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Rahil (28, Name geändert)

Ein Land versinkt in Trauer und Verzweiflung

„Mein Vater hatte sich mit dem Coronavirus infiziert“, erzählt die 28-jährige Rahil. „Ich war verzweifelt: Unsere Krankenhäuser waren voll und ich musste ihn mehrere Tage zu Hause pflegen. Die Bibel, die ich geschenkt bekam, hat mir in dieser schlimmen Zeit Kraft gegeben. Ich danke Gott, dass mein Vater noch am Leben ist!“

Rahils Namen haben wir auf ihren Wunsch hin geändert. Ihr Schicksal ist eines von vielen. Die zweite Welle mit der Delta-Variante des Coronavirus hat die Menschen in Indien hart getroffen. Auf dem Höhepunkt im Mai spielten sich vor überfüllten Krankenhäusern dramatische Szenen ab. Über 400.000 Menschen sind in Indien bisher an COVID-19 gestorben, fast 20 Millionen Infizierte wurden seit März 2021 registriert. Um den Menschen in ihrer Not beizustehen, haben unsere Partner in Indien seit den ersten Lockerungen Anfang Juni eine Aktion ins Leben gerufen: Hinterbliebene sowie Angehörige und Erkrankte sollen auf Wunsch eine Bibel erhalten, damit sie Trost finden können.

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Rahils Geschichte

Juni 2021 in Indien: Die Anzahl der gemeldeten Neuinfektionen pro Tag unterschreitet erstmals seit Anfang April wieder die Marke von 100.000. Anfang Mai war der Höchstwert vier Mal so hoch gewesen. Nach zwei Monaten Lockdown gibt es erste vorsichtige Lockerungen in einzelnen Landesteilen.

Mitarbeitende unserer Partner vor Ort treffen Rahil, als sie mit ihrem kranken Vater zum Krankenhaus kommt. Es besteht der Verdacht auf eine Coronainfektion. Entsprechende Tests stehen in der ganzen Stadt nicht zur Verfügung. Die beiden warten in einer langen Schlange vor dem Eingang. Nach einiger Zeit wird klar: Alle Wartenden müssen wieder nach Hause – sie können an diesem Tag beim besten Willen nicht in die Klinik aufgenommen werden. Sie ist völlig überfüllt, es gibt kein einziges freies Bett mehr.


Ein christliches Krankenhaus im Süden Indiens

Die Klinik ist eines von etwa 30 christlichen Krankenhäusern im Süden Indiens. Behandelt werden hier Menschen aller Religionen. Unsere indischen Partner verteilen seit einem Jahrzehnt unter den Erkrankten und deren Angehörigen auf Wunsch biblische Schriften. Ausgewählte Bibelverse sollen ihnen Trost spenden. Die Mitarbeitenden kommen mit Rahil ins Gespräch und versprechen, für sie und ihren Vater zu beten. Rahil hat Angst um ihren Vater und ist verzweifelt. Dankbar nimmt sie eine ihr angebotene Bibel mit nach Hause.

Zwei Wochen später treffen sich die Mitarbeitenden und Rahil wieder. Sie erzählt: „Mein Vater konnte einige Tage später ins Krankenhaus aufgenommen werden. Dort stabilisierte sich sein Zustand schnell. Inzwischen ist er wieder zu Hause. Arbeiten kann er noch nicht, er ist noch zu schwach.

Mein Herz ist froh und ich danke Gott, dass er unsere Gebete erhört hat. Als ich meinen Vater zu Hause pflegte, musste ich oft weinen. Ich war resigniert und hatte kaum noch Hoffnung. Abends las ich in der Bibel: ‚Gott spricht: Ich will das Verlorene wieder suchen und das Verirrte zurückbringen und das Verwundete verbinden und das Schwache stärken.‘ (Hesekiel 34,16). Diese Worte haben mich ruhig werden lassen und sehr getröstet. Gott wird als Hirte beschrieben, der seine Schafe weidet: Er verspricht, das Verwundete zu verbinden und das Schwache zu stärken.“

Gottes Wort für Kinder, die in Armut leben

Geetha ist sieben Jahre alt und lebt in einem Slum im Bundesstaat Telangana, direkt neben einer riesigen Schrotthalde. Viele Menschen hier sind Tagelöhner und leben von der Hand in den Mund. Die Pandemie hat die Lebensbedingungen der Familien extrem verschärft. Seit 20 Jahren arbeiten unsere Partner mit einer Kirchengemeinde im Slum zusammen. Ihre freiwilligen Helfer kümmern sich um die Kinder: Einmal in der Woche erzählen sie den Jungen und Mädchen biblische Geschichten, entwickeln mit ihnen Theaterszenen und führen die biblischen Stücke auf. Die Kinder singen sehr gerne christliche Lieder und es gibt ein gemeinsames Mittagessen und Getränke. So erleben sie Gemeinschaft und Geborgenheit. Jetzt in der Coronazeit verteilen die Freiwilligen – so oft es geht – Essenspakete für Familien und Kinderbibeln. Diese werden von unseren indischen Partnern weitergegeben, denn Gottes Wort kann seelische Schmerzen lindern, so wie bei Geetha. Sie hat durch die Pandemie ihre Großeltern verloren: „Mein Herz tut weh! Doch ich weiß, dass Oma und Opa jetzt bei Gott sind. Er versorgt sie mit allem, was sie brauchen. Wenn ich daran denke, muss ich nicht mehr so oft weinen.“ Bitte beten Sie für die Arbeit unserer Partner vor Ort, damit Kinder wie Geetha Trost finden und neue Hoffnung schöpfen können.


Geetha hört gerne biblische Geschichten

„Meine Schwester Tulsi und ich haben keine Eltern mehr,“ erzählt die 13-jährige Rosy. „Seit fünf Jahren leben wir bei meiner Tante, meinem Onkel und unseren drei Cousins in einem kleinen Haus. Wir haben nicht immer genug zu essen. Wir gehen jede Woche in die Kirche und ich mag besonders das Vaterunser. Die Worte Jesu sind so stark. Ich habe meinen eigenen Vater nicht mehr, aber Gott sorgt für uns. Ich habe eine Kinderbibel geschenkt bekommen. Sie ist in unserer Sprache geschrieben, so dass ich sie selbst lesen kann. Das macht mich glücklich!“

Damit Kinder wie Rosy die biblischen Geschichten in ihrer Muttersprache lesen können, übersetzen Sprachexperten die Bibel in die Sprachen des Landes. In 80 Sprachen ist die vollständige Bibel bereits erhältlich, in weiteren 90 Sprachen das Neue Testament. Sprachforschern zufolge gibt es in Indien über 200 Sprachen und Dialekte mit jeweils mehr als 10 000 Sprecherinnen und Sprechern. Bis Ende des Jahres soll erstmals die vollständige Bibel auf Rabha erhältlich sein. Die Übersetzungsarbeit wurde Anfang des Jahres vollendet. Aktuell wird an 13 verschiedenen Bibelübersetzungen gearbeitet. Es ist so wichtig, dass Gottes Wort die Menschen in der Sprache ihres Herzens erreichen kann.


Rosy liest die Bibel in der Sprache ihres Herzens

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