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Zur Deutschen Bibelgesellschaft
Pastor Peter Bali

Wie Menschen heil werden

„Wir erleben bei unseren Kursen zur Traumabewältigung, dass Gott die Spirale von Gewalt und Hass durchbrechen kann. Im Vertrauen auf sein Wort heilen seelische Wunden und es wächst neue Zuversicht. Die Menschen lernen, Schritt für Schritt neue Wege zu gehen und ihr Leben wieder in die Hand zu nehmen. Wir hoffen, dass dies dazu beiträgt, dass ein friedliches Zusammenleben bei uns im Südsudan möglich wird.

Bitte beten Sie für Frieden in unserem Land und helfen Sie, damit die seelischen Wunden der Menschen heilen können.“


11
Mio. Einwohner
60,5%
Christen
2011
eigenständiger Staat

Zahlen zum Projekt

30 Jahre lang dauerten die Kämpfe um die Unabhängigkeit des Südsudans. Ebenso hinterließ der von 2013 bis 2018 herrschende Bürgerkrieg seine Spuren und der Friedensvertrag gilt vielen noch als unsicher. Viele Menschen erlebten Gewalt und Willkür oder haben Angehörige verloren. Die damit verbundenen Gefühle wie Angst, Scham und Zorn können allein kaum bewältigt werden. „Die biblische Botschaft von Vergebung und Versöhnung bewegt die Menschen sehr“, berichtet Kursleiter Isaiah Peni. Freiwillige Helfer der Kirchen wie Peni stehen den Menschen bei und führen die Traumakurse in ihren Städten und Dörfern durch. Die Schulung und das Material, darunter Bibeln für die Teilnehmer, haben sie von der Bibelgesellschaft erhalten.


„Gott hat mir eine neue Familie geschenkt“

Nyariki war zehn Jahre alt, als der Bürgerkrieg ihre Heimatstadt Malakal im Norden des Landes erreichte. Den Einwohnern blieb nur die Flucht. „Wir rannten um unser Leben“, erzählt Nyariki. „Dabei wurde ich von meinen Eltern getrennt. Bis heute weiß ich nicht, was mit ihnen geschehen ist. Plötzlich war ich ganz alleine, verzweifelt und hilflos. Da sprach mich eine Frau an, die mit ihrem Mann und ihren Kindern selbst auf der Flucht war. Sie nahmen mich mit in die Hauptstadt Juba. Seitdem lebe ich bei ihnen. Erst später habe ich verstanden: Gott hat mir eine neue Familie geschenkt. Das war das erste große Wunder in meinem Leben!

Das zweite große Wunder ist, dass ich Jesus kennenlernen durfte. Letztes Jahr habe ich in einem Kurs der Bibelgesellschaft zum ersten Mal Geschichten von ihm gehört. In meiner Lieblingsgeschichte erzählt Jesus vom barmherzigen Samariter. Immer wenn ich sie höre, muss ich weinen vor Glück: Denn an dem Tag, als ich meine Eltern verlor, waren auf einmal meine Pflegeeltern da. Sie nahmen mich liebevoll auf und sorgten für mich – wie der barmherzige Samariter sich um den Verletzten gekümmert hat. So lieb hat mich Gott! Wenn ich bete, wird mein Herz leichter, auch wenn ich meine Mama und meinen Papa sehr vermisse.“

Gottes Wort befreit belastete Herzen

„Als eine der Hauptursachen für den Bürgerkrieg gilt die mangelnde Schulbildung vieler Menschen hier,“ erzählt Edward Kajivora, Leiter der Bibelgesellschaft im Südsudan. „Zwei Drittel der Bevölkerung können nicht lesen und schreiben. Woher sollen sie dann von Gottes Liebe wissen, die Frieden wachsen lässt? Deshalb bieten wir auch Leselernkurse mit der Bibel an. Dabei machen wir die Erfahrung: Die biblische Botschaft verändert Leben. Die Teilnehmer geben Gottes Wort weiter und setzen sich dafür ein, das Leid und die Feindseligkeiten zu überwinden.

Zuversichtlich in ein neues Leben

Mitarbeitende der Bibelgesellschaft schulen Freiwillige der Kirchen, damit sie Kurse zur Traumabewältigung für Kinder und Erwachsene durchführen können. Hier erhalten die Betroffenen Hilfe und Begleitung, um mit ihren oft quälenden Erlebnissen zurechtzukommen. Die Bibelgesellschaft stellt auch das Material zur Verfügung, darunter Bibeln für die Teilnehmer. Ein Trauma-Kurs wird immer von zwei Personen geleitet und hat bis zu 60 Teilnehmer. Dieses Jahr werden über 45 neue Kursleiter ausgebildet.

Die Leselernkurse  tragen außerdem dazu bei, dass die Menschen Hoffnung auf eine selbstbestimmte Zukunft bekommen. Das Schulsystem wurde während des lange währenden Bürgerkriegs zerstört und eine ganze Generation ist ohne formale Schulbildung aufgewachsen. Nur eine von 10 Frauen und drei von 10 Männern können lesen, vor allem die über 15-Jährigen sind betroffen. Auch hier hat die Bibelgesellschaft Material in den indigenen Sprachen entwickelt.


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