Sprachwahl: DE EN
Sprachwahl: DE EN
Zur Deutschen Bibelgesellschaft
Alexey Bulatov, Bibelhaus Novosibirsk

Ein wertvolles Geschenk

In vielen Dörfern gibt es keine Kirchengemeinden mehr, weil ein Großteil der Familien in die Städte gezogen ist. Wir treffen Christen, für die der Weg zu einem Gottesdienst in der Stadt zu weit ist. Für sie ist eine eigene Bibel wie ein Schatz. Wenn wir ihnen  Gottes Wort geben, sind sie sehr dankbar und die Freude ist riesengroß. Sie schöpfen Hoffnung und Mut für ihr Leben. Bitte helfen Sie, damit die Menschen in den abgelegenen Dörfern Sibiriens die Frohe Botschaft erhalten können!


25
Mio. Einwohner
20%
Christen
7 x
so groß wie Deutschland

Zahlen zum Projekt

Für viele Europäer liegt Sibirien am Ende der Welt. Der russische Autor Fjodor Dostojewski wurde in das Gebiet östlich des Urals in die Verbannung geschickt. Das weite Land, das Alexey Bulatov von Nowosibirsk aus für die Russische Bibelgesellschaft betreut, ist flächenmäßig etwa siebenmal so groß wie Deutschland.


Mit der Bibel auf weiten Wegen

„Was hast denn du da?“, fragt der 6-jährige Maxim aus dem Dorf Tenga neugierig, als er die bunten Bücher sieht. Alexey Bulatov kniet sich neben den Jungen hin: »Das ist ein Heft mit Geschichten aus der Bibel. Es ist für dich. Sollen wir zusammen darin lesen?« Maxim nickt scheu. Es sind diese Begegnungen, die der Leiter des Bibelhauses in Novosibirsk auf seinen Bibelreisen sucht und liebt.

„Gerade Kinder wie Maxim, die in abgelegenen Dörfern Sibiriens wohnen, liegen mir am Herzen“, sagt Alexey Bulatov. „Mehrmals im Jahr sind meine Helfer und ich tagelang mit unserem Transporter in den Republiken Chakassien, Tuwa und Altai unterwegs. Wir geben auf der Straße Bibeln weiter und kommen über den Glauben ins Gespräch. Viele Menschen hier sind einsam. Sie freuen sich, wenn wir mit ihnen sprechen und das Evangelium fällt bei ihnen auf fruchtbaren Boden. Wir geben Gottes Wort weiter, wo wir können: in Schulen, in Bibliotheken, auf Familienfreizeiten und in Gefängnissen. Bitte helfen Sie, damit die Menschen in Sibirien Gottes Wort empfangen können.“

Sich von Gott getragen wissen

„Maxims Eltern haben sich sehr über die Bibeln für sich und ihren Sohn gefreut. Bücher sind in diesen abgelegenen Dörfern ein Luxusgut, das sich kaum einer leisten kann. Sie luden mich ein und erzählten mir aus ihrem mühevollen Leben. Lange saßen wir zusammen. Sie sprachen über die hohe Arbeitslosigkeit im Dorf und berichteten, dass Probleme mit Alkohol weit verbreitet seien. Viele Bewohner verließen wegen fehlender Perspektiven die Gegend. Das bekomme ich in vielen Orten zu hören. Das Leben hier ist nicht leicht und die Menschen sehnen sich nach Halt und Orientierung. In meinen Gesprächen lese ich deshalb gerne aus der Heiligen Schrift vor. Mit Maxims Eltern habe ich über den Bibelvers aus Matthäus 11,28 geredet: Kommt her zu mir, alle, die ihr mühselig und beladen seid; ich will euch erquicken. Am Ende haben wir gemeinsam für ihre Familie gebetet. Danach standen den beiden Tränen in den Augen. Ich spürte, dass sie bei Gott eine große Last abladen konnten und durch sein Wort Zuspruch erfuhren.“

Wachsende Skepsis

Doch es wird zunehmend schwieriger, die Bibel in Sibirien zu verbreiten. 2016 wurde in Russland ein sogenanntes Anti-Terror-Gesetz erlassen, das religiösen Extremismus verhindern soll und missionarische Aktivitäten stark einschränkt. Bei Verstößen drohen hohe Strafen. „Viele Menschen sind verunsichert“, berichtet Alexey. „Sie möchten keinen Ärger bekommen und sind zunehmend misstrauisch, wenn ich ihnen Bibeln geben möchte. Insbesondere in den Großstädten lehnen Bibliotheks- und Schulleiter daher mein Angebot häufig ab: Ein Paket mit Bibeln, Lexika, Kinderbibeln und biblischen Spielen. In den kleineren Städten und Dörfern bin ich dagegen willkommen und die Bibel-Pakete sind sehr begehrt. Hier haben die Menschen weniger Angst vor Kontrollen.“

 

Ein überraschendes Wiedersehen: Gregory mit seiner Bibelausgabe

Gottes Wort wirkt!

Alexey erzählt: „Bei einer Reise nach Tuwa traf ich den 57-jährigen Gregory. Er war neu in einer Kirchengemeinde, die ich an einem Sonntag besuchte, und hatte gehört, dass ich heute da sei. Er kam auf mich zu, hielt mir eine gebrauchte Bibel hin und bat mich, sie aufzuschlagen. Ich öffnete die erste Seite und war vollkommen überrascht. ‚Überreicht von Alexey Bulatov, 2002‘, war dort zu lesen. Es stellte sich heraus, dass ich ihm diese Bibel zusammen mit einem Lexikon im Gefängnis überreicht hatte, wo Gregory inhaftiert gewesen war. In dieser Zeit hatte Gregory viele Fragen an sein Leben. Doch niemand konnte ihm Antworten geben. Er begann in der Heiligen Schrift zu lesen und die Botschaft von Gottes Liebe immer tiefer zu verstehen. Er wandte sich dem christlichen Glauben zu und überwand seine Alkoholsucht. Nach seiner Entlassung heiratete er. Als er mich nun wiedersah, fragte er mich, ob wir gemeinsam in seinem alten Gefängnis Bibeln verteilen könnten. Solche Begegnungen ermutigen mich in meinem Dienst und ich spüre: Gottes Wort richtet aus, wozu es gesandt ist.“

Die Bibel für Familienfreizeiten

Viele Familien treffen sich einmal im Jahr für eine Woche zu einer gemeinsamen Freizeit. Dort lernen sie Christen aus anderen entlegenen Dörfern kennen. Alexey besucht diese Freizeiten und bringt Bibeln mit, um geistliches Wachstum zu  ermöglichen. Die Mädchen Irina und Lidija waren sehr dankbar für ihre erste eigene  Bibel: „Zuhause haben wir viel Zeit und lesen so gerne, vor allem in den langen Wintermonaten. Jetzt können wir die Geschichten von Jesus selbst lesen. Unsere  Lieblingsstelle ist die von der samaritischen Frau am Jakobsbrunnen. Sie erlebt, dass Jesus sie nicht verurteilt und findet am Ende zum Glauben. Andere nicht zu verurteilen, wenn sie etwas falsch gemacht haben, das fordert Jesus von uns.“

Jetzt anmelden

Ich habe bereits ein Nutzerkonto:

Einloggen mit Ihrer E-Mail Adresse und Passwort.

Passwort vergessen?