macht Margot Käßmann darauf aufmerksam, dass Frauen von Anfang an eine erhebliche Rolle bei der Reformation gespielt haben. Zwar lag die Gleichberechtigung der Frau noch in weiter Ferne, doch die Grundpfeiler wurden damals gesetzt – durch die reformatorische Theologie und auch durch selbstbewusste Frauen, die engagiert mitwirkten an den Umwälzungen in Kirche und Gesellschaft.

„Die Tauftheologie Martin Luthers besagt, dass alle, die aus der Taufe gekrochen sind, Priester, Bischof und Papst sein können. In der Konsequenz gilt das auch für jede getaufte Frau. Hier liegt der Schlüssel zum Respekt vor Frauen und für die Zulassung von Frauen zu allen Ämtern der Kirche.“
Margot Käßmann

Die gebürtige Marburgerin war langjährige Bischöfin der Evangelisch-lutherischen Landeskirche Hannovers und bekleidete als erste Frau den Ratsvorsitz der EKD. Seit 2012 ist Margot Käßmann Botschafterin für das Reformationsjubiläum, mit dem daran erinnert wird, welche revolutionären Veränderungen die Werke Martin Luthers und der anderen Reformatoren vor 500 Jahren ausgelöst haben – mit Auswirkungen in Deutschland, Europa und der ganzen Welt. Mit ihrer Gestaltung des Schubers für die Lutherbibel 2017 macht Margot Käßmann darauf aufmerksam, dass Frauen von Anfang an eine erhebliche Rolle bei der Reformation gespielt haben – wie auch in der Bibel selbst.

Allenfalls Katharina von Bora, Luthers Ehefrau, oftmals die „Lutherin“ genannt, ist einer breiteren Öffentlichkeit bekannt. Auch die Namen Idelette Calvin, Katharina Melanchton und Anna Zwingli lassen sich als die Ehefrauen bekannter Reformatoren leicht identifizieren. Aber wer waren Elisabeth Bucer, Elisabeth von Calenberg, Elisabeth Cruciger, Argula von Grumbach, Katharina Jonas, Elisabeth von Rochlitz, Wibrandis Rosenblatt und Katharina Zell? Margot Käßmann macht neugierig auf die Frauen der Reformation, und das zu Recht. Denn auch wenn die Gleichberechtigung der Frau noch in weiter Ferne lag, so wurden die Grundpfeiler damals gesetzt – und zwar durch reformatorische Theologie und auch durch selbstbewusste Frauen, die engagiert mitwirkten an den Umwälzungen in Kirche und Gesellschaft. Vor allem der gleichberechtigte Zugang von Mädchen und Frauen zur Bildung war ein Schlüssel zur Emanzipation.

Eine einschneidende Veränderung bestand in der Aufwertung des „Lebens in der Welt“ als ein gutes Leben vor Gott. Die Heirat mit einem ehemaligen Mönch und Priester war damals verpönt und forderte besonders von den Frauen großen Mut. „Es war ein theologischen Signal, das Leben in der Familie als genau so wertvoll wie das Leben im Zölibat oder im Kloster zu betrachten. Luther hat immer gesagt, dass vom Zölibat nichts in der Bibel steht, und so entstand das evangelische Pfarrhaus, in dem Mann, Frau und Kinder zusammenlebten und evangelischer Glaube sichtbar wurde,“ so Margot Käßmann.

Von nachhaltiger Bedeutung war die Reformation für die Stellung der Frau schließlich durch die Tauftheologie Martin Luthers, nach der jeder Getaufte auch Priester, Bischof oder Papst sein könne – also auch jede getaufte Frau. „Hier liegt der Schlüssel zum Respekt vor Frauen und in der Konsequenz die Zulassung von Frauen zu allen Ämtern der Kirche,“ betont Margot Käßmann. Für die Reformatoren selbst war dies jedoch noch unvorstellbar und es dauerte rund 450 Jahre, bis im Jahr 1958 mit Elisabeth Haselhoff erstmals in Deutschland eine Pastorin ihr Amt antrat – übrigens dem Geburtsjahr von Margot Käßmann, die als erste und bisher einzige Frau als Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche das höchste Kirchenamt in Deutschland innehatte.

Literaturhinweise
Sonja Domröse: Frauen der Reformationszeit, Göttingen 2010
Margot Käßmann: Mütter der Bibel, Freiburg, Basel, Wien 2010
Christine Eichel: Das deutsche Pfarrhaus,  Köln 2012


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