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Lesefreundliche Sprachstruktur

Die Notwendigkeit einer lesefreundlichen Sprachstruktur ist umso wichtiger, je mehr die Lesepraxis von der Lektüre am Bildschirm geprägt ist. Denn hier muss per se eine gewisse „informationelle Kurzsichtigkeit“ verkraftet werden. Überspitzt gesagt: Durch das Lesen am Bildschirm wird ein pragmatisches und damit eher schnelles und auf einen Ausschnitt fokussiertes Lesen antrainiert, durch das immer auch einiges an Information verloren geht.

Zudem ist in der digitalen Welt das Lesen schneller geworden und die Leserschaft ungeduldiger: Größtmögliche Effizienz ist gefragt. Um dieser Lesestrategie zu begegnen, hat die BasisBibel ein Übersetzungskonzept entwickelt, das ein rasches Aufnehmen den Gelesenen ermöglicht – sozusagen vom Auge direkt in Kopf und Herz.

Im Kern umfasst dieses Konzept drei Regeln:

16-Wörter-Regel (Kurze, klar strukturierte Sätze)

Die Sätze der BasisBibel sind in der Regel nicht länger als 16 Wörter. Das sind zwei Wörter mehr als die in der Linguistik empfohlene Obergrenze für die Rezeption gesprochener Sprache, die sich aus „der Speicherkapazität und der Verarbeitungsrate des Kurzzeitgedächtnisses“ ergibt (E. Straßner, Fernsehnachrichten, S. 53). Diese Satzlänge ist im schriftlichen Text noch gut aufzufassen, ohne andererseits zu kleinteilig zu werden. Zu dieser Begrenzung der Anzahl der Wörter pro Satz kommt als zweites die Beschränkung auf nicht mehr als einen Nebensatz.

Befürchtungen, dass durch diese Restriktionen ein wenig ansprechender simplifizierter Text entstehen könnte, haben sich nicht bewahrheitet. Was die inhaltliche Genauigkeit angeht, macht die BasisBibel keinerlei Abstriche in der Wiedergabe des Ausgangstextes. Vom ästhetischen Gesichtspunkt aus, hat sie sogar eine ganz eigene Qualität. Dies hängt auch mit den beiden anderen Regeln zusammen, die beim Übersetzen für die BasisBibel zu befolgen sind:

Perlenkettenregel (Lineare Informationsvermittlung)

Die BasisBibel verfolgt konsequent das Prinzip der linearen Informationsvermittlung: Ihre Sätze sind so strukturiert, dass die darin gegebenen Informationen nacheinander unmittelbar aufgenommen und verstanden werden können. Es gibt keine langatmigen Schachtelsätze, und die für die deutsche Normgrammatik typische Endstellung des Verbs im Nebensatz sowie des Hauptverbs bei zusammengesetzten Zeitformen wird vermieden.

Darin entspricht die BasisBibel übrigens der Lutherbibel, zu deren Spracheigentümlichkeiten dieser besondere Umgang mit der Stellung des Verbs im Satz gehört. Dies ist nicht nur ein charakteristisches Element des „Luther-Sounds“, sondern trägt auch zur guten Verständlichkeit des Textes bei. Informationen sind sprachlich so strukturiert, dass sie sich wie die Perlen an einer Kette hintereinander reihen.

Regel des Sprach- und Atemrhythmus (Sprachrhythmus und Zeilenlänge)

Wer eine Druckausgabe der BasisBibel zur Hand nimmt, sieht auf Anhieb, dass die Typografie eine spezielle Form des Flattersatzes darstellt. Der Zeilenfall des gedruckten Textes ergibt sich nicht zufällig. Vielmehr stellt jede Zeile eine eigene Sinneinheit dar, die wiederum dem Rhythmus der gesprochenen Sprache folgt. So entsteht eine durchgehend rhythmische Sprache, die leicht und schnell aufzufassen ist.

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